UniCredit-Aufsichtsrat soll auf 15 Personen schrumpfen

8. Februar 2012, 11:11
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Rampl will Effizienz steigern - Stiftungen befürchten Machtverlust

Rom - UniCredit-Präsident Dieter Rampl hat eine Konsultationsrunde zur Bildung eines neuen Aufsichtsrats begonnen. Nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" soll das Gremium von 23 auf 15 Mitgliedern schrumpfen. Damit soll die Effizienz des Aufsichtsrats steigen. Außerdem soll er den neuen Machtverhältnissen in der Bank nach der Kapitalerhöhung in Höhe von 7,5 Mrd. Euro entsprechen.

Nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" überprüft UniCredit die Möglichkeit, die Boardmitglieder auf eine Zahl zwischen 15 und 19 zu reduzieren. Jedenfalls sollen es unter 20 Mitglieder sein. Rampl drängt auf einen "globalen Board" mit weniger italienischen und mehr ausländischen Mitgliedern, was dem internationalen Profil der Bank entsprechen soll, berichtete das Blatt. Die neuen Mitglieder sollen bei der Aktionärsversammlung im kommenden Mai gewählt werden.

Ein Sitz im Board soll dem arabischen Staatsfonds Aabar gesichert werden, der einen fünfprozentigen Anteil an der Bank-Austria-Mutter hält. Ein weiterer Sitz sollte einem Osteuropäer überlassen werden. Osteuropa ist nach der Heimat Italien der zweitstärkste UniCredit-Markt.

Die norditalienischen Bankstiftungen, die bisher zu den stärksten Aktionären der Bank-Austria-Mutter zählten, befürchten einen Machtverlust im neuen Aufsichtsrat, berichteten italienische Medien. Die Stiftungen seien besorgt, sie könnten gegenüber jenen Privatinvestoren an Gewicht verlieren, die im Zuge der Kapitalerhöhung in die Bank eingestiegen waren. Zu den neuen Aktionären der Bank-Austria-Mutter zählen der römische Baulöwe Francesco Gaetano Caltagirone und der Schuhunternehmer Diego Della Valle. Der Brillenkonzern Luxottica erhöhte seinen UniCredit-Anteil.

Die Gruppe italienischer Unternehmer kletterte somit auf fünf Prozent des UniCredit-Kapitals. Sie wollen jetzt mit zumindest einem Vertreter im Board repräsentiert sein. Dies könnte jedoch die Rolle der Stiftungen beeinträchtigen. In den Aufsichtsrat steigt die Allianz-Managerin Helga Jung ein. Sie ersetzt Enrico Cucchiani, der zum Geschäftsführer der Großbank Intesa San Paolo avanciert ist, berichteten italienische Medien. (APA)

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