Gutachten vorgelegt

Kein medizinischer Fehler bei abgewiesener Schwangerer

9. Februar 2012, 11:16
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    foto: apa/herbert neubauer

    Der Leiter der Universitäts-Frauenklinik, Peter Husslein, präsentierte das Gutachten bei einer Pressekonferenz.

  • Am Donnerstag berichteten Peter Husslein und Wolfgang Schütz in einer Pressekonferenz über ihre Erkenntnisse zum Fall.

Diskussion um Verantwortlichkeiten geht nach Präsentation eines deutschen Gutachtens weiter

Wien - Im Fall einer Frühschwangeren, die vor einigen Wochen in Wiener Spitälern nach Blutungen nicht aufgenommen wurde und eine Fehlgeburt erlitt, sei es an der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien im AKH "zu keinem medizinischen Fehlverhalten" gekommen. Das ist das Fazit eines medizinischen Gutachtens aus Deutschland, das von Med-Uni-Wien-Rektor Wolfgang Schütz und dem Leiter der Universitäts-Frauenklinik, Peter Husslein, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag präsentiert wurde. Das Gutachten stammt von Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Schütz wies die Vorwürfe gegen das AKH als ungerechtfertigt zurück: "Es wurde medizinisch völlig korrekt gehandelt, sowohl im AKH als auch in den anderen betreffenden Krankenhäusern." Es sei zwar ein Dokumentationsfehler seitens der behandelnden Ärztin passiert, dieser habe jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Schwangerschaft der Patientin gehabt. Ursache dafür seien die Angaben der Patientin bei ihrer Aufnahme gewesen.

"Hätte die Patientin bei ihrer Aufnahme Blutungen als Grund für den Krankenhausbesuch angegeben, wäre sie anders behandelt worden", erklärte Husslein. "Sie kam aber mit einer Zuweisung zur Geburtsanmeldung und einer Nackentransparenzmessung des Ungeborenen und wurde auch in die dementsprechende Warteschlange gereiht." Erst nachdem die zuständige Fachärztin eine Risikoschwangerschaft ausgeschlossen hatte, habe die Patientin von den Blutungen berichtet.

Blutungen in dieser Phase häufig

In der Nacht zuvor war die Patientin wegen leichter Blutungen ins Krankenhaus Göttlicher Heiland gefahren. Dort wurde sie jedoch nicht aufgenommen, sondern für den nächsten Tag wiederbestellt. Dies sei auch völlig korrekt, da Blutungen in dieser Phase der Schwangerschaft relativ häufig seien und es zudem keine medikamentöse Therapie gebe, sagte Husslein. Da die Patientin im AKH von keinen Verschlechterungen seit dem Krankenhausbesuch in der Nacht zuvor berichtet habe, sei sie von der Ärztin - wie in solchen Fällen üblich - nach Hause geschickt worden. "Eine Aufnahme erfolgt in einem Krankenhaus, wenn es sich um eine starke Blutung handelt, die eine Gefährdung insbesondere der Mutter darstellt", heißt es in dem zitierten Gutachten.

Unmittelbar danach begab sich die Patientin in das Krankenhaus Rudolfstiftung, wo sie jedoch ohne ärztliche Konsultation erst für den nächsten Tag wiederbestellt wurde. Nach dreitägigem stationärem Aufenthalt in der Rudolfstiftung wurde sie nach Hause entlassen, vier Tage später verlor sie ihr Kind.

Patientenanwalt sieht Gutachten skeptisch

Der Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer hingegen sieht das präsentierte Gutachten skeptisch. Er hegt Zweifel, ob das Gutachten "auf einer ausreichenden Befundlage" beruhe, so Brustbauer. Schließlich gebe es seitens des AKH keinen Befund, da die Frau nicht untersucht wurde. Zudem dürfe die Rudolfstiftung, bei der die Patientin letztlich stationär aufgenommen wurde, ihren Befund aus rechtlichen Gründen nicht weitergeben.

Man müsse sich also fragen, auf welchen Daten die Expertise von Gutachter Klaus Friese beruhe. Von einem "Gefälligkeitsgutachten" für das AKH wollte Brustbauer aber nicht sprechen.

MedUni erfuhr MA-40-Vorwürfe aus Medien

"Wir fühlen mit Frau W. und ihrer Familie. Es ist äußerst bedauerlich, dass sie ihr Kind verloren hat, doch ist dieser Verlust nicht auf einen ärztlichen Fehler zurückzuführen", erklärte MedUni-Rektor Schütz bei der Pressekonferenz. Die massiven Vorwürfe der zuständigen MA 40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) im "Kurier" wies er zurück: "Wir wurden bis heute nicht von der MA 40 informiert und erfuhren von dem Bericht selbst erst durch die Medien. Die Vorgangsweise einer objektiven Behörde, die schwere Vorwürfe in den Medien erhebt, ohne dies vorher mit uns abzusprechen, ist unüblich." 

