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Der Oberste Gerichtshof in Madrid hat in einem umstrittenen Verfahren die Karriere des prominenten spanischen Richters Baltasar Garzón beendet. Die Richter verhängten am Donnerstag wegen illegaler Abhörpraktiken ein elfjähriges Berufsverbot gegen den 56-Jährigen. Gegen den seit 2010 suspendierten Garzón läuft ein weiteres Verfahren wegen seiner Ermittlungen zu Verbrechen während der Franco-Ära.
Neben dem Berufsverbot, das nach Angaben der sieben Richter einstimmig verhängt wurde, muss Garzón 14 Monate lang eine Geldstrafe von sechs Euro täglich zahlen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Ermittlungsrichter das Abhören von Gesprächen zwischen inhaftierten Verdächtigen und ihren Anwälten angeordnet hatte und damit bei Ermittlungen in einem Schmiergeldskandal um die konservative Volkspartei (PP) 2009 Verteidigerrechte verletzt hatte. Garzón hatte auf unschuldig plädiert, weil die Anwälte selbst in den Skandal verwickelt gewesen seien.
Machtbefugnisse überschritten
In dem Madrider Prozess ging es um einen von Garzón aufgedeckten großen Korruptionsskandal, in den mehrere Politiker der PP des neuen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy verwickelt waren. Der Jurist begründete die Abhöraktion damit, dass die Anwälte im Verdacht gestanden seien, als Kuriere den Verdächtigen helfen zu wollen, Schmiergelder in Sicherheit zu bringen.
In einem anderen Prozess wird Garzón vorgeworfen, er habe trotz einer Amnestieregelung Ermittlungen zu Verbrechen während der Franco-Ära geführt und damit seine Machtbefugnisse überschritten. Der Prozess wurde von zwei rechtsextremen Organisationen angestrengt, die auf die Gültigkeit des Amnestiegesetzes von 1977 pochen. Demnach könnten Verbrechen während des Spanischen Bürgerkriegs (1936 - 1939) und der Diktatur Francisco Francos (1939 - 1975) nicht juristisch aufgearbeitet werden.
Garzón: Amnestieregelung gilt für Menschenrechtsverbrechen nicht
Der Prozess wegen Ermittlungen zu Verbrechen während der Franco-Ära endete am Mittwoch. Garzón argumentierte, da es sich um Menschenrechtsverbrechen handelte, gelte die Amnestieregelung nicht. Wann das Urteil verkündet wird, ist unklar. In diesem Prozess droht Garzón ein 20-jähriges Berufsverbot.
Der Starjurist ist über die Landesgrenzen hinweg unter anderem deshalb bekannt, weil er in hochkarätigen Anti-Terror-Verfahren, aber auch wegen Verbrechen in lateinamerikanischen Diktaturen ermittelte. 1998 setzte er die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet in London durch. Derzeit arbeitet er als Berater für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. (APA)
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Wir möchten sagen, dass für viele Leute in Spanien klar ist, dass das Berufsverbot für Garzón etwas ist, das die spanische Politik entschieden hat: die Regierung will nur die Wahrheit verstecken, weil alle Politiker sind korrupt und faschistisch! Das alles zeigt, dass das ganze spanische politische System veraltet und überholt ist.
1936 haben in Spanien die Linken die Wahlen gewonnen, weshalb die Rechte einen Bürgerkrieg begann.
Deshalb haben die Westmächte nach Ende des II. Weltkrieges Franco problemlos weiterregieren lassen: Lieber ein Faschist an der Macht, als ein Linker.
In der spanischen Verfassung nach Franco wurde Die Verpflichtung zur "Marktwirtschaft" (Kapitalismus) demzufolge auch in der Verfassung verankert - sonst hätten die Rechten ihren Faschismus weitergepflegt - so war es nicht mehr nötig.
Ein Richter ermittelt über Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wird seines Amtes enthoben - in der freien und so demokratischen EU ...
informieren sie sich doch erst einmal, bevor sie das ewig gleiche nachplappern ...
http://www.zeit.de/politik/a... -kommentar
...die es jemals gegeben hat und der erste der in diesem falll verurteilt wird, ist der richter der den fall instruierte. für mich ist da eindeutig politisches interesse dahinter ihn mundtot zu machen weil zu viel für die vewickelten auf dem spiel steht. die derzeitige regierungspartei und viele, in hohen positionen sitzende, leute derselben sind darin verwickelt. es gab in spanien andere fälle wo richter auch diese abhörungen veranlassten, und wo die fälle rechtsmässig zum abschluss gebracht wurden... hier wird offensichtlich politisch motiviert mit zweierlei mass gemessen.
