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Wechsel zu Turner: Zeiler hat wieder etwas aufzubauen.
Luxemburg/London/Wien - Gerhard Zeiler verabschiedet sich am 18. April mit guten Nachrichten von Europas größtem Fernsehkonzern: 2011 dürfte er die Resultate der RTL Group neuerlich verbessert haben, sagen zumindest Menschen mit Einblick in die Daten.
Schon mit der Bilanz 2010 beeindruckte Zeiler mit dem operativen Rekordergebnis von 1,1 Milliarden Euro vor Steuern bei 5,6 Milliarden Euro Umsatz. RTL stand damit für mehr als ein Drittel der Erlöse und mehr als die Hälfte des Gewinns des Mutterkonzerns Bertelsmann. "Der Geldbote geht", betitelte die "Süddeutsche Zeitung" Zeilers Abgang.
Grobe Probleme der RTL Group habe Zeiler noch gelöst, resümieren Konzerninsider. Zuletzt verkaufte er Anfang 2012 die Mehrheit am griechischen TV-Konzern Alpha Media Group. Schon 2010 trennte sich Zeiler vom britischen Channel Five.
Als Präsident der Time-Warner-Tochter TBS International ab Mai wechselt Zeiler in kleinere Dimensionen: Dieses Auslandsgeschäft von Turner Broadcasting (CNN, TBS, Cartoon Network) setzt zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro) um bei Gewinnmargen von zehn bis zwölf Prozent. Bisher macht Turner rund 90 Prozent ihres Geschäfts in den USA. "Wachstum muss in erster Linie vom internationalen Geschäft kommen", umreißt ein Branchenkenner Zeilers Aufgabe. "Sie haben jemanden gesucht, der ihnen das aufbaut, in Lateinamerika, in Asien und in Europa." Zeiler dürfte reizen, "wieder etwas aufzubauen, groß zu machen". Dafür hat Turner International einigen Spielraum.
Der Abschied aus dem Bertelsmann-Konzern, nun unter Thomas Rabe, dürfte ihm leichtfallen. Die Nachfolger sollen sie gemeinsam ausgesucht haben: Anke Schäferkordt, Chefin von RTL Deutschland, und Guillaume de Posch, Ex-Chef von ProSiebenSat.1. (Harald Fidler, DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2012)
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