Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 589x719Eine Skizze des geplanten Stupa und ein Überblick, wo die Anlage gebaut werden soll. Quelle: Treff.Punkt.Gföhl
vergrößern 589x714Neben dem Stupa soll auf dem Gelände auch ein buddhistisches Kloster entstehen.
Gföhl - "Kleine Stadt mit großem Herz" steht auf der Homepage von Gföhl (Bezirk Krems). Ob sich der Slogan auch auf Toleranz bezieht, wird sich am kommenden Sonntag zeigen: Dann sind die Bürger der Waldviertler Gemeinde nördlich von Krems nämlich aufgerufen, über einen buddhistischen Stupa-Bau zu entscheiden. Das Projekt einer Wiener Stiftung ist nicht unumstritten, zuletzt ließ die Stadt-FPÖ sogar die Koalition mit der ÖVP platzen.
Dem Wortlaut nach geht es in der Volksbefragung darum, ob das betreffende Grundstück für die Errichtung des Sakralbaus umgewidmet werden soll. Bürgermeister Karl Simlinger (ÖVP), der für das Vorhaben eintritt und sich nicht zuletzt auch touristische Impulse für Gföhl erwartet, hofft auf Zustimmung der Bevölkerung. Die Leute seien aber geteilter Meinung, ein Ergebnis daher für ihn nicht abschätzbar, meinte er. Zudem sei auch nicht vorauszusehen, ob überhaupt genügend Wahlberechtigte an der Befragung teilnehmen (mindestens 50 Prozent, Anm.), um ein für den Gemeinderat bindendes Ergebnis zu erzielen.
Größtes Weltfriedensdenkmal Europas
Hinter dem Projekt stehen die Lotos-Lindmayer-Privatstiftung und der Pyung Hwa Sa Friedensverein, Projektleiter ist der südkoreanische Mönch Bop Jon Sunim, der auch einen Stupa in Ungarn realisiert hat. Den Informationen auf der Homepage zufolge soll auf einer Anhöhe im Osten von Gföhl das größte Weltfriedensdenkmal Europas entstehen. Neben dem Stupa mit einer Halle für 100 bis 150 Personen (Durchmesser: 20 Meter) ist auf dem zwei Hektar großen Areal ein rund 600 Quadratmeter großes Gebäude mit Gemeinschaftsräumen, sieben Wohnstudios für die Ordensmönche und -nonnen sowie Meditationsräumen geplant. Dazu kommen ein Kiosk mit Sanitäranlagen und Parkflächen für Besucher, gerechnet wird mit 3.000 bis 5.000 Gästen pro Jahr. Kulturpolitisch sei eine Zusammenarbeit mit den Waldviertler Stiften und Schlössern angedacht.
In der über lokale Grenzen hinausgehenden Diskussion hatten u. a. BZÖ-NÖ-Chef Ewald Stadler und die FPÖ ihre Ablehnung bekundet. Namhafte kirchliche Persönlichkeiten mahnten eine "sachliche und respektvolle Diskussion" ein, die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft sprach einen Toleranz-Appell aus. Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng äußerte hingegen Vorbehalte - er wunderte sich nicht nur über den Standort, sondern teilte auch mit, dass er das Projekt "sicher nicht befürwortet" hätte, wäre er gefragt worden.
Zwei buddhistische Mönche vor Ort
Egal wie das Votum ausfallen werde, wichtig sei der Kampf für den inneren Stupa, für die ins Herz gepflanzte Friedensvision, meinte Elisabeth Lindmayer. Bop Jon Sunim habe viele Menschen aufgerüttelt, erklärte Lindmayer, die sich über die "immer mehr werdenden" positiven Stimmen freue - auch aus Gföhl, wo viele Menschen für das nicht nur für Buddhisten gedachte Friedensdenkmal seien. Sie betonte, dass in dem Gebäude zwei Mönche leben würden, um - wie in Wien an der Donau - den Stupa zu beaufsichtigen. Die Finanzierung würde vorwiegend durch Spenden getragen, konkreten Zeitplan für die Errichtung gebe es noch keinen, sagte Lindmayer unter Verweis auf die abzuwartende Volksbefragung.
