Junglehrer

Pflichtschullehrer fordern höhere Einstiegsgehälter

8. Februar 2012, 15:21

Paul Kimberger glaubt ebensowenig wie sein Kollege Albert Arzt daran, dass die Verhandlungen noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen sein werden

Nach der Berufsschullehrergewerkschaft fordern auch die Pflichtschullehrer bessere Bedingungen für Junglehrer. Ein höheres Einstiegsgehalt sei bei der drohenden Pensionierungswelle nötig. "Wir brauchen in den nächsten Jahren 60.000 Lehrer, davon allein 35.000 im Pflichtschulbereich", so Pflichtschullehrer-Gewerkschaftsvorsitzender Paul Kimberger zur APA. Die "Besten der Besten", wie von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) gewünscht, "werde ich nur bekommen, wenn die Rahmenbedingungen besser sind." Dazu benötige es "ein modernes und attraktives neues Lehrerdienstrecht" mit u.a. "deutlich höheren Anfangsgehältern".

Der Vorstoß von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) vor wenigen Monaten, wonach Junglehrer wöchentlich sechs Stunden mehr arbeiten und nur vier davon abgegolten bekommen sollen, habe die Situation "sehr verschlimmert" und "war die am wenigsten hilfreiche Aussage in dieser ganzen Debatte", kritisiert Jürgen Rainer von den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Er sieht eine fehlende Absprache zwischen Unterrichts- und Finanzministerium und fordert letzteres auf, "endlich an den Verhandlungstisch zu kommen". "Sonst vereinbaren wir Dinge, die dann sowieso abgelehnt werden", meint Rainer.

Derzeit keine Verhandlungen

Verhandelt wird derzeit sowieso nicht: Nach einigen Gesprächsrunden im vergangenen Jahr wartet Kimberger auf einen weiteren Fahrplan. "Ursprünglich war davon die Rede, dass man uns im Jänner 2012 die Eckpunkte eines etwaigen neuen Dienstrechts aus Sicht des Dienstgebers - also Bundeskanzleramt, Unterrichts- und Finanzministerium - präsentiert", so der Pflichtschullehrergewerkschafter. "Der Termin hat aber bis heute nicht stattgefunden." Er glaubt ebensowenig wie sein Kollege Albert Arzt daran, dass die Verhandlungen noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen sein werden. "Wenn ich die bisherige Entwicklung hernehme, ist meine Hoffnung eine sehr geringe", so Kimberger. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 44
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Kelbo
01
13.2.2012, 23:33

warum nur für dien Pflichtschule?
Lehrer gut bezahlen ist der erste Schritt zur besseren Schule! In den USA ist das Lehrergehalt doppel so hoch und die Qualität halb so gut. Dennoch basht man die Lehrer bei uns...

lehrer
00
höhere gehälter..mehr leistung..anreize..

höhere gehälter alleine werden nicht genügen, um die qualität zu steigern..es muss auch für lehrer aufstiegsmöglichkeiten, (finanzielle) anreize, umstiegsmöglichkeiten etc geben..

vincent preis
23
qualitätskontrollen

sind im produktionsprozess sinnvoll. sonst zeugt diese forderung nur von dummheit, ignoranz, misstrauen gegenüber den mitmenschen, einfach miesem charakter.

curieux
00
10.2.2012, 08:47
Also wenn man fordert,

dass gute Lehrer aufsteigen und schlechte Lehrer auf ihre Defizite aufmerksam gemacht werden, um im schlimmsten Fall dann gekündigt zu werden, ist dies, ich zitiere "zeugt diese forderung nur von dummheit, ignoranz, misstrauen gegenüber den mitmenschen, einfach miesem charakter."

Es ist also klug ... und zeugt von gutem Charakter, wenn unfähige, faule Lehrer jahrzenhntelang Schüler schlecht unterrichten.

Meinen Sie das ernst?

Anna Huber28
12
10.2.2012, 10:40
der umkehrschluss ist unzulässig

sie sind im denken völlig im paradigma und in der indoktrination unserer zeit verhaftet. alles muss kontrollierbar sein, alles muss sich in zahlen ausdrücken lassen, alles muss besser, höher, stärker, weiter etc. werden. und aus dieser sichtweise heraus verstehe ich zu einem guten teil ihre meinung. aber, wie wir schmerzlich spüren, ist das, was uns immer gepredigt w, falsch. oder glauben sie der zusammenbruch des wirtschaftssystems liegt in der konjunkturschwankung? schule ist kein wirtschaftsbetrieb und schüler keine kunden. hier sind menschen - die man nicht einfach entlässt wie ein schlechtes produkt.

