Uni Wien

Tauziehen um freie Hortplätze am Unicampus

8. Februar 2012, 19:58

Eltern kritisieren Kriterien des Vereins StudentInnenkinder

Wien - Die ungewisse Zukunft des Studentenkindergartens am Unicampus - dem ältesten elternverwalteten Kindergarten Österreichs - lässt die Wogen hochgehen. Wie berichtet, liegen der Verein StudentInnenkinder und die ÖH der Uni Wien miteinander im Clinch, dabei geht es in erster Linie um die Vergabe der heißbegehrten Hortplätze, bei der nach Ansicht der ÖH nicht die richtigen Kriterien angelegt werden. Dem Verein droht der Rausschmiss aus dem Alten AKH.

Beim Standard meldeten sich am Mittwoch mehrere Mütter und Väter, die mit der Arbeit des Vereins unzufrieden sind. Dessen Vorstand agiere "zunehmend autoritär statt basisdemokratisch" , ihm fehle das Bewusstsein, "dass es sich bei dem Kindergarten um ein Instrument der Hochschulpolitik handelt" .

Schwierige Platzsuche

Eltern berichten, während Kinder alleinerziehender Studentinnen abgewiesen würden, bekämen Kinder einen Hortplatz, deren Mütter und Väter schon seit vielen Jahren im Berufsleben stünden. Auf der Kriterien-Liste für die Platzvergabe seien das Engagement im Kindergarten und die Frage, ob schon ein Bruder oder eine Schwester am Campus betreut würden, wichtiger als studierende Eltern.

Das führt für die Studierenden zu einer paradoxen Situation: Wenn ihre Kinder nicht in der (von der ÖH mit 30.000 Euro jährlich bezuschussten) Einrichtung unterkommen, müssen sie sich an ein städtisches Hort wenden, wo wiederum Kinder von Berufstätigen bevorzugt werden.

Beim Verein selbst hofft man auf eine Einigung mit der ÖH, derzeit läuft ein Mediationsverfahren. Für die Hortplätze würde das Kriterium "Student" nun aber wieder an erste Stelle vorgereiht, sagte Georg Eichinger vom Vereinsvorstand dem Standard. Kommende Woche soll neu über die Vergabe der fünf freien Plätze entschieden werden. (hei, DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
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Waxolunist
20
26.3.2012, 06:37

Ein Kindergarten ist eben nicht antiheteronormativ und passt daher nicht in das Konzept der ÖH.

rosa rosmarin
00
21.2.2012, 09:14

Als ehemalige des Kindergartens fände ichs einfach schade wenn aufgrund von 5 zu vergebenden HortPlätzen diese sehr bereichernde einrichtung nicht weiterexistieren kann.
Ich verstehe die Kritik an der Vergabe, würde aber gleichzeitig meine Hand dafür ins Feuer legen, dass die Vergabe nicht leichtfertig getroffen wurde.
Ich hoffe auf einen glücklichen Ausgang des Mediationsgesprächs.

Der Chronist
03
16.2.2012, 08:41
Dann ist die Sache ja ganz klar und eindeutig und nicht so eigenartig, wie uns schlechte Artikel glauben machen (wollen?)

Es haben sich Leute in dem Kindergarten breitgemacht, die nicht der Zielgruppe entsprechen, und sie haben die Zugangsmöglichkeiten in ihrem Sinne umdefiniert und damit dem eigentlichen Zweck entgegengearbeitet - die alleinerziehende Studentin muss jetzt mit ihrem Kind draußen bleiben, während Etablierte sichs gemütlich machen und sich von der ÖH den sicheren und feinen Platz mit-finanzieren lassen.

So kanns ja wohl nicht gehn, und wer das nicht versteht, gehört zur schwarz-blauen Anti-ÖH-Clique oder ärgert sich wegen des drohenden Wegfalls einer parasitär zu nutzenden Möglichkeit. Dafür habe ich keine Sympathie und kein Verständnis. Ich finde es gut, wenn die ÖH mal Ordnung macht!

Plus Lucis
00
23.2.2012, 17:57

Was heißt hier "breitgemacht"?

Klar will man ein Kind nicht aus dem Hort nehmen, nur weil man das Studium abgeschlossen hat und klar will man das kleinere Geschwisterl in denselben Hort geben.

Und klar will die ÖH, dass Studenten bevorzugt werden.

Es handelt sich hier um einen echten Interessenskonflikt, bei dem die Standpunkte beider Seiten vollkommen nachvollziehbar sind. Mit Schlechtmachen einer Seite ist da wirklich nichts erreicht.

Das Problem gibt es doch überall etwa die Gemeindewohnungsmieter, die inzwischen gut verdienen, usw.

Am sinnvollsten wäre wohl irgendein Kompromiß, sowie etwa Nichtstudenteneltern nach zwei Jahren ihren Anteil an der ÖH-Förderung zahlen zu lassen.

Paul Friedrich
31
15.2.2012, 00:15
Nicht nachvollziehbar - die ÖH

Zuerst sollten die Kinder zählen und die sind, was mein persönlicher Eindruck ist, sehr glücklich mit dem jetzigen Uni Kindergarten. Wer persönlich bei diversen Veranstaltungen des Kindergartens war, konnte sich überzeugen, dass auch das Umfeld der Kinder - Eltern, Alleinerziehende und Patchworkfamilien sehr durchmischt ist und dem studentischen Feld zuzuordenen ist.
Natürlich ist der Andrang auf offene Kindergartenplätze groß. Es gibt derer viel zu wenig. Daß manche Eltern frustriert sind weil sie keinen Platz zu finden ist nachvollziehbar. Doch die Drohung eine gut funktionierende Betreuungseinrichtung für ein wenig politisches Kleingeld zu opfern ist kurzsichtig. Ich hoffe da denken ein paar ÖH´ler über mögliche Folgen nach...