In einer Reaktion auf die jüngsten Äußerungen von Bischof Küng erinnerte Lindmayer in einem Brief daran, dass Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., die erste deutsche Übersetzung des Lotus-Sutra aus seiner Privatschatulle gesponsert habe. Der Stupa sei ein Erleuchtungsturm und Symbol von Buddhas Lehre. "Möge die Gabe der Freundschaft, die wir den Menschen anbieten, ein Schlüssel zu einem Dialog sein", heißt es. Es gebe keinen wahren Grund für Vorbehalte gegen den Buddhismus, der zur Entwicklung zu mehr Liebe, Weisheit und Mitgefühl beitrage. (APA)
Arbeit am Erwachen: Vor 30 Jahren, unter Bruno Kreisky, wurde die Lehre vom Mitgefühl mit allen Wesen in Österreich zur Bekenntnisreligion
Justizministerin sieht "Rückkehr zur Normalität"
"Herabwürdigung religiöser Lehren, der Verhetzung und der Verleumdung"
"Initiative gegen Kirchenprivilegien" will religiöses Ritual in Österreich rechtlich bekämpfen - IGGiÖ und IKG äußern sich vorerst nicht
Kabinett beschloss Gesetzentwurf
Eingriff weiterhin erlaubt, Eltern müssen sich aber über Risiken aufklären lassen
Die schwarz-gelbe Regierung will die Beschneidung bei Buben unter Auflagen erlauben
Als erstes deutsches Bundesland stellt Berlin klar, dass Beschneidungen künftig straffrei bleiben. Doch die Erlaubnis für den Eingriff wird an drei Bedingungen geknüpft. Das empört die jüdische Gemeinde, die von einer "flagranten Einmischung" spricht
Deutsche Regierung will rasch Gesetz vorlegen, das den Eingriff unter Auflagen erlaubt
Justizministerium verneint in Stellungnahme Strafbarkeit - LH Wallner: "Ging mir nie um die Einschränkung der Religionsfreiheit"
In Israel ist die Beschneidung die absolute Norm. Kritiker dieser Tradition organisierten sich erst ab Mitte der 1990er-Jahre. Angeheizt wurde die Diskussion durch eine kritische TV-Dokumentation
In der Debatte um Beschneidungen haben sich alle Religionsvertreter zusammengeschlossen
Die Beschneidung sei das Herzstück des Judentums und damit unverzichtbar, erklären Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft. Österreich müsse strategisch entscheiden, religiöses Leben in seiner Gesamtheit zuzulassen
Justizministerium antwortet auf Vorarlberger Anfrage
Religionsgemeinschaften fordern Bekenntnis der Regierung zur Religionsfreiheit - Justizministerin Karl sieht "keinen Handlungsbedarf"
Ärztekammer bringt Pflegschaftsgericht ins Spiel
Kärnten und Steiermark wollen bis zur Klärung keine bzw. nur "sehr zurückhaltend" Beschneidungstermine annehmen
Unbeschnittene Männer würden nicht mit giftigen Bakterien im Penis herumlaufen, entkräftet der Linzer Jurist Bruno Binder medizinische Argumente für eine Beschneidung
Gesundheitsminister sieht "aufgesetzte" Diskussion, Justizministerium erkennt kein Problem, Religionsvertreter sind hörbar verärgert
Landeskrankenhäuser entscheiden selbst über die Durchführung von Beschneidungen - UN-Berichterstatter besorgt über aggressiven Ton
Auf Zuruf der FP legt Landeschef Wallner (VP) den Vorarlberger Ärzten nahe, keine Beschneidung aus religiösen Gründen durchzuführen. "Purer Populismus", sagt die SP zu der aus Deutschland importierten Debatte
Bundestag soll über Antrag abstimmen
Jüdische und islamische Religionsgemeinschaften sprechen von "antireligiösen Fundamentalisten" und "Unruhestiftern"
Laut Justizministerium "nach herrschender Lehre" straffrei - Regelung für ÖVP, SPÖ und BZÖ ausreichend, Grüne wünschen sich Debatte
Islamische Glaubensgemeinschaft sieht Selbstbestimmungsrecht verletzt - Urteil für Israelitische Kultusgemeinde "kein Präzedenzfall"
Der Buddhismus war um 1500 aus Indien fast verschwunden, nachdem ihn muslimische Eroberer schon im 12. Jarhundert in seinen bisherigen Kerngebieten vernichtet hatten. In Gestalt der christlichen Mission erwuchs dem Buddhismus seit dem frühen 16. Jahrhundert, also im Zeitalter des Kolonialismus, ein neuer Gegner. Die engen Beziehungen kolonialer Machtinteressen und christlicher Mission sind ja hinlänglich bekannt. nehmen. Nachdem diese Gebiete Ceylons 1636 unter hollän-dische Herrschaft gerieten, mußte die Bevölkerung protestantisch werden; es wurden nicht nur Buddhisten und Hindus, sondern auch die Katholiken verfolgt. Im Königreich von Kandy wurde ihnen freie Religionsausübung garantiert, wie es alter buddhistischer Tradition entspricht.
