Internationales Studieren

Töchterle will Studierende mobiler machen

9. Februar 2012, 15:29
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    foto: dpa/boris roessler

    Studierende, packt eure Koffer: Töchterle will zu mehr Mobilität bewegen.

Mobilität steigt - Töchterle: "Das muss mehr werden" - ÖVP-Wissenschaftssprecherin wünscht sich "Schwarzmeer-Master"

Die österreichische Hochschul- und Forschungslandschaft werde "immer internationaler", erklärte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bei einer Pressekonferenz Donnerstagvormittag in Wien. Gemeinsam mit ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager zeigte sich der ehemalige Rektor der Uni Innsbruck erfreut über steigende Mobilitätszahlen unter Studierenden. Gleichzeitig wünscht er sich aber noch mehr Bewegungsfreude bei heimischen Studierenden.

In den letzten zehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der Studierenden, die über Mobilitätsprogramme nach Österreich kamen, auf 7.400 Personen pro Jahr. Dem gegenüber stehen jedoch nur 6.000 österreichische HochschülerInnen, die über ein Programm ins Ausland gegangen sind. Töchterle dazu: "Das muss mehr werden." Töchterle will künftig das "asymmetrische Mobilitätsverhältnis" verstärkt ansprechen: "Wir wollen, dass das alle als Problem akzeptieren."

Bologna erfüllt Mobilitäts-Erwartungen nicht

Überdies kommt ein Viertel der Studierenden in Österreich aus dem Ausland. "Das ist ein sehr hoher Anteil", so der Minister. Die meisten ausländischen Studierenden kommen derzeit aus Deutschland, gefolgt von Italien und der Türkei. Ein Drittel der Personen, die eine österreichische Uni oder FH absolvierten, haben eine Zeit lang im Ausland studiert, Töchterle ist das zu wenig. "Der Bologna-Prozess bietet hier Möglichkeiten, hat die Mobilität aber nicht so schlagartig erhöht, wie es erwartet wurde", gesteht der Wissenschaftsminister ein. Die Lieblingsdestinationen der Studierenden sind Spanien, Frankreich, Großbritannien und Schweden.

Cortolezis-Schlager setzt sich zum Ziel, dass in allen Studienplänen internationale Studienaufhalte ohne Zeitverlust festgeschrieben werden. Studierende hätten bereits jetzt den Vorteil, über zum Teil abgestimmte Curricula internationale Erfahrungen zu sammeln. "Voraussetzung dafür ist, dass sie über das Angebot Bescheid wissen", so die ÖVP-Nationalratsabgeordnete. Dabei soll sie die von Cortolezis-Schlager initiierte "Wissenslandkarte" unterstützen. Die interaktive Karte soll allen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen die Möglichkeit geben, ihre Angebote bei Lehre und Forschung gemeinsam zu veröffentlichen.

"Schwarzmeer-Master"

Positiv sieht die ÖVP-Wissenschaftssprecherin auch die Zusammenarbeit von Unis im Donauraum. Sie habe Gespräche mit mehreren Unis geführt und sieht "großes Interesse, näher zusammenzurücken und zum Beispiel einen Schwarzmeer-Master anzubieten". So könnte gemäß Studienplan an mehreren Unis entlang der Donau studiert werden.

Wissenschaftliches Engagement im Donauraum will das Wissenschaftsministerium in Zukunft belohnen: Am 5. März wird erstmals der "Danubius-Award" vergeben. Der Preis ist mit 7.200 Euro dotiert und soll jährlich für hervorragende wissenschaftliche Leistungen vergeben werden.

"Schieflagen beseitigen"

Töchterle bekräftigte unterdessen sein Plädoyer für Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren: "Damit kann man einige Schieflagen beseitigen", mehr Geld alleine reiche nicht aus. Anfang März läuft die Reparaturfrist für das vom Verfassungsgerichtshof für rechtswidrig erklärte Studiengebührengesetz aus. Der Wissenschaftsminister sieht damit die Möglichkeit für Universitäten, autonom Studiengebühren einzuheben, "und ich weiß auch von einigen Unis, die vorhaben, das ab Herbst zu tun". Für viele Rektoren ist in dieser Angelegenheit aber keine ausreichende Rechtssicherheit gegeben, sie wünschen sich ein neues Gesetz. "Ich befinde mich dazu in laufenden Gesprächen mit dem Koalitionspartner", so der Minister. Aus den aktuellen Verhandlungen zum Sparpaket sei diese Frage jedoch ausgeklammert. (sab, derStandard.at, 9.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 41
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aculus populus
 
00
21.2.2012, 15:41
Internationaler Austausch?

