Summe steht "in keinem Verhältnis" zu Leiden der Opfer
Vatikanstadt - Die zahlreichen bekannt gewordenen Fälle
von Kindesmissbrauch haben die katholische Kirche nach Schätzungen
von US-Experten mehr als zwei Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden
Euro) gekostet. Bei einer Konferenz in Rom über die
Missbrauchsskandale der Kirche schätzten zwei Mitarbeiter eines
US-Hilfswerks am Mittwoch diese Summe als "vermutlich vernünftig"
ein. In ihre Rechnung bezogen Michael J. Bemi und Patricia Neal die
Kosten für Entschädigungen, Untersuchungen, Prozesse und die
Behandlung von Opfern ein.
Diese Summe stehe jedoch "in keinem Verhältnis" zum Verlust der
Unschuld der betroffenen Kinder und Erwachsenen, erklärten sie. "Für
eine einzelne Seele gibt es keinen Preis." Bemi und Neal wiesen die
Konferenzteilnehmer auf zahlreiche psychische Krankheiten hin, unter
denen die Opfer leiden, ihre langwierige Behandlung und auf die
angerichteten innerfamiliären Schäden. Die beiden Experten leiten ein
Kinderschutzprogramm des US-Hilfswerks National Catholic Services.
Papst Benedikt XVI. hatte die viertägige Konferenz Montag
eröffnet. Dort diskutieren rund 200 Würdenträger und Kirchenexperten
aus aller Welt hinter verschlossenen Türen über Maßnahmen zur
Verhinderung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen
Kirche. Die Konferenz endet am Donnerstag. (APA)