curieux
00
10.2.2012, 11:27
Wenn sie noch so mit Fremdwörtern herumschmeissen, wird es nicht vernünftiger,

dafür einzutreten, dass Lehrer ohne jede Sanktionsmöglichkeit schlecht und faul sein dürfen, weil alles andere menschenverachtend wäre.
Im Gegenteil, es ist menschenverachtend, Schülern schlechte Lehrer zuzumuten. Es ist menschenverachtend, wenn sich gute und engagierte Lehrer den A... aufreißen (das ist sicher die Mehrheit) und die faulen und unfähigen sich im Faulbett der Pragmatisierung ausruhen.

stall
00
10.2.2012, 11:43
wie kommen sie zu ihrer klassifizierung

ein gefühl aus dem bauch heraus, ohne einen einzigen beleg. lehrer müssen sich jeden tag, jede stunde einer qualitätskontrolle unterziehen, nämlich durch die schüler. schaffen sie dies nicht, verlassen sie den beruf, werden direktor, gehen in die schulverwaltung oder schaffen es sogar zum experten.

curieux
00
10.2.2012, 14:51
wenn Ihre Behauptung stimmte,

dann gäbe es keinen schlechten Lehrer / keine schlechte Lehrerin im Unterricht.
Behaupten Sie dies allen Ernstes?
Einige Lehrer, die ich kenne, sagen mir das Gegenteil. Ich spreche bewusst nicht davon, was Eltern und Schüler sagen.

Noch ein "Beleg" für meine Behauptung ist die wütende Reaktion von zumindest 2 Postern in diesem Forum auf meinen Vorschlag einer Qualitätskontrolle. Das kann nur schlechten Lehrern ein Dorn im Auge sein.

stall
00
10.2.2012, 18:10
es gibt kein perfektes leben

vom lehrer perfektion zu erwarten ist ich will es gar nicht sagen. es menschelt überall und der mensch ist endlich. das sollte man akzeptieren und fehler so weit es geht vermeiden.

curieux
00
11.2.2012, 08:50
Also erwarten Sie auch von Ihrem behandelnden Arzt keine Perfektion?

oder darf es nur bei Lehrern menscheln?

Murmelchen1
00
11.2.2012, 20:26
Erwarten schon, aber ich bekomme sie halt auch nicht immer.

D/E
00
11.2.2012, 18:56
Meiner Erfahrung nach "menschelt" es gerade

unter Ärzten recht heftig.

Ich habe da am eigenen Leib ein paar leidvolle Erfahrungen machen dürfen.

Unterschied: Der Herr Primar pfuscht für das, was einem Lehrer pro Monat reichen muss, ein paar Stunden.

Anna Huber28
10
danke

für ihre meinung

akela
02
bessere rahmenbedingungen/qualitätskontrolle

derzeitige Bedingungen:
schulmöbel und klassenräume, die in keinster weise den bedürfnissen der schüler und schülerinnen entsprechen
pc im klassenraum aus privaten mitteln und ohne internet anschluss
mittagsbetreuung in ungeeigneten räumen
keine, dem standard entsprechenden arbeitsbedingungen im lehrerzimmer
usw.
qualität:
sinnvolle qualitätskontrolle wäre sicher notwendig, vielleicht auch zielführend aber:
die leistungen der Schüler kann wohl nur in begrenztem maße herangezogen werden- eine sonderschullererin, die sowohl lernbeeinträchtigte als auch geistig behinderte Schülerinnen begleitet, wird zwar jede erdenkliche individuelle fördermaßnahme ergreifen, doch messbarer erfolg wird nicht immer sichtbar werden.

Observer 20
02
Qualitätskontrolle?

Im Prinzip richtig - von wem aber durchgeführt? Das wird wieder eine ewig dauernde Diskussion - wie setzt sich die prüfende Kommission zusammen? na ja, vielleicht gelingt etwas vernünftiges.

curieux
11
Na fein, wenn wir ohnehin 35.000 Lehrer brauchen werden,

da wären ja so viele Jobs da, dass man nicht mehr von der Generation Praktikum sprechen muss. Sie hätten dann nicht viel, das aber sicher.

Oder stimmt das ganze Gerede nicht?

Ja, ich bin für eine Anhebung der Einstiegsgehälter. Aber verbunden mit einer echten Qualitätskontrolle. Nur gute Lehrer steigen weiter. Unabhängig von ihrem Parteibuch.

