Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Biopsie eines Mammakarzinoms: Der weiße Strich rechts oben im Bild ist die Nadel vor dem Tumor.

Die Biopsienadel.

Während der Biopsie.
Oft ist es ein Stich, der Klarheit bringt, ob jemand schwer krank ist oder nicht. Gemeint ist nicht etwa eine einfache Blutabnahme, sondern die Biopsie. Mit dem Verfahren fördern Mediziner zutage, was in den Tiefen des Körpers verborgen ist und möglicherweise nicht so beschaffen ist, wie es sein sollte. Die Entnahme von lebendem Gewebe hilft bei der Diagnose von schweren Krankheiten, wenn andere Möglichkeiten wie ein Blutbild oder bildgebende Verfahren zu wenig aussagen.
Genaue Abklärung
"Sucht ein Patient mit einem oder mehreren Symptomen den Arzt auf, weiß dieser zunächst eventuell nicht, ob es sich um eine Entzündung handelt oder um einen gut- oder bösartigen Tumor. Denn beides kann ähnliche Symptome hervorrufen", erklärt der Mediziner Manfred Ratschek von der Meduni Med-Uni Graz. Der Pathologe gehört jener ärztlichen Berufsgruppe an, die die in der Biopsie gewonnenen Gewebeproben analysiert. Patienten bekommen davon meist gar nichts mit.
Angst vor Schmerz und Diagnose
Die Vorstellung, dass lange, aber dünne Nadeln in Organe wie die Leber oder Niere eindringen, gepaart mit dem Wissen, dass das Ergebnis schlimmstenfalls die Diagnose Krebs sein kann, macht vielen Patienten Angst. Doch sehr schmerzhaft ist die Prozedur selten. Aufgrund der Lokalanästhesie, die meist möglich ist, ist die Gewebeentnahme fast nicht spürbar. "Außerdem haben inneren Organe so gut wie keine Nerven", sagt Ratschek.
Bei der Prostata ist das allerdings etwas anders: Damit man zu einer effizienten Diagnose kommt, muss man zwischen zwölf- und 24-mal hineinstechen. "Das tut schon ein bisschen weh, weil man über den Mastdarm durchsticht und deshalb keine Lokalanästhesie machen kann", erklärt der Pathologe. Wird ein Patient so oft genadelt, könne das auch mit einer Kurznarkose erfolgen.
Punktgenaues Manöver
Chirurgen, Gynäkologen und Internisten führen Biopsien beispielsweise im Rahmen einer Endoskopie - der Magen-, Darm- oder Bauchhöhlenspiegelung - oder einer Bronchoskopie durch. Hautärzte können Gewebe auch von der Hautoberfläche entnehmen. Viele Biopsien werden aber auch von Radiologen mit Hilfe bildgebender Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanz (MRT) durchgeführt.
Punktgenau kann die Biopsienadel damit an jene Stelle manövriert werden, an der sich verdächtiges Gewebe befindet. "Stellen, die größer als fünf Millimeter sind, haben eine gute Chance, getroffen zu werden", sagt Ratschek. Die Biopsie stoße aber auch an ihre Grenzen: Sind die Gewebsmuster noch kleiner, müssten sie oft operativ entnommen werden, was etwa bei Verdacht auf Brustkrebs manchmal vorkomme.
Millimeterarbeit am Bildschirm
Gesteuert wird die Biopsienadel mit der Hand und/oder maschinell. "Erfahrene Radiologen bevorzugen meist die Hand", sagt Dimiter Tscholakoff, Vorstand am Zentralröntgeninstitutder Rudolfstiftung in Wien. Am Ultraschall- oder Röntgenbildschirm sieht man, wie sich die Nadel dem Ziel nähert - quasi in Echtzeit. Bei einer CT oder MRT laufe die Prozedur hingegen zeitverzögert ab: Die Nadel wird eingeführt, dann werden einige Schichten aufgenommen und danach die Nadel wieder weitergeführt oder korrigiert. Die Position der Nadel kann so millimetergenau überprüft werden. Welches bildgebende Gerät für welches Organ genau zum Einsatz kommt, entscheidet der Radiologe.
Die Entnahme selbst passiert meist mit dünnen Nadeln, mit denen Gewebe herausgestanzt, -gesaugt oder -geschnitten wird. "Bei manchen Brustbiopsien wird etwa ein Vakuum erzeugt, um das Gewebe in die Hohlnadel hineinzuziehen. In der Nadel befindet sich ein kleiner Schneideapparat", erklärt Tscholakoff.
Indikation für weitere Vorgehensweise
Das Gewebe kommt nach der Entnahme aus der Hohlnadel direkt auf einen Objektträger. "Die Resultate sind meistens Histologien, das sind Gewebsverbände, manchmal aber auch Zytologien, das sind Zellverbände", sagt Radiologe Tscholakoff. Ist so eine Probe positiv, werden also Tumorzellen gefunden, ist das häufig eine Indikation für einen chirurgischen Eingriff oder eine onkologische Therapie.
Personalisierte Medizin: Jeder Krebs mit individueller Prognose
"Beim Magenkrebs gibt es zwei verschiedene Typen vom histologischen Bild her. Einer der beiden bedeutet, dass der gesamte Magen herausmuss. Der andere, dass man nur einen Teil des Magens entfernen muss", erklärt Ratschek. Auch hier steuert die Biopsie also das weitere Vorgehen.
