Paul Kimberger glaubt ebensowenig wie sein Kollege Albert Arzt daran, dass die Verhandlungen noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen sein werden
Nach der Berufsschullehrergewerkschaft fordern auch die Pflichtschullehrer bessere Bedingungen für Junglehrer. Ein höheres Einstiegsgehalt sei bei
der drohenden Pensionierungswelle nötig. "Wir brauchen in den
nächsten Jahren 60.000 Lehrer, davon allein 35.000 im
Pflichtschulbereich", so Pflichtschullehrer-Gewerkschaftsvorsitzender
Paul Kimberger zur APA. Die "Besten der Besten", wie von
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) gewünscht, "werde ich nur
bekommen, wenn die Rahmenbedingungen besser sind." Dazu benötige es
"ein modernes und attraktives neues Lehrerdienstrecht" mit u.a.
"deutlich höheren Anfangsgehältern".
Der Vorstoß von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) vor wenigen
Monaten, wonach Junglehrer wöchentlich sechs Stunden mehr arbeiten
und nur vier davon abgegolten bekommen sollen, habe die Situation
"sehr verschlimmert" und "war die am wenigsten hilfreiche Aussage in
dieser ganzen Debatte", kritisiert Jürgen Rainer von den
berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Er sieht eine fehlende
Absprache zwischen Unterrichts- und Finanzministerium und fordert
letzteres auf, "endlich an den Verhandlungstisch zu kommen". "Sonst
vereinbaren wir Dinge, die dann sowieso abgelehnt werden", meint
Rainer.
Derzeit keine Verhandlungen
Verhandelt wird derzeit sowieso nicht: Nach einigen
Gesprächsrunden im vergangenen Jahr wartet Kimberger auf einen
weiteren Fahrplan. "Ursprünglich war davon die Rede, dass man uns im
Jänner 2012 die Eckpunkte eines etwaigen neuen Dienstrechts aus Sicht
des Dienstgebers - also Bundeskanzleramt, Unterrichts- und
Finanzministerium - präsentiert", so der
Pflichtschullehrergewerkschafter. "Der Termin hat aber bis heute
nicht stattgefunden." Er glaubt ebensowenig wie sein Kollege Albert
Arzt daran, dass die Verhandlungen noch in dieser Legislaturperiode
abgeschlossen sein werden. "Wenn ich die bisherige Entwicklung
hernehme, ist meine Hoffnung eine sehr geringe", so Kimberger. (APA)