Auch Husslein kritisierte den Bericht der MA 40 scharf. Was im AKH als schwer mangelhaft bezeichnet wurde, sei in der Rudolfstiftung überhaupt völlig ausgeblieben. "Es gab im AKH Kontakt zu einer Ärztin und eine relativ genaue - wenn auch nicht vollständige - Dokumentation. In der Rudolfstiftung hingegen gab es weder ein Arztgespräch noch eine Dokumentation." Dennoch sei die Vorgangsweise in der Rudolfstiftung als vorbildlich gelobt worden, während dem AKH schwere Missstände vorgeworfen würden. Als besonders bedauerlich betrachtete Husslein, dass dieser Fall in der Bevölkerung hohe Verunsicherung auslöse.

KAV-Direktor sieht sich bestätigt

Der Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold, wollte das deutsche Gutachten nicht kommentieren. Das Gutachten bzw. die medizinische Frage sei nicht sein Thema, so Marhold. Ihm gehe es darum sicherzustellen, dass jeder Wiener im Bedarfsfall untersucht werde. Er hat sich am Donnerstag in seiner ursprünglichen Kritik, dass die Frühschwangere im AKH nicht untersucht wurde, bestätigt gefühlt. Husslein habe offenbar eingesehen, dass die Frau untersucht hätte werden müssen, so Marhold.

Schließlich gebe es für alle Wiener Krankenanstalten die Weisung, dass jeder hilfesuchende Patient zu administrieren sei, von einem dazu qualifizierten Arzt untersucht und wenn notwendig aufgenommen werden müsse, betonte Marhold. Insofern sei es "medizinisch, rechtlich und humanitär nicht haltbar" gewesen, die betreffende Frau nicht zu untersuchen.

Nicht nachvollziehen konnte Marhold Hussleins dahingehende Kritik, wonach die Frau auch in der Rudolfstiftung - das Spital gehört zum KAV - zuerst ohne Untersuchung bzw. ohne Arztkontakt nach Hause geschickt worden sei. Es gebe seitens der Rudolfstiftung eine umfangreiche Dokumentation, die belege, dass die Frau in diesem Fall sich für eine reguläre Geburt anmelden wollte. "Sie hat kein Wort über die Blutungen verloren", versicherte Marhold: "Hussleins Vorwurf geht ins Leere." (David Rennert, APA, derStandard.at, 9.2.2012)

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Marlon62
33
12.2.2012, 11:29
Kein medizinischer Fehler bei abgewiesener Schwangerer

Das glaube ich! Ohne Durchführung medizinischer Maßnahmen, die ja verweigert wurden, konnte natürlich auch kein Fehler gemacht werden.

kater bruno
22
12.2.2012, 07:41

Hoffentlich wird dieser bezahlte Gutachter auch einmal in seinen Notfall von einem Spital abgewiesen, da dürfte sein Gutachten schon anders lauten, mit den Anfgangsworten Skandal .......

Dagmar Rehak Wien
 
27
11.2.2012, 19:27

Jetzt wird es schon langsam verdächtig, dass dieser Fall so breitgetreten wird.
Fehlgeburten passieren einfach, und es gibt keine Behandlung dagegen.

Wolfgang Ullram
20
16.2.2012, 08:13
ahjo

wenn du mal mit einer blutung ins spital gehst und net untersucht wirst, rennt das dann unter :

"menschen sterben einfach"?????

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
10
12.2.2012, 23:38

Die "gesundheitsindustrie" samt ärztestand ist grossteils katastrophal u. eine patientenabzocke!

sylli1
01
11.2.2012, 13:59

ist das ding am kopf vom husslein ein totes tier oder ein pepi?

meinrad
02
11.2.2012, 11:18
was is das für ein schmarrn?

jetzt wird seit wochen hin- und herüberlegt, wie die spitäler sich richtig verhalten hätten sollen und es gibt darüber immer noch keine einigkeit - aber gleichzeitig hätten die spitäler genau diese entscheidung ad hoc korrekt treffen sollen. das passt doch ned zusammen.

Marilynn E.
011
10.2.2012, 16:37
also an der geschichte stimmt einiges nicht

geht wegen blutungen in den gh. dort verordnet man ihr medikamente und bettruhe und bestellt sie zur kontrolle.

am nächsten tag geht sie ins akh, um sich zur geburt anzumelden. erwähnt erst, nachdem die geburtsanmeldung abgelehnt wurde, die blutungen. sagt auch, daß sie eh schon im gh war und sich seither nix verändert hat.

geht dann in die rudolfsstiftung und ERWÄHNT MIT KEINEM WORT IHRE BLUTUNGEN, sondern will sich ebenfalls zur geburt anmelden.

ganz offensichtlich kam die frau weder ins akh noch in die rudolfsst. um sich wegen blutungen untersuchen zu lassen, sondern um sich anzumelden. so schlimm und stark können die blutungen nicht gewesen sein.

und getan wird so als hätte das akh eine blutenden hilfesuchende abgelehnt.

