Blutige Scharmützel zwischen Milizionären

9. Februar 2012, 11:16
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Streit um Waffen-Lizenzen eskalierte zu Gefechten in Tripolis

Tripolis - Milizionäre und Vertreter lokaler Räte haben in der libyschen Hauptstadt Tripolis aufeinander geschossen. Nach Berichten arabischer Reporter kamen bei dem Gefecht in dem Vorort Gergarish am Mittwochabend mindestens zwei Menschen ums Leben. Einwohner erklärten am Donnerstag, in ihrem Viertel habe es einen bewaffneten Konflikt gegeben, nachdem der lokale Übergangsrat Lizenzen für das Tragen von Waffen an eine Gruppe von Männern ausgestellt habe. Eine lokale Miliz habe behauptet, diese Männer hätten früher zu den Truppen von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi gehört.

Übergangsrat keine Kontrolle im Land

Der in Libyen regierende Übergangsrat hat laut Analyse der "International Crisis Group" nicht die Kontrolle über das kriegszerstörte Land. Mehr als 125.000 Libyer sollen unter Waffen stehen. Die Ernennung von Oberst Youssef al-Mangouch zum Generalstabschef der neuen Armee hatte heftige Streitigkeiten zwischen verschiedenen Gruppierungen von früheren Aufständischen ausgelöst, die gegen das Gaddafi-Regime gekämpft hatten.

Streit um Nutzung eines Gebäudes

In Tripolis soll sich der Rat in dem Viertel mit einer Miliz darüber gestritten haben, wer ein bestimmtes Gebäude für sich beanspruchen dürfe. Lokale Medien hatten am Mittwoch gemeldet, in einem anderen Viertel der Hauptstadt habe ein Mann das leerstehende Haus eines Nachbarn angezündet, den er im Verdacht hatte, während des Krieges im vergangenen Jahr seinen Sohn entführt und getötet zu haben.

Die Libyer bereiten sich in diesen Tagen auf die Feiern zum ersten Jahrestag des Beginns ihres Aufstandes gegen das Gaddafi-Regime vor. Die "Revolution des 17. Februar" hatte die mehr als 40 Jahre andauernde Herrschaft Gaddafis beendet, der im vergangenen Oktober von Rebellen getötet wurde. (APA)

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