Stuttgart konnte Münchner nicht fordern - Hertha verliert gegen Borussen in der Verlängerung - Hoffenheim rutscht aus
Köln - Rekordgewinner Bayern München, Borussia
Mönchengladbach und Zweitligist SpVgg Greuther Fürth sind dem deutschen
Fußball-Meister Borussia Dortmund ins Halbfinale des DFB-Pokals gefolgt,
für die Trainer Holger Stanislawski und Michael Skibbe wird die Luft
dagegen immer dünner.
Bayern ohne Robben
Die Bayern gewannen nach Toren eines starken Franck Ribéry
(30.) und von Mario Gomez (46.) den Südschlager beim VfB Stuttgart mit 2:0
(1:0) und tanzen weiterhin auf allen drei Hochzeiten. Stuttgart, in
der Liga nach sieben Spielen ohne Sieg Elfter, muss seine wohl letzte
Hoffnung auf den Einzug in die Europa League begraben.
Robben saß
nur auf der Bank, Schweinsteiger verletzte sich am Sprunggelenk und
musste früh raus (17.). Wie schwer die Blessur ist, sollte am Donnerstag
in München eine Röntgenuntersuchung zeigen. "Wir hoffen, dass es
vielleicht nur eine Kapselverletzung ist", sagte Sportdirektor Christian
Nerlinger bei Sky. ÖFB-Teamspieler David Alalba ersetzte den verletzen Spielmacher im zentralen Mittelfeld.
"Man kann sagen, dass wir ein hervorragendes
Spiel gemacht haben. So einigermaßen stellt man sich das vor", sagte
Bayerns Nationalspieler Toni Kroos. Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich
erklärte dagegen enttäuscht: "Uns hat heute ein bisschen der Mut
gefehlt. Nach vorne haben wir wenig zustande gebracht. Das war auf jeden
Fall wieder ein kleiner Rückschritt. Jetzt müssen wir uns wieder
aufraffen."
Glücklose Hertha
Der Bundesliga-Vierte Mönchengladbach siegte
dank eines umstrittenen Foulelfmeters von Filip Daems (101.) mit 2:0
(0:0, 0:0) nach Verlängerung bei Hertha BSC, dessen Coach Skibbe im
vierten Spiel die vierte Niederlage kassierte. Gleichzeitig platzte für
die Hertha abermals der Traum vom Pokalfinale im eigenen Stadion.
Gladbach reichte im
"Gefrierschrank" Olympiastadion eine durchschnittliche Leistung und die
Hilfe von Schiedsrichter Felix Brych zum Sieg gegen engagierte, aber
glücklose Berliner. Für hitzige Diskussionen sorgte die entscheidende
Szene vor dem Tor in der 101. Minute. Hertha-Verteidiger Roman Hubnik
hatte Gladbachs Stürmer Igor de Camargo im Strafraum nach Meinung des
Unparteiischen eine Kopfnuss verpasst, der Belgier ließ sich spektakulär
fallen. Hubnik sah für seine dumme Aktion die Rote Karte, Daems
verwandelte den Elfmeter.
"Ach, du großer Gott. Um Gottes Willen",
sagte Hertha-Trainer Skibbe beim Studium der TV-Bilder und konnte sich nur schwer im Zaum halten: "Was der
Schiedsrichter da gepfiffen hat, war die Krönung. Hier waren 50.000 Mann
im Stadion, keiner hat das gesehen. Unglaublich, unfassbar." In der
zweiten Minute der Nachspielzeit machte der gerade eingewechselte Oscar
Wendt mit dem 2:0 alles klar.
Drei Tage vor dem Liga-Topspiel am
Samstag gegen Schalke 04 beschränkte
sich die Borussia vor 47.465 Zuschauern auf konzentrierte Abwehrarbeit
und gelegentliche Konter. Das allerdings reichte, um erstmals seit acht
Jahren wieder das Halbfinale zu erreichen und vom vierten Pokal-Triumph
zu träumen. Zuletzt hatten die Gladbacher 1995 gegen Wolfsburg (3:0) den Cup
gewonnen. Die Berliner, deren Amateure 1993 ein Finale im
Olympiastadion spielen durften, können sich nach dem Pokal-K.-o.
zumindest auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren.
Stanislawski unter Druck
Fürth
gewann durch einen Treffer von Torjäger Olivier Occéan (44.) beim
Erstligisten 1899 Hoffenheim mit 1:0 (1:0) und zog erstmals ins
Halbfinale ein. Der erst im Sommer verpflichtete
Coach Stanislawski steht bei Hoffenheim nun vor dem Aus, nachdem ihn
Klubmäzen Dietmar Hopp nach den zuletzt schwachen Leistungen in der
Bundesliga angezählt und ohne Wenn und Aber den ersten Halbfinaleinzug
der Hoffenheimer im Pokal verlangt hatte. Angeblich hat 1899-Manager
Ernst Tanner bereits Kontakt zu Markus Babbel aufgenommen, der im Winter
Hertha BSC verlassen hatte.
Auch
in Hoffenheim war ein Platzverweis mitentscheidend. Compper hatte sich
nach einem Schubser gegen Christopher Nöthe nicht im Griff und leistete
sich während der anschließenden Rudelbildung noch einen Wischer in das
Gesicht von Stephan Fürstner, was von Schiedsrichter Marco Fritz zu Recht mit der Roten Karte geahndet wurde. Wenig später machte
Occéan die erste Halbfinalteilnahme der Gäste perfekt, die in der Runde
zuvor den Lokalrivalen 1. FC Nürnberg hinausgeworfen hatten.
Stanislawski bezeichnete die Diskussionen um
seine Person kurz nach dem Abpfiff bei Sky als "zweitrangig". Er sei
vielmehr stolz auf seine Spieler: "Das ist richtig enttäuschend für
uns, weil wir eine richtig gute Partie geboten haben. Wir waren auch mit
zehn Mann das bessere Team und hatten genug Chancen." Gästetrainer Mike
Büskens, der nach dem Spiel alle seine Spieler herzte, meinte: "Alles
in allem geht der Sieg in Ordnung. Allerhöchsten Respekt. Was die
Jungens leisten, ist sensationell."
Die Halbfinalpartien werden am Samstag im "aktuellen
sportstudio" des ZDF durch die deutscheNationalspielerin Kim Kulig ausgelost.
Ausgetragen werden die Spiele am 20. und 21. März. (SID)