2.000 Euro für 22 Jahre alte Pommes frites

9. Februar 2012, 10:37
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Schadenersatz da Aufbewahrungspflicht verletzt wurde

München - Eine Kunstgalerie muss für zwei 22 Jahre alte und inzwischen verschollene Pommes frites 2.000 Euro Schadenersatz zahlen. Das Oberlandesgericht München entschied am Donnerstag, dass die Galerie ihre Aufbewahrungspflicht verletzt hat.

Zwar befasste sich das Gericht nicht mit der Frage, ob die Pommes, die 1990 als Vorlage für ein Objekt in Kreuzform aus feinstem Gold namens "Pommes d'or" dienten, selbst Kunst waren. Aber sie hätten allein deshalb einen wirtschaftlichen Wert: Eine Zeugin habe glaubhaft angegeben, dass sie die Pommes frites gerne um 2.500 Euro gekauft hätte.

Abgüsse aus Gold

Von den beiden Pommes waren Abgüsse aus Gold gefertigt und 1990 in Ausstellungen gezeigt worden. Die frittierten Kartoffelstäbchen selbst aber seien keine Kunstobjekte, hatte die Galeristin Andrea Tschechow ausgesagt: "Das waren nicht vom Künstler signierte Objekte - es waren Belegstücke." Der Künstler habe sie 2005 bei der Trennung von der Galerie wohl mit sämtlichen anderen Dingen zurückerhalten.

Allerdings habe sie noch drei andere Pommes-Paare, die Bohnenberg ihr damals geschenkt habe. Der Anwalt des Künstlers, Louis Peters, argumentierte: "Sie sagen, es ist keine Kunst" - und trotzdem habe sie diese alten Pommes aufgehoben."

 

Eine mit dem Künstler befreundete Sammlerin aus Köln sagte als Zeugin aus, sie hätte die alten Pommes für 2.500 Euro kaufen wollen - schließlich sei alles teurer geworden. "Wir haben etliche Sachen von Stefan Bohnenberger, und das würde gut in unsere Sammlung passen", sagte die Rentnerin. (APA)

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