Tourengeher überlebte vier Stunden unter Schneemassen

9. Februar 2012, 14:05
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Mann war unterkühlt, aber ansprechbar

Innsbruck - Rund vier Stunden ist am Mittwoch ein Südtiroler Tourengeher unter einer Lawine begraben gewesen. Dennoch konnten die Bergretter den 39-Jährigen lebend aus den Schneemassen bergen, berichtete die Tageszeitung "Dolomiten". Der Mann war unterkühlt, aber ansprechbar. Er habe durch ein Loch in der Schneedecke zwar atmen, sich aber nicht selbstständig befreien können.

Der 39-Jährige war Mittwoch früh alleine zu einer Tour auf die Königsangerspitze aufgebrochen. Bei der Abfahrt gegen 10.00 Uhr wurde er von der Lawine erfasst und unter den Schneemassen begraben. Weil er sich gegen 12.00 Uhr zu Hause nicht zurückgemeldet hatte, schlug sein Bruder Alarm. Gegen 14.00 Uhr wurde der Verschüttete schließlich von den Bergrettern entdeckt und befreit.

Von Schneebrett erfasst

Der Südtiroler war in einer Mulde in rund 2.200 Metern Höhe vom Schneebrett erfasst worden. Er befand sich rund 30 Zentimeter unterhalb der Schneedecke. Unter anderem dürfte er laut Bergrettung seiner "besonders dicke Kleidung" das Leben verdanken. Der Einheimische wurde mit dem Rettungshubschrauber "Pelikan 2" zur Kontrolle ins Krankenhaus Brixen geflogen.

Der Fall grenzte laut dem Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin an der EURAC in Bozen, Hermann Brugger, an ein "Wunder". "Der wichtigste Faktor für das Überleben ist die Sauerstoffzufuhr", erklärte Brugger am Donnerstag im Gespräch mit der APA, denn sie sei dafür verantwortlich, dass die Körpertemperatur nicht rapide absinke. Lediglich zehn Prozent aller Lawinenopfer würden jedoch eine Verschüttung jenseits von zwei Stunden überleben. (APA)

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