Onlinebuchhandel: Douglas-Tochter Thalia sucht Anschluss

8. Februar 2012, 14:58

Douglas-Gründer wollen Aktienmehrheit an sich reißen, dürfen aber nicht Baustelle Buchhandel vergessen

Lange Gesichter bei Douglas. Nachdem auch das Weihnachtsgeschäft mit Parfüm, Schmuck, Mode, Süßem und Büchern unter den Erwartungen blieb, muss der börsennotierte deutsche Handelskonzern seine Schwachstellen schnellstens ausmerzen. An vorderster Stelle steht die Buchgruppe Thalia. Douglas droht mit der zweitstärksten Abteilung nach den Parfümerien den Anschluss an die Branche zu verlieren. Das traditionelle Buchgeschäft in den 300 Läden leidet unter dem Wandel der Käuferinteressen. Aber nicht nur Thalia muss sich sputen.

Buchhändler haben es momentan alle schwer

Buchhändler haben es momentan alle schwer. Der Internethandel gräbt den Ladengeschäften schon seit Jahren den Umsatz ab. Nur noch gut die Hälfte der Bücher in Deutschland werden tatsächlich im Laden gekauft, der Rest geht über andere Kanäle wie Versand oder Internet. Für die Buchhändler hat das zum Teil dramatische Folgen. 2011 sank der Umsatz in den Buchfilialen um etwa drei Prozent. Und dieser Trend wird anhalten, schätzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

"Wir gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren der Umsatz im stationären Buchhandel um bis zu 15 Prozent zurückgehen wird", sagt Heinrich Riethmüller, der die Interessen der deutschen Sortimentsbuchhändler im Branchenverband vertritt. Der Buchhandel habe den Siegeszug von Internethändlern wie Amazon gehörig unterschätzt. "Mit einer solchen Wucht hat das keiner erwartet." Wer zu spät damit begann, sein Geschäft darauf einzustellen, etwa mit einem eigenen Onlinestore, der hat jetzt das Nachsehen.

Besonders hart trifft der Trend zum Buchkauf per Internet laut Experten die großflächigen Buchhandlungen. Diese sind meist in teuren Innenstadtlagen zu finden. Bleiben die Kunden weg, müssen die Händler dennoch die hohen Fixkosten für Miete oder Personal stemmen.

Größe

Dabei galt vielen Größe als die Maxime. Branchenschwergewichte, zu denen Thalia oder die mit Weltbild kooperierende Kette Hugendubel gehören, haben sich fast ein Jahrzehnt lang ein Rennen um große, mehrstöckige Gebäude geliefert. Buchhandlungen in Kaufhausgröße mit bis zu 4.000 Quadratmetern Fläche waren keine Seltenheit.

Das Umdenken hat bereits eingesetzt. Douglas-Chef Henning Kreke will Thalia umbauen. Bei 600 Quadratmetern sieht er die Obergrenze. Was größer ist, soll abspeckt oder geschlossen werden.

Konkurrent Weltbild ist da ein Stück weiter. Die Dachgesellschaft DBH, die Buchhandlungen der Marken Hugendubel, Weiland, Weltbild, Jokers und Wohlthat bündelt, hat in den vergangenen zwei Jahren rund 20 Prozent Fläche aufgegeben. Von den jetzt noch vorhandenen 440 Filialen ist die Mehrzahl zwischen 150 und 300 Quadratmeter groß. Parallel dazu werden die Vertriebskanäle Katalog, Filiale und Internet enger miteinander vernetzt.

Ein weiteres Feld, auf dem die Buchhändler stärker mitmischen möchten, ist das elektronische Buch. "Auch wenn der Marktanteil im E-Book-Bereich derzeit noch überschaubar ist, gehen wir davon aus, dass bis 2015 etwa 15 bis 25 Prozent der Bücher als digitale Bücher verkauft werden", prognostiziert Weltbild-Chef Carel Halff. Gerade hier ist aber Amazon mit eigenem E-Book-Shop und dem Lesegerät Kindle stark. Auch Internetriesen wie Apple und Google mischen mit.