Am Beispiel Brustkrebs wird deutlich, dass dies auch für die Art der medikamentösen Behandlung gilt: Die Tumorzellen werden nicht nur dahingehend untersucht, ob sie gut- oder bösartig sind, sondern auch, auf welche Therapie sie ansprechen. "Östrogen kann das Wachstum bestimmter Brustkrebsarten stimulieren. Findet der Pathologe viele Östrogenrezeptoren an den Tumorzellen, ist das ein Indiz dafür, dass eine antihormonelle Therapie zielführend ist, um das Wachstum der Tumorzellen zu bremsen", sagt Ratschek.
Krebs ist aber nicht gleich Krebs. Laut WHO gibt es pro Organ zwischen zehn und 30 unterschiedliche Krebstypen und jeder habe eine andere Prognose. Mit Hilfe der Untersuchung des Gewebes durch den Pathologen wird bestimmt, wie bösartig der Krebs ist. "Je ähnlicher er dem gesunden Gewebe ist, desto weniger bösartig ist er", so Ratschek. Insofern ist die Biopsie auch schon ein prognostischer Faktor, der wiederum die Therapie beeinflusst. (Marietta Türk, derStandard.at, 20.2.2012)
In Österreich lassen 20 Prozent der Frauen mit Brustkrebs-Gen vorbeugend Brüste entfernen
Sowohl mit einem provisorischen Gewebeexpander oder direktem Einsetzen einer Silikonprothese erfolgen. Mit beiden Verfahren gebe es in Österreich gute Erfahrungen, so Experte Rupert Koller
Angelina Jolies Entscheidung, sich die Brüste entfernen zu lassen, sorgt für Kontroversen - Doch wie sieht die Behandlung in Österreich bei erblicher Disposition aus?
Ein Krebswirkstoff aus Österreich soll bösartige Tumore in Schach halten und neue Wege in der Krebstherapie eröffnen
Das Tomosynthese-Gerät ermöglicht im Wiener Hartmannspital die modernste Form der Brustdiagnostik. Ein Selbstversuch
Der US-Onkologe Siddharta Mukherjee hat ein Buch über Krebs geschrieben - Dabei geht er weit über die Krankheit hinaus
Medizinerin Brigitte Hoffmann erklärt, was Frauen in Europa zu Kandidatinnen für Brustkrebs macht
Medizinjournalist Kurt Langbein hat zahlreiche Krebspatienten interviewt - Als Patient hat ihn die Diagnose Prostatakrebs dennoch mit voller Wucht getroffen
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter": Eine berührende Liebesgeschichte zwischen zwei krebskranken Jugendlichen
Aus dem streitbaren Journalisten ist ein Betroffener geworden. Seit vielen Jahren leidet Kurt Langbein an Krebs
Nur ein gut informierter Patient kann aktiv an seiner Genesung teilnehmen - Eine kleine Auswahl an Webseiten zum Thema Krebs
Die Theorie, dass Menschen aufgrund ihrer Persönlichkeit dazu neigen, an Krebs zu erkranken, ist ein Mythos
Brusterhaltende OP oder Totalentfernung bei Brustkrebs? Sofortimplantate oder langfristiger Brustaufbau? Mammachirurgin Brigitte Hoffmann klärt Betroffene über die Eingriffe auf
Die Darmspiegelung ist Diagnose und Therapie in einem - "Man muss den Menschen die Angst davor nehmen", sagt Gastroenterologe Christian Madl
Schmerzexperte Günther Bernatzky über das Biopsychosoziale Modell
Mit der Rückkehr in ein "normales" Leben rückt das Thema Sexualität für krebskranke Menschen in den Vordergrund
"Wir können bei 95 Prozent aller Krebspatienten den Schmerz so weit lindern, dass das Leben noch lebenswert bleibt", sagt Experte Hans-Georg Kress
Krebsimpfungen sind Immuntherapien und keine Prophylaxe - Onkologen sprechen bereits von einer neuen Ära der Krebstherapie
Krebs ist im Kindesalter die zweithäufigste Todesursache - Substanzen aus der Natur sollen Heilungschancen verbessern
Welche Patienten für eine onkologische Rehabilitation in Frage kommen und wieso wenige Anträge gestellt werden, weiß der Onkologe Christoph Wiltschke
Die deutsche Psychoonkologin Monika Keller trainiert onkologisch tätige Mediziner in professioneller Kommunikation
Noch in den 1990er-Jahren waren Metastasen meist ein Todesurteil binnen kurzer Zeit. Was sich seither verändert hat, erklärt der Onkologe Christoph Zielinski
Symptomfrei wird der Knochenmarkkrebs nicht therapiert - Ein Ausbruch der Erkrankung kann damit nicht verhindert werden
Ein Drittel der Patienten hat bei der Diagnose Nierenkrebs bereits Metastasen - Wiener Expertin fordert deshalb die Aufnahme des Nierenultraschalls in die Gesundenuntersuchung
Ich hatte eine Biopsie an einer ähnlichen Lokalisation ca. 25 cm quer durch die Leber wach, ohne Sedierung unter Röntgenkontrolle.
Weitgehend schmerzfrei das Einzige was man spürt ist der Hautstich . Wenn dabei ausreichend Lokalanaesthetikum verwendet wird ist aber auch das nicht anders, als eine Blutabnahme.
Ein Zellverband ist ein Haufen von Zellen, die miteinander in Kontakt sind. Wenn die Zellen alle die gleiche (spezialisierte) Funktion innerhalb eines Lebewesens erfüllen, spricht man auch von einem Gewebe. Verschiedene Gewebe mit einer übergeordneten Funktion bilden ein Organ. Vielleicht meinen die mit Gewebsverband ein Organ.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.