Schweizer Großbank

Massiver Gewinneinbruch bei Credit Suisse

9. Februar 2012, 08:40

Die Schweizer Großbank verzeichnet 2011 einen kräftigen Gewinneinbruch - Banker-Boni werden gekürzt

Zürich - Turbulenzen auf den Finanzmärkten und enorme Kosten für den Umbau des eigenen Konzerns haben bei der Credit Suisse einen unerwartet hohen Gewinneinbruch von 62 Prozent verursacht. Das Jahresergebnis der weltweit tätigen Schweizer Großbank stürzte 2011 unterem Strich auf 1,95 Mrd. Franken (1,61 Mrd. Euro) ab - nach einem Gewinn von 5,1 Mrd. Franken im Jahr zuvor.

Für das vierte Quartal gab der zweitgrößte Schweizer Finanzkonzern gar einen Verlust von 637 Mio. Franken bekannt, ein Jahr schlug noch ein Plus von 841 Mio. Franken zu Buche. CS-Chef Brady Dougan nannte das Ergebnis schlicht "enttäuschend". Es widerspiegle allerdings das schwierige Marktumfeld.

Dougan verwies auf hohe Kosten für den als Reaktion auf die Probleme an den Finanzmärkten in Gang gesetzten Konzernumbau mit der Streichung von 3.500 Stellen, den Rückzug aus verschiedenen Geschäftsfeldern sowie den Abbau von Risikopapieren. Insgesamt kostete das die Bank rund eine Milliarde Franken. Dem Vorstand zufolge wirkt sich die Kostenbremse inzwischen positiv aus. Man sehe einen "Trend zur Verbesserung".

Dividende wird gekürzt

Angesichts der empfindlichen Einbußen kürzte sich die Konzernleitung die Boni fürs vergangene Jahr um 57 Prozent. Der Topf für "variable Vergütungen" für die anderen Banker sei um 41 Prozent geringer gefüllt als im Vorjahr. Mit weniger müssen sich auch die Aktionäre zufrieden geben. Sie erhalten 0,75 Franken Dividende pro Anteilsschein, nach 1,30 Franken im Vorjahr. Außerdem hat die Bank für eine mögliche Strafzahlung in den USA knapp 300 Mio. Franken zurückgelegt.

Besonders schlecht lief es für die CS - wie auch bei deren Konkurrenten - im Investmentbanking. Es bescherte der Bank im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 1,31 Mrd. Franken nach einem Plus knapp 560 Mio. Franken vor Jahresfrist. Weniger dramatisch war der Quartalseinbruch im Private Banking. Bei der Verwaltung großer Vermögen verbuchte die CS einen Vorsteuergewinn von 467 Mio. Franken - was allerdings nur etwa der Hälfte des vergleichbaren Ergebnisses im Jahr 2010 entsprach. Der Lichtblick: Im Private Banking konnte die CS 2011 neue Einlagen in Höhe von 44,5 Mrd. Franken einsammeln - maßgeblich dank potenter Kunden in den aufkommenden Märkten der sogenannten Schwellenländer.

Ein Ergebnis, das schlechter als erwartet ausfiel, hatte zu Wochenbeginn auch die Schweizer UBS bekanntgeben müssen. Nach einem durch den Zocker-Skandal bei der UBS in London sowie die Schuldenkrise verhagelten Jahr 2011 brach der Gewinn der global aufgestellten Großbank um 44 Prozent auf 4,2 Mrd. Franken ein. (APA)

Ischgl
01
Amerikanische Bank mit Schweizer Namen

Das Problem dieser Bank ist die bestimmende Führungsriege, die allesamt aus den USA kommt. Neben ein paar VorzeigeSchweizern oder Deutschen ist dieses Institut fest in Amerikanischer Hand. Bei der Credit Suisse erinnert nur noch der Name an die Schweiz. Der CEO, Brady Dougan hat nicht einmal seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz. Kein Wunder, dass diese Bank Ihre Kompetenz und Ihre Anerkennung an den angestammten Märkten und Geschäftsbereichen verliert. Die Schweiz ist nicht Europa und Europa ist nicht die USA. Aber erzählen Sie das mal einen Ami.... Der wird das nie verstehen - wollen-

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
mei, oam, nur noch 1,6 Milliarden

die Aktionäre werden statt der 300m Yacht nur noch die 250m lange ordern können

cst
00
Alles ist relativ.

Unter Berücksichtigung der Grösse dieser Bank (die österreichischen Institute sind im Vergleich allesamt Zwerge) und zu den Gewinnen der letzten 10 Jahre ist das tatsächlich sehr wenig und könnte unter noch schlechteren Randbedingungen locker auch ins Negative ausschlagen. Und mit den Aktionären hat das so direkt auch nur bedingt etwas zu tun, die Ausschüttung an diese ist zudem auch mager. Bitte also nicht nur dumme Floskeln posten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.