Vorbeugemaßnahme wegen geringer Stromproduktion aus Windenergie: Deutsche Versorger griffen auf österreichische Kraftwerke zurück
Berlin - Aufgrund eines drohenden Engpasses bei der Stromversorgung
haben die vier deutschen Netzbetreiber Medienberichten neuerlich auf
Reservekapazitäten in Österreich zurückgegriffen.
Es handle sich bereits um den zweiten Zugriff in diesem Winter auf die
sogenannte "Kaltreserve". Dabei wurde nach Informationen der "FTD" auch erstmals
ein Reservekraftwerk in Deutschland eingesetzt. Demnach lief zwischen 7.00 und
17.00 Uhr ein Steinkohle-Generator der Großkraftwerke Mannheim.
Bereits Anfang Dezember hatten die deutschen Versorger auf Strom aus den EVN-Kraftwerken Korneuburg und Theiß sowie
aus einem Verbund-Ölkraftwerk bei Graz zurückgegriffen (derStandard.at hat berichtet). Die deutsche
Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Sommer vorsichtshalber rund tausend
Megawatt Leistung zur Stabilisierung des deutschen Netzes reserviert. Die Hälfte
dieser Kapazität wurde der "FTD" zufolge am Mittwoch abgerufen.
Dabei handelte es sich nach Angaben einer Sprecherin der
Betreibergesellschaft Tennet um eine Vorbeugemaßnahme, da in den Abendstunden
nur eine geringe Stromversorgung aus Windenergie vorhergesagt worden sei, wie
das "Handelsblatt" berichtete. Ob auch in den kommenden Tagen Bedarf besteht,
auf die Notreserve zurückzugreifen, wollen die Netzbetreiber den Angaben zufolge
in Absprache entscheiden. (APA)