Österreichischer Forscher stellt Methode in Wien vor
Wien - Einzelne Instrumente aus einem Musikstück herauszuhören, ist
schon für das menschliche Ohr schwierig genug. Ein österreichischer Forscher hat
im Zuge seiner Doktorarbeit an der Music Technology Group der Universität Pompeu
Fabra in Barcelona eine Methode entwickelt, diese Fähigkeit auch elektronischen
Systemen beizubringen, um in Zukunft beispielsweise große Multimedia-Archive
besser verwalten zu können. Mittwoch Abend stellt Ferdinand Fuhrmann
seine Arbeit am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence
(OFAI) in Wien vor.
Funktioniert das System wie geplant, könne jemand, "der sich für
klassische Musik mit elektrischen Gitarren interessiert, unter Millionen von
Daten gezielt danach suchen", erklärte Fuhrmann, der nach dem Abschluss seines
Elektrotechnik-Toningenieur-Studiums an der Technischen Universität Graz für
sein Doktorat nach Barcelona ging.
Komplexität
des Audiosignals das Hauptproblem
Konkret wurden zwölf Musikinstrumente und die menschliche Singstimme
modelliert, wobei man sich auf westliche Musik konzentrierte. Bei der
automatischen Zuordnung von einzelnen Musikinstrumenten stelle die Komplexität
des Audiosignals das Hauptproblem dar, "nachdem man ja ständig mehrere Quellen
gleichzeitig hat, die sich sowohl zeitlich als auch im Frequenzbereich
überlappen". Fuhrmann erarbeitete dazu eine generelle Methode, die im Gegensatz
zu vergleichbaren Ansätzen vom algorithmischen Design her nicht auf einen
speziellen Anwendungsbereich beschränkt sei.
Eine weitere wichtige Anwendung könnte die Methode bei sogenannten
Musik-Empfehlungssystemen im Internet finden, die dem Benutzer automatisch
Musikstücke aufgrund seiner Suchpräferenzen vorschlagen. Allerdings, schränkt
Fuhrmann ein, brauche es bis zum kommerziellen Einsatz für das automatische
Extrahieren von Merkmalen aus der Musik "sicher noch zehn Jahre".
(APA)