US-Vorwahlen: Romneys Dilemma

Kommentar | Eric Frey , 8. Februar 2012, 19:43

Romney braucht Religiöskonservative und Tea-Party Anhänger bei seinem Wahlkampf gegen Barack Obama

Der nächste Präsident der USA wird sicher nicht Rick Santorum heißen. Der schmächtige Ex-Senator aus Pennsylvania hat nicht einmal eine realistische Chance, zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gekürt zu werden. Es fehlt ihm das Geld, die Organisation und eine breite politische Botschaft, um dem Favoriten Mitt Romney gefährlich zu werden.

Dieser ist durch den Sieg des Abtreibungsgegners bei drei Vorwahlen der Nominierung sogar einen Schritt näher gekommen. Denn wenn sich der rechtskonservative Flügel nicht zwischen Newt Gingrich und Santorum entscheiden kann, bleibt Romney kein ernsthafter Gegner.

Und dennoch waren die Ergebnisse in Missouri, Minnesota und Colorado eine sehr schlechte Nachricht für Romney. Es hat sich gezeigt, dass die Religiöskonservativen und die Tea Party dem Kandidaten des Establishments weiterhin misstrauen. Die Nominierung können sie ihm nicht streitig machen. Aber er braucht diese Leute bei seiner Auseinandersetzung mit Barack Obama im November - als Kernwählerschaft und als Fußvolk, das in heißumkämpften Bundesstaaten von Haus zu Haus geht.

Romney wird bis zuletzt um diese Stimmen buhlen müssen, so wie John McCain im Jahr 2008, der sich deshalb für die erzkonservative Sarah Palin als Vize entschied. Dies schadete ihm bei gemäßigten Wählern und kostete ihn gegen Obama den Sieg. Romney droht das gleiche Dilemma. (DER STANDARD Printausgabe, 9.2.2012)

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14 Postings
Fritz Meyer
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Ernsthaft, muss es einen noch interessieren?

Beide Parteien sind korrupt bis ins Mark, ihre Kandidaten werden allein durch die Mittel der Sponsoren aus dem Grosskapital ins Amt geschoben.

Man kann genauso zu einer Wrestling-Show gehen und sich einreden, das wäre ein "fairer" Kampf, bei dem der Sieger nicht schon lange vorher feststeht.

Odo
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"Romney wird bis zuletzt um diese Stimmen buhlen müssen, so wie John McCain im Jahr 2008, der sich deshalb für die erzkonservative Sarah Palin als Vize entschied."

Das ist ja das eigentliche Kuriosum bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl bei den Republikanern. Die Kandidaten für das Vize-Präsidentenamt (z.B. die US-Senatoren Rubio, Portman oder die Gouverneure Christie, McDonnell) sind unter den republikanischen Wählern (und wohl auch in der gesamten Bevölkerung) populärer als die in Frage kommenden Präsidentschaftskandidaten.

Im übrigen wird es egal sein, wen Mitt Romney als seinen "running mate" auswählen wird. Gegen diesen wird Vizepräsident Biden im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen.

bloody-nine
 
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das ist kein kuriosum

das ist völlig normal.
romney hats schon mal probiert und nicht mal die nominierung seiner partei erreicht (war das wirklich nur einmal? gefühlt ist romney bei praktisch jeder republikanischen vorwahl einer der gescheiterten kandidaten...). und wer einmal nominiert wird und dann verliert hat ganz schlechte karten für die zukunft.

schwergewichte (no pun intended) wie christie ziehen es einfach vor sich nicht gegen obama sinnlos zu verheizen und sich dabei zu beschädigen. 2016 geht es gegen einen anderen demokratischen kandidaten, nicht den incumbent, da werden ihre chancen besser sein.

du solltest mal zur kenntnis nehmen dass nicht einmal das republikanische establishment wirklich dran glaubt diese wahl gewinnen zu können.

In dubio pro reo
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Sehr geehrter Herr Frey!

Schon seit längerem habe ich gezögert, heute möchte ich Ihnen das scherzhaft so genannte "11. Gebot" nahebringen (-wie es mir für Ihre Kolumne überhaupt bedenkenswert erscheint):

"Du sollst Dich nicht täuschen!"

-Ich denke, von Santorum werden Sie uns noch mehr berichten, als Sie sich heute vorstellen möchten....

Smoothies? Obst gehört gebrannt
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Das 11. Gebot lautet aber

"Du sollst nicht sägen deines Nächsten Nerv."

Tintifax der ... Druide!
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Naja, er nimmt sich dann einfach den Heuchler Newt als Vize für seinen Wahlkampf, und schon ist die ganze Basis begeistert. Ich befürchte Obama hat leider wirklich schlechte Karten, wenn die Wirtschaft der USA nicht bis zu den Wahlen weiter in Richtung Aufschwung tendiert...

Lionel Cosgrove
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mögen sie verlieren die Republikaner,

am besten bis in alle Ewigkeit

tho_mi
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Allerdings sollte man auch bedenken, dass die Konservativen eine zweite Amtszeit von Obama verhindern wollen, was sie sehr wohl dazu bewegen könnte, zur Wahl zu gehn und ihre Stimme Romney zu geben.

Johnny Bravo
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Ich denke nicht, dass die tatsächlich so rational agieren werden!

Benjamin Klein
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fundamental-religiöse tun das selten ....

... systematisch-logisch denken ...

es befriedigt ja auch zu hassen, zu verascheuen und zu schimpfen ....

Nukularist
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Nicht, wenn sie in Romney eine nur minimal andere Version von Obama sehen und sie durch ihre Nichtwahl der Republikanischen Partei einen Denkzettel verpassen wollen.

Was durchaus passieren kann - Romney ist SEHR unbeliebt (und tatsaechlich sehr moderat).

Odo
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Sie unterschätzen die Unpopularität von Präsident Obama unter den Republikanern, insbesondere den Tea-Party-Anhängern.

Nach einer kürzlichen Umfrage wollen 92 % der Tea-Party-Anhänger jeden GOP-Präsidentschaftskandidaten gegen Obama wählen, egal wer es auch sei.

shaq34
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Gibts eigentlich offizielle Angaben über die Anzahl der Tea Party Anhänger? Ich hab auf die Schnelle nichts gefunden.

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