Abhörskandal belastete Murdochs Medienkonzern im zweiten Quartal

9. Februar 2012, 11:44
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Die News Corp. hatte sich mit Opfern auf Entschädigungszahlungen geeinigt - Film- und Fernsehgeschäft brummt

Der Abhörskandal bei der britischen Zeitung "News of the World" kostet Medienmogul Rupert Murdoch weiterhin viel Geld. Alleine im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Dezember musste Murdochs News Corp. eine Belastung von 87 Mio. Dollar (65,5 Mio. Euro) verdauen. Das erklärte der US-Konzern bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz am späten Mittwoch in New York (Ortszeit).

Die News Corp. hatte sich mit Opfern auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Mitarbeiter der "News of the World" sollen in zahlreichen Fällen Telefone von Prominenten oder Verbrechensopfern abgehört haben. Nachdem im vergangenen Frühjahr immer mehr Details bekanntgeworden waren, stellte Murdoch das traditionsreiche Sonntagsblatt ein. Zudem musste er auf politischen Druck hin die Komplettübernahme der britischen Fernsehsendergruppe BSkyB abblasen.

Trotz der Belastungen hat die News Corp. im vergangenen Quartal den Gewinn von 641 Mio. auf unterm Strich annähernd 1,1 Mrd. Dollar hochschrauben können. Grund für den Sprung war zum einen ein gutlaufendes Film- und Fernsehgeschäft. Zum anderen sanken die Kosten. Im Vorjahreszeitraum hatte unter anderem das glücklose soziale Netzwerks MySpace die Bilanz belastet.

Umsatz verbessert

Der Umsatz verbesserte sich um 2 Prozent auf 9,0 Mrd. Dollar. "Ich bin besonders zufrieden mit dem Erfolg unserer Geschäftsstrategie, wenn ich mir das unsichere wirtschaftliche Umfeld anschaue", sagte Murdoch. Die Börsianer pflichteten ihm bei. Nachbörslich stieg die Aktie leicht.

Auch die Rivalen Walt Disney und Time Warner hatten von Oktober bis Dezember zulegen können. Sie hatten ihre Zahlen bereits am Dienstag und am frühen Mittwoch vorgelegt.

Das Flaggschiff der News Corp. ist der Nachrichtenkanal Fox News. Im Kinogeschäft ist der Konzern mit dem Studio "20th Century Fox" vertreten. Zu den Printtiteln gehören die britische "Sun" und "Times" sowie das renommierte US-Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal". Die News Corp. ist auch am Bezahlsender Sky Deutschland beteiligt, was sich bisher allerdings als Zuschussgeschäft erwies. (APA)

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