Star Wars - "Episode I" bleibt auch in 3D eine "dunkle Bedrohung"

8. Februar 2012, 13:18
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Dritte Dimension kann am Gesamteindruck wenig ändern - Wiederaufführung ab Freitag

Die Erwartungen unter den "Star Wars"-Fans waren hoch im Jahre 1999, als 22 Jahre nach der Premiere von "Krieg der Sterne" eine weitere Folge der Reihe ins Kino kam. Entsprechend enttäuscht zeigten sich viele Besucher, die mit der Original-Trilogie des Science-Fiction-Spektakels groß geworden sind: "Episode I" fehlte das gewisse Etwas. Am Freitag (10. Februar) kommt der Film erneut ins Kino - in 3D. Der Auftakt der Saga bleibt allerdings auch in Dreidimensionalität eine "dunkle Bedrohung" (so der Untertitel).

Kritik vieler Fans

Georg Lucas hat überraschender Weise keine zusätzlichen Szenen eingefügt, um mit 3D-Effekten zu protzen. Dabei hatte der Regisseur und geistige Vater von "Star Wars" in der Vergangenheit nie Probleme gehabt, nachträglich an seinen Produktionen herumzubasteln - und dafür harsche Kritik vieler Fans einstecken müssen. "Episode I", das letzte nicht digital gedrehte Abenteuer der Serie, blieb für die 3D-Version inhaltlich unangetastet. Aber auch optisch bietet das Spektakel keine wirklichen Neuerungen. Trotz Raumtiefe ändert sich durch die nachträgliche Konvertierung wenig am Gesamteindruck, in nur wenigen Szenen kommt die dritte Dimension beeindruckend zur Geltung. Wobei allerdings gilt: "Star Wars" gehört auf die große Leinwand, egal in welcher Fassung.

Ohne den Hype und aus der Distanz betrachtet ist "Die dunkle Bedrohung" nicht besser geworden. Noch immer muss man sich über die schwachen darstellerischen Leistungen von Schauspielergrößen wie Liam Neeson, Ewan McGregor und Natalie Portman wundern. Seltsam auch, dass Lucas dem besten Part, den bösen Sith-Krieger Darth Maul, so wenig Raum bietet und ihn vorschnell sterben lässt. Außerdem mangelt es an guten Dialogen. Selbst wenn die Original-Trilogie mitunter abstruse Inhalte zu bieten hatten, was ja der Serie den gewissen Charme verlieh, gab es doch stets markante Sprüche. In "Episode I" reden die Protagonisten fast nur Unsinn oder Belangloses.

Einer der besten Filmschurken aller Zeiten mutiert

"Episode I - The Phantom Manace" (Originaltitel) erzählt von einer Handelsblockade und einer Invasion auf den Planeten Naboo, durch die ein geheimnisvoller Drahtzieher im Hintergrund die galaktische Republik ins Chaos stürzen will. Die Jedis, eine Art spirituelle Ritter-Sekte, wollen dem entgegenwirken. Zwei von ihnen, Qui-Gon Jinn (Neeson) und Obi Wan (McGregor) stoßen auf Anakin Skywalker, einen Buben, in dem die "Macht" besonders stark ist. "Star Wars" ist letztendlich die Geschichte von Skywalker, der in "Episode III" zu einem der besten Filmschurken aller Zeiten mutiert - zu Darth Vader.

Lucas hat auf die "dunkle Bedrohung", dafür sei ihm gedankt, wesentlich bessere und liebevollere Abenteuer folgen lassen. Seine "Episode I" ist - 3D hin oder her - ein durchschnittlicher Kinderfilm mit ein paar spektakulären, an Videospiele erinnernden Szenen und in dem die meist gehasste Star-Wars-Figur Jar Jar Bings nervt. Den kommerziellen Triumph ("Die dunkle Bedrohung" spielte weltweit bisher mehr als 925 Millionen Dollar ein) wird Lucas in 3D wohl fortsetzen, zumal er die Serie nach der kürzlichen Veröffentlichung auf Blu-Ray irgendwann auch in 3D für die Heimanlage herausbringen wird. (APA)

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