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Ständige Erneuerung: Otto.
Michael Otto würde Spitzenverdiener höher besteuern. Im Gespräch mit Verena Kainrath zieht der Versandhändler Lehren aus dem Fall Schlecker.
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STANDARD: Welche Lehre zieht man aus dem Niedergang Schleckers?
Otto: Bei Quelle lief es ja ähnlich, was mir sehr leidtat. Das Problem ist, wenn Weichen nicht rechtzeitig gestellt werden. Konzepte gehören laufend verändert. Mit dem Rücken an der Wand ist es zu spät.
STANDARD: Welches Bild gibt die Politik in der EU-Schuldenkrise ab?
Otto: Haushaltsdefizite gehören eingemahnt, Einsparungen sind nötig. Aber das allein reicht nicht. Es braucht mehr Wachstumskonzepte und Steueranreize für Investitionen. Man wird die Krise nur über Wachstum lösen.
STANDARD: Sie sind einer der wenigen Vermögenden, die höhere Steuern für Reiche fordern. Warum?
Otto: Ich bin gegen Vermögenssteuern, da sie die Unternehmerbasis untergraben. Aber hat der Staat bei guter Führung Probleme, Kredite zurückzuzahlen, halte ich es für sinnvoll, höhere Einkommen höher zu besteuern. Probleme dürfen nicht auf die nächste Generation geschoben werden.
STANDARD: Wird Ihr Sohn Benjamin der nächste Konzernchef bei Otto?
Otto: Er hat sich in der Projektplanung selbstständig gemacht und Interesse zu kommen. Wann und wie, überlasse ich ihm. Nichts ist schlimmer, als wenn Söhne wo hineingepresst werden. Das macht sie und die Unternehmen kaputt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2012)
MICHAEL OTTO (68) führte das gleichnamige weltgrößte Versandhaus als Eigentümer 26 Jahre. Seit 2007 ist der Banker und Volkswirt Aufsichtsratschef.
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Alter schuetzt vor Torheit nicht. Aber je laenger es dauert, desto sicherer ist der radikalst moegliche Schnitt.
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