Irakische Vorbehalte gegen Wiener König-Abdullah-Zentrum

8. Februar 2012, 16:25
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    foto: apa/hopimedia/holzner

    Außenminister Saudi Arabiens, Österreichs und Spaniens im Oktober 2011 bei der Unterzeichnung der Gründerverträge für das Zentrum.

Vize-Innenminister: Interreligiöser Dialog soll nicht von "kleiner Sekte" dominiert werden

Wien - Von irakischer Seite kommen Vorbehalte gegen das "Internationale König-Abdullah-Bin-Abdulaziz-Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog", dessen Gründung in Wien zwischen Österreich, Saudi-Arabien und Spanien vertraglich vereinbart wurde. Der zu einem inoffiziellen Besuch in Wien weilende stellvertretende Innenminister Adnan al-Asadi, Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, befürchtet, dass diese Institution der "wahhabitischen Sekte" als Tribüne dienen soll.

80 Prozent der Selbstmordattentäter Wahabiten

"Wir sind für den Dialog der Religionen und Kulturen, aber es darf nicht ein Land oder eine kleine Sekte den Dialog dominieren und die anderen ausgrenzen", sagte der irakische Politiker im Gespräch mit dem Journalisten und Islam-Experten Amer al-Bayati. "Das ist nicht im Sinne des Dialogs, ungeachtet unseres Respekts für Saudi-Arabien". 80 Prozent der Selbstmordattentäter im Irak zwischen 2003 und 2008 gehörten zur "saudi-arabischen wahhabitischen Sekte".

Dem Direktorium des Wiener Zentrums sollen neben einem saudi-arabischen Wahhabiten-Kleriker auch ein libanesischer Sunnit und ein Vertreter der Schiiten sowie christliche, jüdische, buddhistische und hinduistische Vertreter angehören.

Der irakische Vizeminister hat mit österreichischen Firmen Gespräche über konkrete Projekte in den Bereichen Umweltschutz, Kriegsfolgenbeseitigung und Minenentschärfung geführt. Das irakische Innenministerium will auch mit dem österreichischen Innenministerium zusammenarbeiten. Ein bilaterales Abkommen wäre im Interesse beider Seiten, sagte Al-Asadi. Er verwies darauf, dass radikale Islamisten - Personen und Organisationen - die Freiheit und Demokratie in den verschiedenen europäischen Ländern ausnützen würden. Das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere Jihadisten sowie die Baath-Partei Saddam Husseins im Irak würden mit Geld und rekrutierten Attentätern aus verschiedenen europäischen Ländern versorgt. (APA)

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11 Postings
King of Cowards
03
"dass diese Institution der "wahhabitischen Sekte" als Tribüne dienen soll"

Ach, tatsächlich? Das ist ja eine Neuigkeit!

Die ganze Idee des Abdullah-Zentrums ist von vorne bis hinten eine Schnapsidee. Den wahabitischen und ähnlichen Menschenverachtern in Österreich ein Forum zu bieten ist ein ganz besonderer (österreichischer) Wahnsinn.

Warum wurde noch kein Kim Jong-un-Zentrum für Menschenrechte, ein Assad-Kaffeekränzchenverein für demokratische Anliegen oder ein Mugabe-Gay-Club gegründet?

wulli boitkowski
02
Wahabiten: keinen Führerschein für Frauen!

und den USA ist das wurscht. Hauptsache das Erdöl fließt.

Dr.Mikhail Andreyevich Zhdanov
03

Die Idee dieses Dialogforums ist sehr begrüßenswert. Die Bedenken von Adnan al-Asadi aber verständlich, angesichts des weitgehend saudisch inspirierten und finanzierten Terrors in Irak gegen Schiiten.

Arbeiter
00
Also bitte, Vertreter des Iraks, sagen sie uns doch, was ihr Islam lehrt

und was der Unterschied zu den Wahabiten ist? Für die tägliche Praxis ist es meiner Ansicht nach egal, ob die Menschen den sunnitischen oder schiitischen Regeln folgen (müssen), ob im Iran, im Irak oder in Ägypten oder in Wien (Literatur: Martina Schmied, Familienkonflikte zwischen Scharia und bürgerlichem Recht). Ich bitte um Veröffentlichung dieses Postings und sachliche Kritik, Richtigstellungen oder Ergänzungen.

saftundkuchen
02

Wahhabiten: Verbot des Autofahrens für Frauen, Verbot für Frauen, sich in der Öffentlichkeit mit fremden Männern zu zeigen, Öffentliche Scharia-Strafen wie Hinrichtungen und Auspeitschungen, Verbot der freien Religionsausübung

Arbeiter
00
ja, schon, saftundkuchen, in Saudie exekutieren sie die Gebote

tasächlich. Aber es sind dieselben Gebote, die auch in Wien gelten. Nur werden Körperverhüllung und Geschlechtertrennung in Wien meist nicht so krass gelebt.

3dGeist
03

Danke an den Vize-Innenminister des Irak das er sich kritisch dazu äußert, ich sehe das genauso.
Leider wird man bei uns gleich als Nazi abgestempelt wenn man soetwas sagt.

Der interreligiöse Dialog sollte von einer breiten Mehrheit getragen werden und nicht durch Extremisten. Dazu ist es auch notwendig das Thema aus der Ecke zu holen und nicht jeden Kritiker als rechter Recke abzuurteilen, so wie das bisher geschehen ist.

Human factor
08
"80 Prozent der Selbstmordattentäter im Irak zwischen 2003 und 2008 gehörten zur "saudi-arabischen wahhabitischen Sekte"."

Moment mal, heißt das George W. Bush hat den "Krieg gegen den Terror" gegen die falschen geführt?

mario zapperlotti
02
Bush hat wegen des Erdöl die Saudis immer schon geschont

2011 die ganze steinreiche Bin Laden Famiie z.B.
Sündenböcke waren dann die Irakis und Afghanis.
Und wir in Europa haben dem Bush noch die Füße abgeleckt. Traurig.

BK W. Shoyssel
02

ja, ungefähr so würde ich das auch formulieren.

Arbeiter
00
Ist nicht der hochdekorierte gewesene Präsident der IGGÖ auch Wahabit?

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