Ein Richter in Österreich, der wegen einer vorsätzlichen Straftat zu mehr als einem Jahr verurtielt wird, verliert ex lege seine Beamtenstellung, und zwar auf immer.
Merkwürdig, daß in Spanien ein zeitlich bedingte Berufsverbot für Richter möglich ist. Ich nehme doch an, daß auch in Spanien die Richter beamtet sind.
Und nach 11 Jahren kann Garzon, wenn er denn noch möcht, als alter Herr wieder verhandeln, richten und Urteile fällen?
ich kenne das spanische Bematendienstrecht zuwenig, um hier Bestimmtes sagen zu können, aber möglich wäre, daß eine endgültige Absetzung rechtlich hier nicht möglich wäre, man aber Herrn Garzon, der ja schon 56 ist, einfach solange zeitlich befristet von seinem Posten entfernt, bis er das vorgeschriebene Pensionsalter erreicht hat. So vermeidet man einen Rechtsstreit um die Absetzung eines Richters, verhindert aber, daß dieser weiterhin sein Amt ausüben kann.
Gespräche zwischen Anwalt und Klient liegen auf einer Ebene mit dem Beichtgeheimnis oder dem Vertrauensverhältnis Arzt-Patient. Das ist wahrlich eine heilige Kuh, die niemals geschlachtet werden darf. Garzon hat sich hier auf eine Ebene mit denen begeben, die er zu Recht verfolgte, denn er hat das Recht gleichermaßen gebeugt und gebrochen, wie es die Justizschergen der Franco-Diktatur taten.
Nur: das hat er (und andere auch) früher getan, nur waren das regimeunwillige "Terroristen", die aufgrund von Geständnissen verurteilt wurden, die unter Folter erzwungen wurden. Das entsprechende Urteil aus dem Jahr 1992 wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgehoben und der spanische Staat zu einer Entschädigung verdonnert.
Es geht nicht an, daß Richter Gesetze ignorieren und selbst Grundrechte für einen "guten Zweck" brechen. Wenn Herr Garzón populistisch tätig werden will, dann soll er Politiker aber nicht Richter werden.
Auch bei uns ist das Verfassunggericht das verfassungswidrigste Organ. Machtgierig maßregeln diese machtgeilen Richter mittllerweile fast alle wichtigen Gesetze in populistischer Weise und engen damit den politischen Handlungsspielraum des ganzen Volkes ein. Derweil wurden sie selbst nur in einem windigen Parteienschacher bestimmt und haben deshalb nur eine sehr geringe Legitimation.
Politische Richter gehören hinter Schloß und Riegel.
dem bin ich mir im vorhinein bewusst.
Die Tatsache das Garzon zur Zeit mit seinen Kollegen auf Kriegfuss ist, ist keine andere, sich über einen Konsens ( ob gerecht oder nicht ist ein anderes Kapitel ) hinwegzusetzen, welcher in den letzten Jahrzenten ein Aufbrechen von alten Wunden in so einer Form verhindert hat. Der sektarielle Einfluss bei den Sozialisten hat Garzon benutzt um den Konsens zu brechen und hat Garzon sogar mit einer politischen Karriere belohnen wollen. Somit ist die Unbefangenheit nicht gewärleistet und das ist der springende Punkt.
Zum Schluss: Niemand hat Garzon unterstellt das sein Bestreben nach der Wahrheitsfindung über die Verbrechen im Spanischen Bürgerkrieg nicht ehrenvoll wahren, aber politisch gesteuert.
Für Verbrechen in der Diktatur gab es nun einmal eine gestzliche Amnestie und dieses Gesetz darf ein Richter nicht brechen Er hat dazu nicht die geringste Legitimation. Wenn jemand gegen dieses Gesetz etwas machen will, muß er Politiker werden und die dafür notwendigen Mehrheiten gewinnen.
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