Faschingsmasken: Das Gift in der "zweiten Haut"

  • Ein langes Tragen von Faschingsmasken verbunden mit 
Schweißbildung kann die Aufnahme von Substanzen durch die Haut 
begünstigen. (Symbolbild)
    foto: apa/karl-josef hildenbrand

    Ein langes Tragen von Faschingsmasken verbunden mit Schweißbildung kann die Aufnahme von Substanzen durch die Haut begünstigen. (Symbolbild)

Die Arbeiterkammer ließ Faschingsmasken auf gesundheitsschädliche Stoffe testen

Eisenstadt - Faschingsartikel haben derzeit Hochsaison. Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Burgenland haben deshalb Faschingsmasken auf gesundheitsschädliche Substanzen testen lassen. Das Ergebnis wurde in Eisenstadt präsentiert: Bei drei von acht Produkten wurde man im Labor fündig. Gesetzliche Grenzwerte seien allerdings nicht überschritten worden.

Dennoch: "Stoffe, die die Gesundheit der Konsumenten gefährden oder die die Umwelt schädigen können, haben einfach in Verbraucherprodukten nichts verloren", erklärte die Leiterin der AK-Konsumentenberatung, Eva Schreiber. Von den acht überprüften Masken wurden drei im Handel in Eisenstadt beziehungsweise in Mattersburg gekauft. Fünf Produkte wurden im Internet bestellt. Fünf waren mit "Made in China" gekennzeichnet, drei waren ohne Kennzeichnung.

Nonylphenol, Phthalate und Naphtalin enthalten

Die gute Nachricht bei den Tests: Es seien keine keine Chlorkohlenwasserstoffe gefunden worden, so Sabine Cladrowa, Leiterin der Abteilung Chemikalien im Umweltbundesamt, das die Analyse durchführte. Zwei Masken enthielten Nonylphenol - eine bekannte Substanz, die auch bei der Herstellung von Kunststoffen, Textilien und Lederwaren verwendet werde. "Nonylphenol ist bekannt dafür, dass es das Hormonsystem beeinflusst und auch reproduktionstoxische (die Fruchtbarkeit beeinträchtigende, Anm.) Eigenschaften besitzt", erläuterte Cladrowa. Wegen der massive Auswirkungen auf die Umwelt sei es bereits als Reinigungsmittel in der Industrie verboten.

Auch Naphthalin, das im Verdacht stehe, krebserregend zu sein und zur Gruppe der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) gehört, sei in einer Maske nachgewiesen worden. PAK seien beispielsweise in Reifen bereits verboten. Weiters wurden in zwei Produkten Phthalate gefunden. Dabei handle es sich um eine Substanzgruppe, die für ihre unterschiedlich starken reproduktionstoxischen Eigenschaften bekannt und für die Umwelt schädigend sei.

Schweiß kann Substanzaufnahme begünstigen

"Der längere Hautkontakt beim Tragen von Faschingsmasken verbunden mit Schweißbildung kann die Aufnahme von Substanzen durch die Haut begünstigen. Der Einsatz der gefundenen Schadstoffe in Verbraucherprodukten ist nach dem Stand der Technik vermeidbar", so Cladrowa.

Die in Eisenstadt und Mattersburg gekauften Masken seien praktisch frei davon, berichtete Schreiber. Jene, die Schadstoffe enthielten - ein Schweinekopf, ein Troll und die aus Star Wars bekannte Figur Jar Jar Binks - seien im Internet bestellt worden. Bei zwei Portalen habe man belastete Produkte bekommen, bei zwei waren sie in Ordnung. (APA/red)

Share if you care