Kommentar von Alexandra Föderl-Schmid

Ausgewogen, aber nicht mutig

Kommentar | Alexandra Föderl-Schmid, 8. Februar 2012, 18:45

Das Gesamtpaket aus Sparen und Steuern sollte rasch fertiggestellt werden

Augen zu und durch: Alles spricht dafür, die Verhandlungen über das Steuer- und Sparpaket nicht weiter in die Länge zu ziehen, sondern zügig abzuschließen. Die Vertreter der Beamten und der Bundesländer murren und wollen sich bitten lassen. Das war abzusehen. Wenn sich die Bundesregierung nun auf langwierige Verhandlungen einlässt, dann wird das Gesamtpaket wieder zerredet werden. Sie kann gleich wieder von vorne anfangen.

Was bisher bekannt ist, klingt nach einem ausgewogenen Mix von Ausgaben und Einnahmen. Die von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu Verhandlungsbeginn ausgegebene 70:30-Formel scheint aufzugehen. Er hat sich damit als Realist erwiesen - was das Kräfteverhältnis in der Koalition betrifft und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Mitterlehner hat damit mehr Weitblick als VP-Chef Michael Spindelegger gezeigt, der lange Zeit von einem rein ausgabenseitigen Sparpaket gesprochen hat. Dadurch hat er den Eindruck erweckt, es würde ohne Steuer- und Abgabenerhöhung gehen.

Dass die Bestverdienenden in irgendeiner Form einen Beitrag leisten müssen, ist für die soziale Symmetrie unabdingbar. Verschiedene Modelle waren in Diskussion, die Koalition hat sich für ein treffsicheres entschieden, das zudem auf einem österreichischen Sonderweg beruht. Denn die steuerliche Behandlung des 13. und 14. Gehalts ist eine heilige Kuh, die in Österreich nicht geschlachtet werden darf - das hat einst das Liberale Forum leidvoll erfahren. Befürchtungen, dass damit der vielzitierte Mittelstand betroffen sein wird, können angesichts eines Jahreseinkommens ab 180.000 Euro zerstreut werden. Und Banken und Großkonzerne kommen durch die geplanten Änderungen bei der Gruppenbesteuerung dran.

Auch gegen eine Steuer auf Umwidmungen von Grundstücken ist nichts einzuwenden, weil hier viel Geld verdient werden kann. Man hätte noch mutiger sein und die Einheitswerte neu berechnen müssen. Aber hier hat die ÖVP vor allem die Landwirte schützen wollen. Dafür hat die SPÖ nicht die von Gewerkschaften und Arbeiterkammer forcierte Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer durchsetzen können.

Mehr Mut hätten die Koalitionäre gebraucht, um sich von milliardenteuren Tunnelprojekten wie dem Koralmtunnel oder dem Brennerbasistunnel zu verabschieden, die von Experten hinterfragt werden und vor allem politische Gefälligkeiten für Landeshauptleute sind. Es wäre auch die Chance gewesen, ökologische Lenkungskomponenten bei Steuern und Abgaben einzuführen.

Immerhin etwas Mut haben die Koalitionäre bewiesen, indem sie das Tabuthema Pensionen und Beamten angepackt haben. Dass der öffentliche Dienst einen Obolus leisten muss, ist angesichts der relativen Arbeitsplatzsicherheit und der Einkommenshöhe fair. Beim Pensionseintrittsalter, das im Durchschnitt bei 58,9 Jahren bzw. 57,5 bei Frauen liegt, herrscht seit Jahren Handlungsbedarf. Dass endlich Schlupflöcher geschlossen werden und über eine raschere Anhebung des Frauenpensionsalters diskutiert wird, war überfällig.

Vor allem Michael Spindelegger hat es nun in der Hand, Fritz Neugebauer und die Ländervertreter von der Notwendigkeit, sich dem Gesamtpaket nicht zu verweigern, zu überzeugen. Sonst steht er als Verlierer da.(DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2012)

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ninedevils
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...und wie lange wollen wir uns das noch leisten?

Schmeicheleinheit ???

1. 2010 Hr. Pröll (damals BMF) hat einen Verfassungsbruch begangen.

2. Hat die Bundesregierung 2011 (Fr. F., BMF) bei der Budgeterstellung 2012 geschlafen?

3. Das Sparpaket wurde dilettantisch kommuniziert:

4. Alles geheim! (...bis weißer Rauch aufsteigt!..) Zuerst waren es 10Mrd., dann 20 und jetzt 27Mrd.

5. In den letzten Wochen haben dazu Fachleute auf erhebliche Versäumnisse und Kurzsichtigkeiten hingewiesen.

6. Keine echten Reformen nur kurzsichtiger Klientel-Pfusch.

7. Also Los: Verwaltung, Bund-Länder, Bildung, Banken/Finanzen, Landwirtschaft, Sicherheit, Energie, Justiz, Verkehr, Parteiensystem, Kirchen etc.
AUF WAS WARTEN DIE NOCH?