Wozu? Die Wirtschaft verlangt es kaum und das kleine Land braucht keine Weltanschauung, auch die Nachrichten in den Zeitungen sind ja fast nur lokal. Ö interessiert sich nun mal nur für Ö. Österreich ist der Nabel! :D

Franz Waschbär
00
20.2.2012, 13:44
großbritannien

großbritannien ist beliebt, aber der austausch dürfte ziemlich zusammengebrochen sein, nachdem dort durchgängig alle unis die 9000 pfund studiengebühren ausschöpfen (ok. die polytechnics gebens billiger). es gilt beim austausch ja der grundatz pro incoming einen outgoing. und bei dieses studiengebühren (schon im bachelor) wird keiner nach linz oder klagenfurt kommen wollen. in wien wirds auch nicht besser aussehen, vieleicht noch ein paar germanistik studierende für die dann ein paar anglisten rüber können.

ist nur schade drum, aber keine wertung. andere länder sind mindestens ebenso interessant oder interessanter.

Phan Tast
00
10.2.2012, 17:02

7400 Studierende, die nach Ö kommen, sind viel?

smea_gol
01
13.2.2012, 11:07

für einen metternich anhänger, bzw. konservativen sicherlich.

silverfinger
04
10.2.2012, 16:34

diese sogenannten Schieflagen und Inmobilität der Studenten liegt nicht zuletzt daran dass die Universitäten teilweise sich sehr unkooperativ verhalten, was die Anerkennung von ECTS der Auslandsuniversität anbelangt.

Es ist immer wieder lustig wenn eine österreichische Universität (zB Innsbruck) es sich verbittet Kurse einer Universität in HongKong oder Neuseeland adäquat anzurechnen denn im O-Ton "...die Marketing Abteilung in Hong-Kong ist nicht so gut wie unsere, das wird nicht angerechnet ..."

vl sollte hier der Minister ansetzen und unfähige Personen im universitären Dienst ersetzen und nicht die Studenen zu mehr Mobilität auffordern, einfach lächerlich!

Franz Waschbär
00
20.2.2012, 13:46
vorausbescheid

das zauberwert nennt sich "vorausbescheid".

in so eine zeit im ausland sollte halt auch im vorfeld etwas arbeit, engagement und hirnschmalzt gesteckz werden.

daneben gibts auch eine berufung wenn der antrag auf anrechnung abgelehnt wird.

war zumindest bis vor kurzem so.

silverfinger
00
21.2.2012, 11:40

jedenfalls nicht so in innsbruck

außerdem sagte ich dass generell österr. unis glauben etwas besseres zu sein als andere bzw. sich als höherwertig einstufen was mehr als lächerlich ist .. vor allem auf sozialwirtschaftlichwissenschaftlicher
seite

jane.doe
10
10.2.2012, 14:45
Warum nicht wie in der Wirtschaft auch in der Bildung?...

...Tun wir einfach auslagern! - Unsere Unis sind voll, schicken wir unsere Studenten ins Ausland. Ein Auslandssemester ist super, aber wie waers denn gleich mit einem ganzen Studium im Ausland? Schwarzmeer-Master?... *kotz*

Franz Waschbär
00
20.2.2012, 13:48
nowegen

da haben die norweger getan und tun es vermutlich noch immer. aber die haben auch die kohle während uns die ausbildung im inland sicher kostengünstiger kommt.

Der Steiner
01
10.2.2012, 15:58

Wär ich voll dafür! An der ETH-Zürich würd ich sofort studieren, wenn mir dafür die höheren Lebenskosten erstattet werden würden. Nur braucht man danach nicht mehr nach Österreich zurückkommen, weil nicht mehr viele Firmen da sein werden, wenn es keinen unmittelbaren Absolventenmarkt gibt.

coffee anyone?
00
Warum sollten wir dir höheren Lebenshaltungskosten erstatten?

Wenn du nach einem ETH Studium ohnehin im Ausland bleibst?