Halbmond
21
10.2.2012, 13:04
Wem soll ich glauben?

Denen Ärzten oder der Dame die das miterleben mußte....?

RS69
 
00
10.2.2012, 13:59

Beiden gleich?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
61
10.2.2012, 23:51

Die akh-ärztin verweigert die notwendige untersuchung u. behandlung - das ungeborene kind stirbt, die mutter leidet!
Wem von den dreien wollen sie glauben?

RS69
 
00
11.2.2012, 08:24

In Unkenntnis der Details allen Beiden gleich.

Proconsul
11
11.2.2012, 06:15

Niemand hat eine Untersuchung verweigert. Lesen sie vielleicht nochmal den Artikel oben.

Cielito Lindo
11
12.2.2012, 21:11

Sie wurde im AKH nicht untersucht, sondern nach Hause geschickt. Daran ändert auch kein dt. Gutachten etwas.

Angelika70
57
10.2.2012, 11:34

Hat die Frau ihren Opferstatus und ihre Bemitleidenswertigkeit bereits durch Auftritte bei Vera oder zumindest Karlich geadelt?

Ist ja wie im Film! Arme schwangere Frau gegen den undurchdringbaren Moloch einer männerdominierten Machtgesellschaft namens Ärzteschaft.

Da muss doch noch was gehen!

PS.: Jeder, der sich den Bericht zum Hergang kritisch durchliest, muss zu ähnlichen Schlüssen kommen.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
81
10.2.2012, 23:53

Das anpatzen von kritikern bzw. leidtragenden ist eine klassische, üble mafiamethode!

Marilynn E.
15
10.2.2012, 16:41
ja, finde das auch sehr dubios.

wenn ich so sorge wegen blutungen habe, wieso gehe ich dann im ersten spital nicht zur kontrolle, im zweiten zur geburtsanmeldung und im dritten erwähne ich mit keinem wort meine blutungen, sondern will mich zur geburt anmelden?

offenbar fand sie sich ausreichend hinsichtlich der blutungen versorgt im göttlichen heiland. hat deshalb auch im akh nicht gepuscht und sich damit zufrieden gegeben, daß die ärztin gesagt hat, wenn sich nix verändert hat, dann kann man außer bettruhe und den medikamenten eh nichts machen.

erst als man sie dann in der rudolfsstiftung am nächsten tag untersuchte und rauskam, daß doch was gröberes war, hat sie offenbar das gefühl bekommen, daß man im akh auch mehr hätte tun sollen. ein kommunikationsdefizit.

Gerhard Polak
40
10.2.2012, 14:56
Sie wurde von einer Ärztin nach Hause geschickt

fragen Sie bei Gelegenheit nach, ob bei ihr etwas zwischen den Beinen baumelt. Männerdominiert fällt bis zum bewiesenen Gegenteil mal weg.

deja vu
21
10.2.2012, 12:13

Darf man raten? Sie arbeiten als Arzt, Krankenpfleger, Raumpfleger oder sonstirgendetwas .... und sind der Beschützer aller Ärzte.

Angelika70
13
10.2.2012, 13:41

Falsch geraten.

goldene mitte
11
10.2.2012, 10:54
wer hätte das gedacht...

Rafflesia
 
32
10.2.2012, 10:48
eine Krähe hackt der anderen kein Aug aus...

Angelika70
22
10.2.2012, 10:57

Jetzt denkens doch einmal selbständig und betens nicht dauernd nach, was ihnen der Boulevard vorpredigt.

triage
42
10.2.2012, 10:38
Neulich im AKH

Hörns, tschuidigns, höfns ma bittschen, i find den Weg zur U-Bahn net!

Wos? A Hüfe brauchens?? Kummans glei amoi mit!

Wieso mitkumman? I suach den Weg zur U-Bahn!!

Sie hobn grod gsogt, sie brauchen a Hüfe. Oiso. Mir hobn do a Weisung! Mitkumman!

Na, na, i wü net! Hüfe!! Hüüüüfe!!!!

Do schau, scho wieda! Oiso ka Widerrede! Fredl, bind eam glei nieda! Glei amoi a Röntgen und a Blutabnahme. Am nochmittog dann Darmspiegelung. Is nur zu Ihrem Besten. Mir hobn do nämli vor aniger Zeit an bleden Foll ghobt...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
10.2.2012, 23:56
Zynismus ist ein Leiden!

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