Der Chronist
02
16.2.2012, 08:37

Da hat einer den Artikel nicht gelesen oder nicht nachgedacht. Beides ist keine gute Basis für eine Wortmeldung.

Iokaste
01
11.2.2012, 23:03
harmonische mythologie

meinst du? - nein ... wir wollten doch nur allen zeigen, dass es in einer klassischen griechischen familie auch ganz harmonisch sein kann

Iokaste
00
11.2.2012, 23:13
ups - da hat sich ein posting verirrt

posten ist gar nicht so leicht wenn man eigentlich aus dem klassischen altertum ist - oder wann war das noch mal mit sodom und gomorra im griechischen götterhimmel?

günther brus
12
10.2.2012, 22:08
ja, ja - die 68-er

Dessen Vorstand agiere "zunehmend autoritär statt basisdemokratisch" (schreibt der standard)

ist dieser Kindergarten-Verein nicht as der 68-er-Bewegung hervorgegangen?
die 68-er sind doch alle irgendwann völlig autoritär geworden - das hat man doch auch bei den ganzen Kommunen gesehen

posthornschnecke
11
10.2.2012, 22:46
da hast du recht, günther

die 68-er und die Mutation zum Autoritären - das ist eigentlich fast ein Naturgesetz

derger
03
10.2.2012, 08:47
"Für die Hortplätze würde das Kriterium "Student" nun aber wieder an erste Stelle vorgereiht"

Ach, das war nicht mehr an erster Stelle?
Jetzt wird die ganze Aufregung nachvollziehbar.

Hier ist offensichtlich mit der Zeit etwas aus den Fugen geraten.

Saxum Cherriér
 
05
traurig

dass sich betroffene Eltern selbstständig einschalten müssen, weil es Zeitungen davor nicht schaffen, selbstständig zu recherchieren und ausgewogen zu berichten. Hätte als ÖH auch so reagiert - wenn PädagogInnen unfähig sind und scheinbar Eltern psychisch unter Druck setzen, ist Handeln angesagt.

HerrÖdipus
20
10.2.2012, 09:35
"Hätte als ÖH auch so regiert..."

Du bist ÖH liebe Saxum. Und zwar vom VSSTÖ.

kaffeekanne
01
10.2.2012, 12:46
und du bist sicher vom verein

HerrÖdipus
00
10.2.2012, 19:09
Na und. Du ja auch.

HerrÖdipus
00
10.2.2012, 09:37
Upps

Regiert. Kleiner Freudscher. Naja. Nomen est omen.

Eteokles
00
12.2.2012, 00:21
@HerrÖdipus: heast votta, wo bleibst`n?

jetzt hob i di scho so laung nimma gseng do ... ge kumm wieda zruck - a jede familie braucht ian votta (waunn a a d`kinda vafluacht)

Mai Bretscher
00
10.2.2012, 09:21
Problem gelöst

Wenn den Forderungen der ÖH nachgegeben ist, sollte das Problem ja gelöst sein.

Obelix
01
10.2.2012, 11:57

na ja, vielleicht für DIESE Platzvergabe im heurigen Herbst.... aber wie soll es danach weitergehen? wenn sich nicht grundsätzlich was an den Statuten ändert, wirds immer wieder streit geben, wie die letzten Jahre schon

Eteokles
03
11.2.2012, 18:36

naja, wenn die studierenden Eltern ihre verwerflichen Einzelinteressen (" Hortplatz für ihr Kind) nicht über das Interesse der gut situierten Bobos im Verein (= Hortplätze für alle ihre Kinder - und zwar auch noch 10 Jahre nach ihrem Studienabschluss) - und somit über das von dieser gruppe definierte Vereinsinteresse - stellen, dann gibt es natürlich auch keinen streit

also, soviel loyalität sollte man von den studi-eltern schon erwarten können, dass sie sich nicht bei der öh beschweren, nur weil sie in einem studi-hort keinen platz bekommen!

noch dazu, nachdem ihnen der verein netterweise eine liste mit privaten Horten (die auch nur 50 bis 100 euro mehr im monat kosten) zusammengestellt hat

Iokaste
00
11.2.2012, 18:55
egoistische Studi-Eltern

da hast du recht - aber manche studis sind leider so egoistisch und würden sich dann vielleicht auch in zukunft bei der öh beschweren?

... und dass das der einzige Studi-Hort der Uni Wien ist, ist ja wirklich kein argument

also ich sag´s dir, manche studi-eltern in dem verein sind so unglaublich egoistisch - die eine kriegt sogar studienbeihilfe - da liegt sie dem staat jahrelang auf der tasche und dann will sie doch glatt auch noch einen platz in einem von der öh subventionierten hort!

ptaszek
00
11.2.2012, 22:02

Schön, wenn die Mutter dem Sohn Recht geben kann. In der griechischen Mythologie war das nicht immer so einfach.

Eteokles
00
11.2.2012, 22:54
verdammt

wir sind enttarnt!

Iokaste
00
11.2.2012, 23:27

meinst du? - nein ... wir wollten doch nur allen zeigen, dass es in einer klassischen griechischen familie auch ganz harmonisch sein kann - so à la bilderbuchfamilie halt

polyneikes
00
11.2.2012, 23:23
@ptaszek

hey - glaub übrigens bloß nicht dass das leicht ist, wenn es in einer familie so zugeht - die mutter mit dem sohn ... dann erschlagen sich die brüder - ich sag`s dir, eine solide familie ist schon was wert!

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