Bindung

Um im Internet mithalten zu können, sucht Douglas nach einem geeigneten Vorstand. Der soll vor allem helfen, die Kunden an Thalia und die Internettochter buch.de zu binden. Zwar hat Thalia den Onlineanteil im vergangenen Geschäftsjahr um ein Fünftel auf 14 Prozent steigern können. Andere sind da schon weiter. Der Weltbild Verlag macht etwa ein Drittel seines Umsatzes im Onlinegeschäft.

Der Umbau bei Thalia wird den Gewinn des Douglas-Konzerns in diesem Jahr schmälern. Dass die Restrukturierung unter den argwöhnischen Augen der Finanzmärkte vor sich geht, dürfte der Gründerfamilie Kreke ein Dorn im Auge sein. Für einen Paukenschlag sorgten deshalb im Jänner die Planspiele der Krekes, Douglas eventuell von der Börse zu nehmen. Zusammen mit der verwandten Familie Eklöh kommen die Krekes bereits auf rund 30 Prozent. Weitere Großaktionäre sind die Oetker-Gruppe mit knapp 26 Prozent und Drogerie-König Erwin Müller mit gut zehn Prozent.

Ob es zu einer Übernahme kommt, steht in den Sternen, denn ein verbindliches Angebot gibt es noch nicht. Durchkreuzen könnte das Vorhaben zudem Unternehmer Müller, der die Option hat, seinen Anteil auf über 25 Prozent aufzustocken. Zu seinen Plänen hält sich Müller noch bedeckt. Douglas-Chef Henning Kreke will das nicht als Machtkampf verstanden wissen. "Wir sind sicherlich Konkurrenten, aber es gibt keinen Krieg zwischen uns." (APA/dpa)

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Thalia

R., der Hundefreund
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13.2.2012, 22:18
Hiermit sei in Erinnerung gebracht, dass jeder

... kleine Sortimenter schneller liefert als Amazon. 95% der Ware innerhalb von 24 Stunden vor Ort. Man muss allerdings seinen Hintern bewegen und einmal in die Buchhandlung kommen, um das Werk abzuholen. Womit auch etwas für die Volksgesundheit geschehen würde. Warum amazon so hochgejubelt wird, das wissen nur die Börsianer. Der Gewinn von 2,01% ist nicht berauschend, davor braucht sich der Buchhandel nicht zu fürchten. Bei jedem kindle buttern´s 19 Dollar nach - unter dem Aspekt der Marktbeherrschung zwar nachvollziehbar, aber wenn´s dann soweit ist, kommt dann die Preisschraube für den Konsumenten. Jeff Bazos ist insofern zu bewundern, weil er offensichtlich die Lizenz zum Geld verbrennen hat.

Ma RO
01
Wenn Thalia Umsatz mit Ebook machen möchte...

...sollte das Unternehmen einen funktionierenden Ebook-Reader anbieten. Der Oyo hat nicht nur mir Kummer und Frust beschert.

denRestzumMitnehmenBitte
 
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und vorallem mal die palette an ebooks erweitern.

es beschränkt sich im mom eher auf die spiegelbestsellerliste

Napoleon XIV.
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amazon oder thalia-online?

Ich würde lieber mit einem europäischen Konzern Geschäfte machen, aber thalia-online oder buch.de oder Weltbild etc. haben weder ein großes Sortiment, noch Rezensionen noch einen schnellen Versand noch zufriedenstellende Bezahlmöglichkeiten.

Weltbild garantierte vor Weihnachten Lieferung in DREI TAGEN. Ich bestellte EINE WOCHE vorher und erhielt die Bücher am 27.12., also zehn Tage später.

Es waren Geschenke für die Familie. Also kaufte ich noch am 24.12. beim Buchhändler. Die haben isch nicht ein Mal entschuldigt.

Ich habe mein Konto bei Weltbild gelöscht.

major grubert
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hier muss man wirklich sagen

wer nicht mit amazon mithalten kann ist aus dem rennen. nicht das ich jetzt auf riesen konzerne stehe, aber kunden-satisfaction steht bei denen ganz weit oben. jetzt habe ich doch schon einige buecher, cds und auch hardware gekauft. nie probleme immer sehr entgegenkommenden problemloser austausch bei defekten. verdammt, da sieht man erst wie ueberheblich hier viele andere mitbewerber arbeiten.
wuerde gerne auch woanders kaufen, im lande wenn es geht, aber ich bin doch nicht bloed mann :)

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