Schuldenkrise belastet Österreichs Wirtschaft

9. Februar 2012, 10:15
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Die heimische Wirtschaft dürfte im ersten Quartal nicht wachsen, wiewohl auch Anzeichen einer Konjunkturstabilisierung zu erkennen seien

Wien - Österreichs Wirtschaft ist nach Feststellung des heimischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) durch "ungelöste Probleme in der Europäischen Währungsunion" belastet. Durch die ungünstige Entwicklung im Euro-Raum sei im 2. Halbjahr 2011 die weltweite Konjunktur gedämpft worden, und auch die österreichische Wirtschaft habe im Vorjahr erheblich an Dynamik eingebüßt. Die heimische Wirtschaft dürfte im 1. Quartal nicht wachsen, wiewohl auch Anzeichen einer Konjunkturstabilisierung zu erkennen seien.

Die Unsicherheit von Privathaushalten und Unternehmen wegen der anhaltenden Vertrauenskrise bezüglich der öffentlichen Finanzen sowie die Verschärfung der Sparanstrengungen in fast allen Ländern des Euro-Raumes schwächen die Nachfrage, erklärte das Wifo am Donnerstag in seinem monatlichen Konjunkturbericht. Die Konjunkturindikatoren würden auf eine Stagnation der Wirtschaft im Euro-Raum im Schlussquartal 2011 sowie im ersten Vierteljahr 2012 hindeuten.

Für Österreichs Wirtschaft hätten sich die Impulse aus dem Ausland aufgrund der schwachen Entwicklung im Euro-Raum verringert. Privatkonsum und Ausrüstungsinvestitionen würden sich dagegen weitgehend stabil entwickeln. Im 4. Quartal dürfte sich das heimische Wirtschaftswachstum neuerlich verlangsamt haben - die Wifo-Schnellschätzung zum BIP Ende 2011 kommt nächsten Mittwoch.

Die künftige Entwicklung der österreichischen Wirtschaft werde im Wifo-Konjunkturtest ungünstiger eingeschätzt als die aktuelle Lage. Das deute auf eine Fortsetzung der Stagnation in der ersten Jahreshälfte 2012 hin. (APA)

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    Die österreichische Wirtschaft kann sich den Folgen der Schuldenkrise nicht entziehen - für das erste Halbjahr erwartet das Wifo Stagnation.

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