Das wirst Du schön mit dem dort höheren Gehalt finanzieren!

jane.doe
00
10.2.2012, 17:09

Absolut richtig und ich kenne auch genug, die es so gemacht haben! - Im Ausland voll studiert oder Praktikumsemester absolviert und im Ausland Dank besserer beruflichen Möglichkeiten geblieben.
Der Witz ist, da sie innerhalb der Europäischen Union geblieben sind, können sie später auch österreichische Pensionen beziehen!

kleiner Schelm
00
11.2.2012, 18:15

Was für ein Blödsinn!

Die Pensionen bekommen Sie von den Versicherungen/Anstalten bei denen Sie eingezahlt haben. Wenn Sie in AT nichts gezahlt haben bekommen Sie auch nichts.

Wenn es sich auf mehrere verteilt können Sie die Jahre anrechnen lassen, um nicht unter eine Mindestbeitragszeit zu fallen. Mehr Geld bekommen Sie so aber auch nicht, nur anteilig das was Sie eingezahlt haben.

jane.doe
00
13.2.2012, 09:08

Was war also falsch? Sie bekommen eine österreichische Pension, sollten sie in der Pension wieder nach Österreich kommen.

kleiner Schelm
00
13.2.2012, 10:50

Eben das ist falsch. Wenn Sie z.B. in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben und zur Pensionierung wieder z.B. nach Wien ziehen bekommen Sie in Wien eine DEUTSCHE Rente von dem dortigem DEUTSCHEN Rentenversicherungsträger.

Die österr. Pensionsversicherung ist nur für Ihre österr. Beitragsjahre zuständig. Das kann dann u.U. sehr sehr wenig sein.

Alles in allem problematisch: Wenn sie eine Biografie mit z.B. 5 Auslandsaufenthalten haben, haben Sie bis zu 5 versch. Renten .... und viel Spass mit Formularen und den entsprechenden Trägern ...

jane.doe
00
13.2.2012, 16:57

Klar ist es viel Papierkram, aber keine Sorge, meine Kollegen sind in dem Europäischen Land in dem sie sind sehr glücklich und haben nicht vor innerhalb der nächsten 10 Jahre umzuziehen. Mal davon abgesehen bezweifle ich sehr, dass es so etwas wie Pensionen in 35 Jahren noch geben wird. Also wozu den Kopf zerbrechen, kleiner Schelm, noch dazu wo Sie noch nie den Kopf auch nur über den Tellerrand bewegt haben!

byron sully
02
10.2.2012, 14:36

erstens: die uni-politik der letzten jahre hat aber auslandssemester eher unattraktiver gemacht.
zweitens: auslandssemester sind sicher sinnvoll, aber es sollte auch niemand dazu gezwungen werden.

Chris Lance
01
10.2.2012, 13:00

hat herr töchterle auch andere wörter in seinem wortschatz als "studiengebühren" und "zugangsbeschränkungen". schon langsam wirds mühsam...
studieren entlang der donau?! nein danke...

Gobi Todic
03
10.2.2012, 09:44

Klingt eher nach "Beine machen", christlichsozial.

chem
15
10.2.2012, 09:19
Kan der 'Schwesterle' nicht endlich den Mund halten !

Radio Eriwan
04
10.2.2012, 07:49
Ohne Zeitverlust.

Das wäre lobenswert. Aber auch ohne Stipendienverlust? Ein Auslandsaufenthalt sollte die Anspruchsdauer für ein staatliches Stipendium zeitlich entsprechend verlängern oder monetär einer anderen geeigneten Sonderregelung unterliegen. Ansonsten entsteht ein schaler Beigeschmack. Merk's auf, ÖVP!

Got Your Nose!
13

bei so viel halswenden würde man doch einen genickbruch erwarten.

Tox in
13
Ach töchterle...

...was soll man zu solch einen "verkommenen" schwarz, angehauchten Subject noch sagen... Besser nichts. Er ist es echt nicht wert.

Dr. Freidank
011
Köstlich, wenn die Schwarzen einen "Schwarzmeer-Master"

ins Auge fassen und "gemäß Studienplan an mehreren Unis entlang der Donau studiert" werden soll...

Da sollten unbedingt die Roten (mit einem "Rotenmeer-Master") und die Senioren Khol und Blecha (mit einem "Totenmeer-Master) nachziehen!

Sonst noch Vorschläge?

mans zelmerlöw
05

wenn österreich schlau wäre, würde es studenten die etwa für den ganzen master ins ausland gehen finanziell stärker unterstützen.

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