Blutsauger mögen keine Zebrastreifen

9. Februar 2012, 19:15

Experimente mit Plastikmodellen zeigten, dass Insekten das Schwarz-Weiß-Muster meiden

Budapest/Wien - Wie das Zebra zu seinen Streifen kam heißt eine berühmte Essaysammlung des US-Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould. Eine Erklärung wird man in dem Buch indes vergeblich finden. Der titelgebende Aufsatz, der im englischen Original What, if anything, is a zebra heißt, handelt nämlich nur von den Schwierigkeiten der klassifikatorischen Zuordung der verschiedenen gestreiften Pferdearten.

In der Biologie gab es zwei Ansätze, um die spezielle Musterung zumindest der Savannenzebras zu erklären. Zum einen gehen Forscher davon aus, dass die Streifen im flimmrigen Licht der afrikanischen Savanne oder in einer galoppierenden Herde für Fressfeinde schwerer zu erkennen sind. Für die Bergzebras allerdings, die in Höhen bis zu 2000 Metern vorkommen, trifft dieser Faktor weniger zu.

Die neuere und augenscheinlich bessere Hypothese stammt vom Insektenkundler Jeffrey Waage, der bereits 1981 argumentierte, dass die Streifen der Zebras von den Facettenaugen der vor allem nachtaktiven und Krankheiten übertragenden Tsetsefliege nicht aufgelöst werden können.

Ein Team von Biologen aus Ungarn und Schweden hat nun die These auf Pferdefarmen überprüft: Sie stellten schwarze, graue, weiße und gestreifte Plastikmodelle auf. Wie die Forscher im Journal of Experimental Biology berichten, lockte das Exemplar mit der größten Ähnlichkeit zum echten Zebrafell tatsächlich die wenigsten Insekten an.

Helligkeit und Polarisierung

Die Forscher fanden zudem heraus, dass neben der Helligkeit des reflektierten Lichtes vor allem dessen Polarisierung eine bedeutende Rolle bei seiner Wirkung auf die Insekten spielte. Die Experimente zeigten, dass das Streifenmuster das Licht unterschiedlich polarisierte, was die Bremsen offenbar gar nicht schätzten. Mit abnehmender Streifenbreite ging nach Angaben der Wissenschafter auch die Attraktivität der Opfer für die Insekten zurück. (tasch, red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.02.2012)

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Zebras sind doch Pferde, die sich als Dopplereffekt verkleiden.

Woher weiss das...

...Zebra wie es von einer Mücke wahrgenommen wird?
Als ob alles miteinander verbunden ist...

Weil Sie Evolution nicht verstanden haben müssen Sie wohl diese Frage stellen.

Was versteh ich da nicht???

"Wie das Zebra zu seinen Streifen kam heißt eine berühmte Essaysammlung des US-Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould. Eine Erklärung wird man in dem Buch indes vergeblich finden."

Wieso finde ich eine Erklärung vergeblich? Entweder da ist eine, dann find ich die nicht vergeblich, oder da ist keine, dann suche ich vergeblich, aber finde nicht.

Fragen
über
Fragen.

Ich hoffe, das ist Photoshop

So unmöglich kann man doch nicht aussehen.

streifen machen schlank

Ohne das Paper jetzt gelesen zu haben, ich halte es für wenig Wahrscheinlich dass sich die Streifen aus diesem Grund entwickelt haben

Der Grund dafür ist einfach...die Fliegen stellen erstens keine unmittelbare Gefahr dar, und gegen die Krankheitserreger gibt es wesentlich simplere Methoden der Anpassung über das Immunsystem, ausserdem kann man davon ausgehen das die Erreger ihrerseits gut an die Wirte angepasst sind (nicht lethal wirken)

Eine viel unmittelbarere Gefahr stellen Raubtiere dar. Diese sind in der Regel dichromatisch...das Erkennen so ist kein Problem, aber wenn ein Zebra im hohen Gras steht (Wo die Gefahr eines Angriffs am höchsten ist) wird es für einen Dichromaten schwer es mit seinen Streifen zu sehen.

Die Effekte die die Zebramusterung auf Insekten hat, halte ich ehrlich gesagt für eine Exaptation.

das hat man uns schon in der volksschule erzählt

jap

das war kein wissenschaftler sondern ein totengräber...

Absolut richtig!

Die vielen Wahnsinnigen, die mir vors Auto hüpfen, obwohl 100 Meter weiter ein Zebrastreifen wäre. Dann wollen sie Schmerzensgeld! Nicht mit mir. Da derklatsch ich sie mit meiner Rechtsanwältin!

Resi

Blutsauger mögen keine Zebrastreifen?

passt! dann kleide ich mich ab sofort schwarz/weiß wenn ich zum Finanzamt muss :D

und

da gehn wir schon in den Tattoo-Shop...

von wegen süßes Blut!

deswegen gehen sie also eher auf Kinder und zierliche Frauen, als auf die Wamperten mit ihrer Speckfaltenbräune! ^^

die "Unnützes Wissen"-Beiträge in Facebook sind aber wesentlich kürzer :-/

Also ich weiß nicht, was daran neu ist.

Ich habe ein Buch gelesen indem die Evolution des Menschen beschrieben wird.

Darin kommt auch die Evolution der Pferde vor. Hier ist es ja so, dass diese sich nicht in Afrika, sondern in Nordamerika entwickelt haben und in Afrika eingewandert sind.

In den Bereichen wo es die Tsetsefliege gibt (Schlafkrankheit) überleben nur Tiere die sich daran angepasst haben. Die Streifen der Zebras sind auch unterschiedlich breit. Dies ist abhängig von der Verbreitung der Tsetsefliege.
Im Süden des Kontinents gib es Zebras die nur noch am Kopf angedeutete Streifen haben, da es dort nicht mehr soviele Fliegen gibt.

Also, was ist da jetzt Neues in dem Bericht??

hmmm...

Seit wann gibts die Theorie, die Pferde hätten sich in Nord Amerika entwickelt? ...mir wurde eingetrichtert die Spanier hätten die Pferde nach Amerika gebracht???

Jetzt kann man es wirklich sagen: Ihr habt beide recht.

Die Pferde sind dann eben später in Nordamerika ausgestorben.

..falsch getrichtert...

ich glaub die urpferde stammen aus amerika

vor vielen, vielen millionen jahren... und nicht vergessen, dass bis zur letzten eiszeit amerika ja zu fuss erreichbar war... damals war die beringstrasse ja noch eine landbrücke.

ach ja, der Nachweis

Gould s. J : auf Deutsch: Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt. Basel 1986

Werde mir einen Safarianzug im Streifenlook besorgen

für meine nächste Gehaltsverhandlung.

Da bin ich ja schon auf den kommenden Sommer neugierig. Wenn an den Badestränden alle mit Zebrastreifen in der Sonne liegen.

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