Auf der Piste

Kommentar8. Februar 2012, 18:48
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Für die Sozialpartner - Sparpaket hin oder her - ist erstmal Urlaub angesagt

Fritz Neugebauer ist auf Urlaub. Diese Woche ist er Privatperson, schließlich sind Energieferien. Er weilt in Salzburg, dem Vernehmen nach geht er jeden Tag auf die Loipe, er macht Sport: Langlaufen.

In Wien verhandelt die Regierung ein Sparpaket. Auch mit den Betroffenen. Nicht mit Fritz Neugebauer. Der Chef der Beamtengewerkschaft pflügt ja die Piste. Da nimmt sich die Regierung ein bisschen zu wichtig, wenn sie glaubt, dass der Göd-Chef wegen ihres Sparpakets seinen Urlaub abbricht. Nächste Woche wird wohl auch noch reichen.

2,7 Milliarden sollen die Beamten beitragen, da braucht ein sorgsamer Gewerkschafter schon ein wenig Erholung, ehe er sich den Details zuwendet. Und wenn's wirklich wichtig ist: Es gibt ja ein Telefon.

Fritz Neugebauer ist mit seinem Langmut nicht alleine. Auch Erich Foglar, immerhin Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes, verlässt das Land. Sparpaket? Foglar hat jetzt anderes zu tun. Und, richtig: Es gibt ja ein Telefon, lässt er ausrichten. Sollen sie ihn doch anrufen, wenn es wichtig ist.

Während in den Parteizentralen bereits für den Fall des Falles, des Scheiterns nämlich, ein Neuwahlszenario entworfen und an Themen für einen Wahlkampf im Herbst gefeilt wird, rücken die Gewerkschafter die Prioritäten wieder zurecht: Zuerst ist Urlaub angesagt. Die Loipe wartet. Und wenn wer fragen lässt: Es gibt ja ein Telefon. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2012)

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