Fidesz-Europaabgeordneter erwartet in Kürze Einigung mit EU

8. Februar 2012, 16:13

Szajer: Budapest zu Änderungen bereit "um des Friedens willen"

Brüssel - Der ungarische Europaabgeordnete Jozsef Szajer erwartet, dass sich die Regierung in Budapest und die EU-Kommission bereits in Kürze auf die offenen Punkte in dem von der EU-Behörde angestrengten Vertragsverletzungsverfahren wegen der Unabhängigkeit der Zentralbank und der Justiz in Ungarn einigen werden. "Die Regierung hofft auf eine Einigung Mitte Februar", sagte Szajer von der rechtskonservativen ungarischen Regierungspartei Fidesz am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel.

Ungarn sei zu Änderungen an den strittigen Gesetzen bereit, sagte der EU-Abgeordnete. "Auch in Bereichen, wo wir anderer Meinung sind, sind wir bereit, dem Weg der Kommission zu folgen." Ungarn wäre sogar bereit, fehlerhafte Bestimmungen "um des Friedens willen" zu akzeptieren. Die meisten Gesetzesänderungen könnten dann in drei bis vier Wochen vom Parlament beschlossen werden.

Bei der Frage der Senkung des Pensionsalters von Richtern und Staatsanwälten warte Ungarn auf Vorschläge der EU-Kommission, wer über Ausnahmeregelungen entscheiden soll, um amtierende Richter im Amt lassen zu können. Als einen offenen Punkt beim Zentralbank-Gesetz nannte Szajer das Gehalt des Notenbankchefs. Wie auch für andere Staatsbedienstete in Ungarn gebe es hier eine Obergrenze von 2 Millionen Euro (6.905 Euro). Würde die EU auf einem höheren Gehalt bestehen, werde sich das inmitten der Krise nicht positiv auf das Image der Europäischen Union auswirken, sagte der Fidesz-Politiker. Beim Präsidenten der Datenschutzbehörde sei die Regierung bereit, ein Vorschlagsrecht des Ministerpräsidenten aus dem Gesetz zu streichen. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
omar chamra
10
11.2.2012, 18:00
Da gibt es keine Einigung. Ungarn muss nur die Vorgaben

der EU erfüllen. Und wenn Orbán & Co glauben mit ein wenig Kosmetik die Sache erledigt zu haben, dann irren sie sich gewaltig.
Es ist typisches Doublespeak, in Brüssel geben sich die Herrschaften friedlich und versuchen - was ihnen nicht immer gelingt - sich zivilisiert zu benehmen.
In Ungarn lassen sie die antieuropäische Sau heraus.
So dass heute niemand, ausser am rechten Rand Orbán & Co traut.

Ibsen
10
10.2.2012, 14:07
Eher um des Geldes willen...

...statt "um des Friedens willen", nicht wahr, lieber Herr Szájer?

Janosch bacsi
00

Wenn es der lieben EU das Gehalt des Nationalbankchefs so am Herzen liegt (jetzt nur mehr 7000 € statt 28.000 € früher) so kann sie die Differenz aus der eigenen Tasche zahlen. Gleichzeitig könnte sie sich aber auch für die Mindestlohnerhöhung für westlichen Standards einsetzen, sagen wir 900 € statt die derzeitigen 300 €. Die europäischen Preise haben wir ja schon. (Treibstoff, Lebensmittel, Konsumgüter, etc.)

omar chamra
00
11.2.2012, 18:03
Und aus welcher trüben Quelle haben Sie die

Information, dass die EU sich um den Gehalt von Herrn Simor kümmert?

Gastarbeiter
 
01
Was will die EU?

"...Obergrenze von 2 Millionen Euro (6.905 Euro)." Es ist natürlich 2 Millionen forint (6.905 Euro) was mehr als genug sein sollte, auch für den Ministerpresidenten.
Ich bin gespannt, ob die EU darauf besteht, dass der ungarische Notenbankchef 8 Millionen forint (etwa 27.600 Euro) pro Monat verdient.

Sandor Kocsis
10

des is ma wurscht - aber, bestehende Verträge soll man nicht ändern - auch nicht die von laufenden Krediten

Janosch bacsi
00

Auch das Leben ändert sich laufend. Also warum nicht flexibel sein?

globetrottel
11

Nun, Chefs von Banken, auch Notenbanken, verdienen nun einmal so viel (und meist viel mehr). Was geht das Orbán an ? Was gibt ihm das Recht , in einen bestehenden Vertrag eingreifen zu wollen ?

Marcus Maccabaeus
13
Ein Lehrstück wie "Demokratie" funktioniert:

Erst werden die Ungarn über Attacken auf ihre Währung erpresst und jetzt, wo sie kuschen, steigt der Forint wieder!

net-diver
 
00
Genau...

... und mit dem Euro war es das Gleiche, oder?

get smart
00

Scheinbar hat sich dieses Kuschen auch auf den polnischen Zloty ausgewirkt. Der steigt kurioser Weise noch stärker.

Bagolyvár
01
Die gegenseitige Solidarität

der beiden Länder macht sich halt bezahlt.

Bagolyvár
00
Die gegenseitige Solidarität

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.