Beschluss von Sommer 2011 wurde wieder rückgängig gemacht
Der Chaos Computer Club hat den 2011 ausgeschlossenen Daniel Domscheit-Berg wieder in den Verein aufgenommen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vergangenen Sonntag wurde der Vorstandsbeschluss "nach intensiver Aussprache" rückgängig gemacht, heißt es in einer Aussendung.
Ausschluss nach Open Leaks-Präsentation
Hintergrund des Ausschlusses waren Unstimmigkeiten bei der Präsentation von Domscheit-Bergs eigener Whistleblower-Plattform Openleaks auf dem Sommercamp des CCC. Domscheit-Berg, der davor für Wikileaks tätig war, habe den Eindruck erweckt, dass der CCC "eine Art Sicherheitsüberprüfung" für das neue Projekt übernommen habe, hieß es damals.
"Guter Ruf ausgebeutet"
Doch für den CCC sei Open Leaks zu intransparent gewesen und man habe nicht beurteilen können, ob potenzielle Informanten nachhaltig geschützt würden. Der Vorstand des Vereins ortete "ein Ausbeuten des guten Rufes des Verein." Diese Vorwürfe konnte Domscheit-Berg bei der Mitgliederversammlung offenbar aus der Welt räumen.
Open Leaks und Wikileaks derzeit unsicher
Laut heise habe bisher allerdings kein Test stattgefunden, der den Informantenschutz von Open Leaks bestätigt. Auch beim Vorbild Wikileaks sei ein neues System zum Hochladen brisanter Dokumente bislang verschoben worden. (red)