Rampl will Effizienz steigern - Stiftungen befürchten Machtverlust
Rom - UniCredit-Präsident Dieter Rampl hat eine Konsultationsrunde zur
Bildung eines neuen Aufsichtsrats begonnen. Nach Angaben der Mailänder
Tageszeitung "Corriere della Sera" soll das Gremium von 23 auf 15 Mitgliedern
schrumpfen. Damit soll die Effizienz des Aufsichtsrats steigen. Außerdem soll er
den neuen Machtverhältnissen in der Bank nach der Kapitalerhöhung in Höhe von
7,5 Mrd. Euro entsprechen.
Nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" überprüft
UniCredit die Möglichkeit, die Boardmitglieder auf eine Zahl zwischen 15 und 19
zu reduzieren. Jedenfalls sollen es unter 20 Mitglieder sein. Rampl drängt auf
einen "globalen Board" mit weniger italienischen und mehr ausländischen
Mitgliedern, was dem internationalen Profil der Bank entsprechen soll,
berichtete das Blatt. Die neuen Mitglieder sollen bei der Aktionärsversammlung
im kommenden Mai gewählt werden.
Ein Sitz im Board soll dem arabischen Staatsfonds Aabar gesichert werden, der
einen fünfprozentigen Anteil an der Bank-Austria-Mutter hält. Ein weiterer Sitz
sollte einem Osteuropäer überlassen werden. Osteuropa ist nach der Heimat
Italien der zweitstärkste UniCredit-Markt.
Die norditalienischen Bankstiftungen, die bisher zu den stärksten Aktionären
der Bank-Austria-Mutter zählten, befürchten einen Machtverlust im neuen
Aufsichtsrat, berichteten italienische Medien. Die Stiftungen seien besorgt, sie
könnten gegenüber jenen Privatinvestoren an Gewicht verlieren, die im Zuge der
Kapitalerhöhung in die Bank eingestiegen waren. Zu den neuen Aktionären der
Bank-Austria-Mutter zählen der römische Baulöwe Francesco Gaetano Caltagirone
und der Schuhunternehmer Diego Della Valle. Der Brillenkonzern Luxottica erhöhte
seinen UniCredit-Anteil.
Die Gruppe italienischer Unternehmer kletterte somit auf fünf Prozent des
UniCredit-Kapitals. Sie wollen jetzt mit zumindest einem Vertreter im Board
repräsentiert sein. Dies könnte jedoch die Rolle der Stiftungen beeinträchtigen.
In den Aufsichtsrat steigt die Allianz-Managerin Helga Jung ein. Sie ersetzt
Enrico Cucchiani, der zum Geschäftsführer der Großbank Intesa San Paolo
avanciert ist, berichteten italienische Medien. (APA)