D/E
02
12.2.2012, 06:58
Da gibt es ein paar Missverständnisse zu klären:

Beruflicher Aufstieg ist für Lehrer/innen im Grunde der Ausstieg, denn in der Schulhierarchie gibt es kaum Karrierechancen, und wenn, dann im Verwaltungsbereich.

Die wenig attraktiven Leiterposten bedeuten sehr viel Administration, kaum Einflussmöglichkeiten und eine deutliche Reduktion des Kontakts zu den Schüler/innen.

Weiter oben gibt es de facto nur noch (politisch besetzte) Verwaltungsjobs oder (parteifreundlich besetzte) Tätigkeiten in der Lehrerbildung.

Lehrer/innen müssen sich sehr schnell daran gewöhnen, dass sie für Motivation und Qualitätskontrolle selbst verantwortlich sind. Die Schulaufsicht tut hierzu kaum etwas, da sie mit sich selbst beschäftigt ist.

Abgesehen davon ist Lehrerleistung sehr schwer zu messen.

curieux
00
12.2.2012, 11:19
Sie bestätigen mich.

Genau das meine ich. Vielleicht könnte man Aufstiegsposten schaffen, dass gute Lehrer etwas weniger unterrichten, aber dafür junge Lehrer weiter ausbilden (mir fällt nur Coach oder Mentor ein).

D/E
00
12.2.2012, 13:27
Ungefähr das wurde von der ominösen Bildungsreformkommission unter

DDr Haider vorgeschlagen -- jedoch vonseiten des Ministeriums ignoriert.

Von den Vorschlägen blieb letztlich nichts als die Idee einer Lehrpflichterhöhung.

D/E
00
12.2.2012, 09:15
Zur Messung der Lehrerleistung:

In den USA, die nicht erst seit George Bush und seiner "No child left behind"-Politik geradezu versessen auf das Testen sind, hat sich dieses Problem zu einer veritablen Bildungskrise ausgewachsen.

Erstens wurde hier übersehen, dass Lese- und Schreibtests eben nur relative Ergebnisse liefern, da nicht alle Schulanfänger/innen unter den gleichen Voraussetzungen starten. Weiters wurde durch die Privatisierung des Testwesens nicht nur ein lukrativer Markt eröffnet, der Geld aufsaugt, das dann in der Bildung fehlt, sondern auch dem Schummeln und dem "dumbing down" Tür und Tor geöffnet.

Eine Evaluation der Lehrer über die Schülerleistung ist eben schlicht und einfach unzureichend.

vincent preis
00
12.2.2012, 10:15
nur 2 schlagworte aus dem ministerium

individualisierung in der nms, standardisierung bei der matura und bei den ganzen informellen kompetenzmessungen. kostet viel bei geringerem erfolg, meine meinung.
am liebsten würde man die lehrer in schulbladen stecken, an denen man beliebig ziehen und schieben kann. das spielt es alles nicht.
am besten hat schule funktioniert, als man den lehrern ihre freiheiten größtmöglich ließ. je mehr sich die experten einmischten und mischen desto blöder wurde es.

curieux
00
12.2.2012, 11:22
Ich finde auch, dass die Schulverwalter schlecht sind.

Aber vielleicht wäre das gesamte Lehrerkollegium einer Schule ein gutes Gremium zur Beurteilung. Man müsste "nur" ein objektives Verfahren finden, um Mobbing oder Freunderlwirtschaft zu vermeiden.

Nur auf die Freiheit der Lehrer zu vertrauen, funktioniert nicht.

D/E
02
12.2.2012, 13:31
Das Problem einer objektiven Lehrerbeurteilung liegt in ihrer theoretischen Unmöglichkeit.

Es gibt keine verlässliche Messung der Lehrerarbeit.

Wenn wir uns allerdings auf eine objektivierte Evaluation einigen könnten, die -- wie in anderen Dienstleistungsberufen auch -- die Erreichung von klar definierten Zielen untersucht, hätten wir wieder Problem 1: Es muss billiger werden.

Verzeihen Sie die unverblümte Formulierung: Aber dieser Dienstgeber kann mich... nicht mehr gängeln.

curieux
00
12.2.2012, 16:20
Jetzt habe ich verstanden:

Es ist theoretisch unmöglich, Ihro Hochwohlgeboren von und zu Lehrer zu evaluieren.

Jetzt weiss ich, warum wir ein Schulproblem haben.

D/E
00
12.2.2012, 17:15
Wissen Sie, mit Kindsköpfen mag ich nicht diskutieren.

Ihre miesen rhetorischen Tricks in allen Unehren, aber Ihre Vorurteile dürfen Sie gerne behalten.

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