Leider sind die beiden Parteien ZU TEUER!

el jefe1
00
ich würde eher sagen, das war feige

und fantasielos.Jeder Hilfsschüler müßte sich dafür schämen.Das Angebot, Flaschenpfand statt Politikerlohn steht noch immer.....

Szergej Konstantinovics
00
10.2.2012, 08:35
mag sein. aber.

ich bin ehrlich überrascht, dass es diese Regierung SO weit gebracht at.

papst benedikt
02

das beste ist ja, dass ruhende vermögen geschont werden. das wird die stiftungsinhaber von meinl bis bronner sehr freuen.
ausgepresst wie eine zitrone werden in österreich nur jene, die arbeiten.

Meklon von Andromeda
 
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Richtig.

Im Artikel wurde auch vergessen, über die Einsparmaßnahmen der Länder zu berichten. Dass alles ja gar kein Problem sei, haben die LHs ja schon kundgetan.

Aber wie wird das erreicht? Die Länder und Gemeinden waren ja schon zu Beginn der Krise rund um die Lehmänner am Boden.
Einfache Lösung:
Bedienstete abbauen, Bürgerservice verschlechtern, Gebühren erhöhen und die Kosten 1:1 auf den Bürger und Steuerzahler abwälzen.

Das wird nämlich das echte Belastungspaket für die Bevölkerung sein.

Textas
30

diese Frau ist einfach nur sexy.

Beobachterin
00
...einfach nur...

Da wird sich die Frau Föderl Schmid aber freuen, wenn Sie ihr quasi Geist absprechen, indem Sie betonen wie fesch sie ist.... Finde ich untergriffig, auch wenn man mit ihrem Artikel nicht zufrieden ist!
Mich würde interessieren, ob Frauen umgekehrt auch so etwas bei einem Chefredakteur (männl.) schreiben würden, oder schon geschrieben haben.

Textas
00
10.2.2012, 09:18

das haben Sie jetzt so interpretiert. Ich hingegen schätze an ihr nicht nur ihr aussehen, sondern auch ihren Intellekt und die feine Art, wie sie Dinge auf den Punkt bringt. Das Gesamtpaket macht sie sexy, nicht nur das schöne Bild! Aber da finden sie bestimmt auch etwas dran auszusetzen (was mich aber nicht weiter stört).

Yes I can!
00
letzter absatz: warum nur spindelegger???

die FCG ist in der GÖD die stärkste kraft aber weissgott nicht alleine. die ÖVP hat darum mehr verantwortung, keine frager aber genauso müsste die SPÖ ihre vertreter doch auch überzeugen, ebenso grün und blau, die auch etliche leute offiziell vertreten.

hier redet man sich gerne auf die ÖVP raus und zeigt mit dem finger auf die schwarzen, obwohl man bei den personalvertretungswahlen ja auch antritt.

und zu den bundesländern darf man ja auch nicht die verantwortung von 4 SPÖ landeshauptleuten vergessen. auch die FPÖ hat hier mitzuwirken. im grunde ist das keine parteien sondern eine machtfrage.

wichtig!!! alle parteien und auch die opposition müssen hier überzeugsarbeit leisten!

Moralapostel
 
00
Warum ausgerechnet jetzt sparen?

Sebst der IWF zweifelt an der Sinnhaftigkeit:
http://www.voxeu.org/index.php... =node/7604
Die echten Krisenlaender ok, aber wir sind auch ohne AAA noch unter den Topperformern (70% Verschuldung vs. DE 80%, EU 90%). Wir sollten noch warten, damit sich die echten Krisenlaender herausexportieren konnen. So taumeln wir alle gemeinsam in die Rezession oder gar Depression. Oesterreich ist klein, ok, und faellt als Free-rider kaum auf, aber wir sind nicht allein. Alle sparen, sogar die AAA-Laender! Bleibt nur noch die Hoffnung auf Nachfrage aus den USA und China. Aber die USA muss ihr Listungsbilanzdefizit abbauen und Chinas Wachstum sinkt. Hals- und Beinbruch!

Kulkulcán
01
Ähhh

"...Steuer auf Umwidmungen von Grundstücken ist nichts einzuwenden, weil hier viel Geld verdient werden kann. Man hätte noch mutiger sein und die Einheitswerte neu berechnen müssen. Aber hier hat die ÖVP vor allem die Landwirte schützen wollen. Dafür hat die SPÖ nicht die von Gewerkschaften und Arbeiterkammer forcierte Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer durchsetzen können. "

Also die Anpassung der Einheitswerte konnte die SPÖ nicht durchsetzen weil die ÖVP die Landwirte schützen wollen.
Dafür hat die SPÖ auch nicht die Erbschafts- und Schenkungssteuer durchsetzen können.

?

Fritz Gurgiser
00
Ausgewogen?

