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Weg wollte Gerhard Zeiler längst. Nicht mehr ständig Kreise ziehen zwischen RTL-Sendern in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Kroatien, Russland, neuerdings Südostasien, bis vor kurzem Griechenland, Produktionsfirmen rund um den Globus - zwischen London und Österreich, wo seine Partnerin lebt.
Mit RTL hat Zeiler alles erreicht, was zu erreichen ist. Schon 2010 zeichnete ihn die US-Fernsehvereinigung NATPE als ersten Nichtamerikaner aus. Den TV-Konzern hat er in knapp neun Jahren zum größten Europas aufgebaut, zum größten Gewinnbringer des Mutterkonzerns Bertelsmann. Nach oben ging es bei dem Gütersloher Familienbetrieb nicht - zweimal wurden andere Boss, während Zeiler den Riesen maßgeblich finanzierte.
Da klang es durchaus schlüssig, dass der Sozialdemokrat aus Ottakring, einst Kabinettschef roter Bundeskanzler, Generalsekretär des ORF und später Generalintendant, 2011 bereit war, mit 56 noch einmal die Führung des österreichischen Gebührenfunks zu übernehmen. 1994 bis 1998 hatte er schon einmal gezeigt, was Aufbruch im ORF heißen kann und was Erfolg.
SPÖ-Chef Werner Faymann setzte lieber auf Alexander Wrabetz als auf den international erfolgreichen Manager, der womöglich vom Küniglberg aus Anlauf nähme auf SPÖ-Führung und Kanzleramt. Zeiler sagte ab, da es der Politik im ORF nur darum gehe, "wer willfährige parteipolitische Personalwünsche umsetzt". Die Chemie mit Bertelsmann besserte die ORF-Idee nicht.
Die nächste Ausfahrt nahm Zeiler, nach mehreren Monaten Überlegens. Sie verheißt auf den ersten Blick mehr Flugstunden: Er führt ab Mai die globalen Fernsehaktivitäten der Time-Warner-Tochter Turner (TBS) außerhalb der USA. Zeiler argumentiere dennoch mit weniger Standorten, sagen Menschen, die ihn kennen: Er führt TBS von London aus, wo seine Tochter lebt. Luxemburg und Köln wie bei RTL fielen als Dienstorte weg, Österreich als Heimatwohnsitz bleibe.
Sein in Wien lebender Zwillingsbruder, ein Lehrer, sagte über ihn einmal: "Gerhard ist eher bereit, ins kalte Wasser zu springen." Kalt wird Zeiler auch nun wohl nicht. Schon bei RTL verdiente Zeiler kolportierte zwei Millionen Euro, also "in einem Ausmaß, bei dem man nicht erwarten kann, dass es viel mehr wird". Für weniger Geld freilich "hätte ich nur in Österreich gearbeitet", soll er unter vier Augen erklärt haben. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 9.2.2012)
orf-general ist KEIN "Anlauf nehmen auf SPÖ-Führung und Kanzleramt."
im gegenteil: dabei kann sich selbst der beste nur die finger verbrennen!
dennoch bin auch ich überzeugt, dass zeiler sehr, sehr bald um viel weniger geld arbeiten wird. um 20.400 euro brutto. im kanzleramt zu wien.
aber sp-chef? nein danke, so blöd ist zeiler mit garantie nicht. das wird der rudi machen!
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