Schon zur Zeit des 7. Dalai Lama (Kesang Gyamts, 1708-1747 oder 1757) waren christliche Missionare in Tibet wohlgelitten und konnten in Lhasa sogar eine Kirche erbauen und, nachdem sie dort selbst das Tibetische und den Buddhismus in den theologischen Fakultäten studiert hatten, Verteidigungsschriften ihres Glaubens in Tibetisch verfassen (der Jesuit Ippolito Desideri, 1716-1721; die Kapuziner 1707-1711, 1716-1733, 1741-1745) (Quelle: Rolf A. Stein „Die Kultur Tibets, Edition Weber ).
und wo sind ihre aufschreie bei neuen kirchenbauten? ich z.b. brauche keine religion. wenn ich aber nicht gegen kirchenbauten bin, dann zwingt mich die idee der aufklaerung dazu, genauso agnostisch gegenueber anderen religioesen bauten zu sein, solange ich keine evidenz habe, dass die leute, die dahinter stehen, ziele wie bspw. gewalt verfolgen.
missbrauchen's also heine nicht fuer ihren kreuzzug.
und außerdem könnte es sich beim grillgut um den eigenen großvater handeln. so die vorstellung mancher buddhistischer schulen
http://derstandard.at/132850729... ntlichkeit
Ich frage mich, welchen Sinn macht ein derart repräsentatives und großes Gebäude ohne Gläubige?
Ist ja nicht so, dass der Buddhismus eine große Glaubensgemeinschaft in Öst. wäre, oder es noch keine gar Stupas geben würde (siehe zB Wien)!
Für eine Religion die weltliche Dinge so gering schätzt, ist das doch sehr materialistisch gedacht.
Zum anderen - Buthan (tibet. Buddhismus Staatsreligion) gehört zu den Ländern mit ausgeprägter Christenverfolgung.
Haben der Dalai Lama oder andere schon mal etwas dazu gesagt?
sie posten hier ja staendig denselben bloedsinn. konkretisieren sie den vorwurf der christenverfolgung und geben sie quellen dafuer an. bhutan hat gesetzliche religionsfreiheit. in der praxis werden nicht-buddhistische missionarische taetigkeiten stark behindert. das ist aber alles andere als "verfolgung". also: was genau heisst verfolgt? welche konkreten faelle koennen sie nennen.
und zweitens (und noch wichtiger): selbst wenn es so waere, heisst dies nicht, dass man grundsaetzlich buddhistische einrichtungen hierzulande nicht dulden sollte. diese "logik" waere typisch fuer rechtsrechte.
was sie hier betreiben erinnert aber ohnehin an einen kreuzzug ... zumindest in der laecherlichen variante von strache.
Wir sind aber kein "Christenstaat", weil bei uns EIGENTLICH Staat und Religion getrennt sein müsste. Von daher ist das Argument, dass in einem anderen Staat, der den Buddhismus als "Staatsreligion" eine eventuelle Christenverfolgung existiert oder existiert hat einfach nicht gültig. In Österreich zwingt dir der Staat keine Religion auf, die kannst du dir selber aussuchen.
Du weißt wie man goggelt (Google.at)?
Falls nicht: zB wurde in Buthan ein Protestant zu drei Jahren Haft verurteilt (dabei wollte er gar keine Kirche bauen).
Was den "Blödsinn" betrifft, ich würde hier auch lieber gute Argumente lesen, aber die sind leider eine Rarität.
Natürlich nicht bei dir...
a) nennen sie noch immer keine quelle.
b) ich weiss wie man googelt und komme - wenn es um religionsfreiheit in bhutan geht - allerdings auf keine faelle von "verfolgung" von christen.
c) ist mir ein "sie" lieber ... speziell, wenn es um kommunikation mit leuten wie ihnen geht.
und die armen Christen werden urgemein verfolgt in Buthan - steht zumindest in den ersten 30 googel links - die - komischerweise - alle von erkonkonservativen christlichen Vereinigungen stammen ... jetzt frag ich mich grad warum ich mit einer Tochter des Königs in Wien studiert hab - in so einem urbösen christlichem Land .... tztztz ...
da könnten Touristen kommen, da könnte die lokale Wirtschaft (Gasthäuser, Bauwirtschaft,..) profitieren, da könnte Gföhl sogar bekannt werden.
Na lieber nicht, da holen wir uns lieber Förderungen für strukturschwache Gebiete...
Wundert mich nicht, dass der Standard nur die Religionsfrage in den Vordergrund spielt. Dass die Gemeinde aber einiges investieren müsste, es aber keinerlei Verträge mit regionalen Zulieferern gibt, die zur Arbeitsplatzsicherung beitragen würden und dass die Bürger den Eindruck haben, dass es sich manche eben mit Widmungen richten können, während andere ewig hingehalten werden, wird völlig außer Acht gelassen.
Das Schwarz-Weiss-Denken der politisch korrekten verlangt ein Feindbild, das der Artikel willig liefert: "Wer dagegen stimmt, ist böse und intolerant".
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.