Lesen Sie bitte unsere Position zur Finanzierung der Verschwendungslöcher Semmering-, Koralm- und Brennertunnel auf:
www.buergerklub-tirol.at - Mut zur Wahrheit
und diskutieren Sie dann die "Ausgewogenheit", wenn locker, leichtsinnig, leichtfertig, verantwortungslos und fahrlässig Milliarden € in drei Löcher "vergraben" werden sollen. Während der Republik Österreich gleichzeitig von den Nachbarländern und der EU für die damit signalisierte "Verlagerung von Güterverkehr" die Rote Karte gezeigt wird.
LG
Fritz Gurgiser

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
00
Wird nicht ausreichen

daher kommt nach der Wahl 2013 das nächste Drum. Und da geht es dann voll zur Sache. Wird aber nicht ausreichen um die Verluste aus Griechenland + Co zu stopfen. Dann werden sie noch mals wollen. Und dann wird es richtig gemütlich in Österreich.

Bioberni31
12
Leistungspartei ÖVP

die Bestverdienden müssen ran und ihren Beitrag leisten. Oft sind dieser Verdiener aber gerade die Leistungsträger in diversen Firmen mit 60 oder 70 Wochenstunden. Gut, man kann darüber diskutieren bei denen das 13. und 14. zu besteuern.

Aber nur dann wenn Erben UND Schenken (Vermögenszuwachs ohne jegliche Leistung) auch besteuert wird.

Leistung muß sich lohnen nach ÖVP-Ansicht.

Insbesondere die Leistung die der Ururgroßvater vor Jahrhunderten dem Kaiser erbracht hat, mögen noch Generation davon zerren...

Stbo
 
01
nicht ausgewogen

Banken und Großkonzerne kommen bei der geplanten Änderung der Gruppenbesteuerung dran: GEPLANTEN
während die Kürzungen bei den Angestellten sofort wirksam sein werden, werden die sich das schon richten, dass sie nicht so sehr DRANKOMMEN.
Umwidmungsgelder habe ich gehört, beanspruchen schon vor Einführung die Gemeinden für sich!
Einheitswerte: wollte man die Landwirte schützen. Da hätte man ja Ackerflächen und Flächen f.d.kommunalen Wohnbau (inkl.normale Mietshäuser) ausnehmen können!

Fritz Gurgiser
14
Ausgewogen?

Wir lernen nicht aus - zu unserer Schulzeit war noch 50 : 50 ausgewogen; heute sind 70 :30 ausgewogen. Wenn ein Beitrag so beginnt, kann man sich das Weiterlesen wohl sparen.
Fritz Gurgiser

Coach 99
01
Ausgewogen ist noch lange nicht gerecht

Die arbeitende Bevölkerung darf nach wie vor den
arbeitsresistenten Leuten das Geld hinterher werfen
und den in vielen Bereichen faulenzenden Beamten ein sicheres Einkommen finanzieren.
Die, die arbeiten werden weiter mit hohen Steuern geschröpft und lassen sich das auch noch gefallen. Es geht nicht um Gehaltserhöhungen es geht um die Reduzierung der Belastungen auf Einkommen. Dann ist halt für jene weniger übrig, die sich das Arbeiten nicht antun wollen.

Jumper
22
"ausgewogen" ist gut...

70 % "ausgabenseitig" einsparen bedeutet doch nach der übersetzung von neusprech auf deutsch einsparungen im sozialwesen...

Demokrit 007
35
Nicht mutig ?

Gleich Angsthasen hat diese Koalition agiert. Der Verzicht auf Vermögens. und Erbschaftssteuer ist eine Bankrotterklärung. Rd. 350 Mrd. Immobilienvermögen sind in Österreich im Eigentum von einem guten1/3 der Bevölkerung. Nur 1% Steuer p.a. - dies spüren diese Damen und Herren nicht - und es wären 3 Mrd. p.a. (!) Das wäre ein richtiger und nicht einmal mutiger Schritt gwesen. Sollen sich doch die Eigentümer ihre Immobilien auf den Rücken schnallen und auswandern; baba und fall net !

einkremser Winzer
24
Warum macht Föderl-Schmid beim Propagandakanon der Regierung mit?

zweite meinung
03
Werden die Medienförderungen

gekürzt?

site:°~+*-||!#.\>
53

Weder ausgewogen, noch nicht mutig.

Sondern ein völliges Versagen der Regierung.

Ein wie üblich völlig inkompetenter Kommentar der Standard-Chefredaktion.

r.v.puttin
30
Ausgewogen?

"der standard" ist sowas von lau,angepaßt und völlig auf linie der geldleute bzw.der endlos gierigen konservativ-neoliberalen gebracht worden daß ich sicher n i e wieder auch nur 1 cent für dieses blatt ausgeben werde!

salzmen1
02
Bitte was ist ausgewogen???

roderick
45
und..

wo sind die (Groß-)Bauern? Die gehören doch endlich wirklich mal "gerupft". Unternehmen (Gruppenbesteuerung)auch Null!! Ausgewogen. Lächerlich.

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