Bildungsminister beraten europäische Zusammenarbeit bei allgemeiner und beruflicher Bildung
Brüssel - Österreich wird von der EU für seine duale
Lehrlingsausbildung - also Praxisorientierung und Schule - gelobt.
Die EU-Bildungsminister beraten am Freitag in Brüssel vor allem über
Möglichkeiten, wie man mit einer besseren europäischen Zusammenarbeit
bei beruflicher und allgemeiner Bildung auch die Chancen für die
Jugendlichen am Arbeitsmarkt verbessern kann. Evaluiert wird dabei
ein Zwischenbericht, in dem die Fortschritte in einigen Bereichen
einerseits als auch die Prioritätensetzung andererseits überprüft
werden.
Deutschland, Schweiz, Österreich
Die dänische EU-Ratspräsidentschaft geht in ihrem Bericht vor
allem darauf ein, dass sich bestimmte Strukturen im Bildungssystem
positiv auf eine verringerte Jugendarbeitslosigkeit auswirken. Dabei
wird auch das duale System der Berufsausbildung angeführt. Gemeinsam
mit Deutschland und dem Nicht-Euro-Land Schweiz wird Österreich hier
lobend erwähnt.
Die europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich beschränkt sich
allerdings auf Unterstützung seitens der EU. Der Bereich ist
weiterhin nationale Angelegenheit der einzelnen Staaten, die EU
bietet aber Foren an, um mit der offenen Methode der Koordinierung zu
besseren Ergebnissen kommen zu können. Bei der "Europäischen
Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen
Bildung" ("ET 2020") kommt Österreich auch hinsichtlich seiner
Initiativen für die Neue Mittelschule, kleinere Klassen, den Ausbau
der Ganztagsschulen und Ausbildungsgarantien gut weg.
Lob für FH-Ausbau
Im Hochschulbereich wird auch der Ausbau der
Fachhochschul-Richtungen gewürdigt. Derzeit gibt es in Österreich
zwölf FHS mit rund 70 Studienrichtungen. Die Zahl der
FHS-Studierenden hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
Waren es im Wintersemester 2006 noch 28.400, wurden für das
Wintersemester 2010 bereits 37.500 FHS-Studenten ausgewiesen. Derzeit
dürfte die Zahl bei rund 40.000 liegen. Auch die Zahl der Studieren
den an Österreichs Universitäten steigt zwar, aber mit rund zwei
Prozent nicht so rasant.
Ein weiteres Ziel der EU ist die Absenkung der Zahl der frühen
Schulabbrecher. Das EU-Ziel für 2020 ist 10 Prozent. Das nationale
österreichische Ziel liegt bei 9,5 Prozent, allerdings wurde dieser
Wert mit zuletzt 8,3 Prozent bereits unterschritten. Im Vergleich der
27 EU-Länder liegen Tschechien und die Slowakei mit rund 5 Prozent
Schulabbrecher am besten, Schlusslicht ist Malta mit geschätzten 30
Prozent. Österreich ist wegen der laufenden Sparpaket-Verhandlungen
der Bundesregierung beim Rat nicht durch Bildungsministerin Claudia
Schmied (SPÖ), sondern auf Botschafterebene vertreten. (APA)