Handybauer

Nokias Smartphone-Produktion geht nach Asien

8. Februar 2012, 09:44

4.000 Jobs in Ungarn, Mexiko und Finnland fallen bis Jahresende weg

Espoo - Radikaler Schritt beim kriselnden Handybauer Nokia: Die mit roten Zahlen und sinkenden Verkäufen kämpfenden Finnen wolle ihre Smartphone-Fertigung nach Asien verlagern. Betroffen seien rund 4.000 Mitarbeiter in drei Werken in Ungarn, Mexiko und in Finnland, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Stellenabbau solle bis zum Ende des Jahres geschafft sein.

Die Mehrzahl der Zulieferer sitze in Asien, mit einer Handy-Produktion vor Ort ließen sich die Zeiten von der Entwicklung bis zur Marktreife der Telefone verkürzen, hieß es zur Begründung. In den drei Werken sollen sich die verbleibenden Mitarbeiter künftig noch um die Anpassung von Smartphones an die Märkte in Europa und den USA kümmern.

In Ungarn sind 2.300 Mitarbeiter betroffen, in Mexiko 700, in Finnland 1.000. Die Kostenersparnisse durch die günstigere Produktion in Asien stünden dabei nicht im Vordergrund, sagte ein Sprecher. (APA)

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19 Postings
mulligan1
11
heuschrecken ziehen eben weiter, wenn alles abgegrast ist.

andreas wreiser
 
18
Europäische Industriepolitik müßte nun lauten

wer in Europa verkaufen will,
der muss auch in Europa produzieren.
Am besten in einem Jointventure mit einer Europäischen Firma.
Wir müssen die Chinesen,
mit den gleichen Waffen schlagen,
so wie sie uns geschlagen haben.
Ansonsten werden wir Großteile der Industrie für immer verlieren, sowie deren Technologie.

Andrej Stoltz
00
15.2.2012, 22:48

Im konkreten Fall Nokia würde es allein schon genügen endlich Flugbenzin ordentlich zu besteuern.

Charly Firpo
00
15.2.2012, 17:15

Ausserdem haben wir in Europa nicht die Kapazitäten für so ein Vorhaben!

Charly Firpo
00
15.2.2012, 17:15

Und wer kann sich in Europa produzierte Ware leisten?

musikuss
04
Typisch Nokia

Immer ein wenig hinterher trampeln, wenn der Zug schon abgefahren ist.
Etliche Firmen beginnen bereits die Produktion wieder abzuziehen aus China. Foxcon z.B.produziert neuerdings auch in Brasilien, was wegen der hohen Importzölle dort Sinn macht.
Vertreter des unbegrenzten Marktliberalismus schrecken davor zurück. Bleibt wohl keine andere Wahl, wenn man die Produktion ins Land zurückbringen will.

Cthulhu fhtagn
03
Déjà-vu...

Wie beim Produktionsstandort Deutschland. Zuerst Förderungen in Millionenhöhe vom Staat eingestreift und nach ein paar Jahren die gesamte Fabrik nach Ungarn übersiedelt und Deutschland geschlossen.

Ironie: Jetzt triffts die Ungarn...

Crazy-Business
00

Ich gehe aber schon davon aus, daß die Grundlagen für die Förderung (in erster Linie befristete Verweildauer bzw. Beschäftigungsgarantie) eingehalten wurden!

Nicht daß ich diese Vorgangsweise der Unternehmen begrüße, aber hier mußt Du auf die jeweiligen Politiker mit dem Finger zeigen! (vermutlich waren diese Fristen auch über den nächsten Wahltag hinausreichend)

bpk
32
Naja sehr schade

Nokia war AFAIK der einzige Smartphone-Hersteller, der zumindest die Endfertigung nicht in Asien hatte.

Aber anders kann man natürlich nur noch schwer am Markt mithalten wenn jeder Mitbewerber von der günstigeren Produktion in Asien profitiert. Geiz ist geil.

Peter_23
09
Geiz ist nicht geil - aber Sie haben die "Neoliberale Regelung" nicht verstanden

Wenn Sie als angeblich nicht so geiziger Konsument freiwillig mehr bezahlen wollen, dann passiert folgendes:

- Die Produktion wandert genauso in das Billiglohnland ab.
- Sie als Konsument zahlen höheren Preis
- Und der Händler, die Zwischenhändler, reiben sich die Hände: Denn die streifen einfach den zusätzlichen Gewinn ein und denken sich: Was für D*ppen die Konsumenten sind.

Diese Getue wegen "Geizig", "Neid" etc. ist doch völlig falsch. Korrekt wäre politischer Vorgang: Staat (oder EU) verhängt hohe Importzölle für Fernostware. Damit kann Nokia gerne nach China produzieren gehen. Aber wenn die das Zeug in der EU verkaufen wollen -> Saftige Strafzölle. So funktioniert das.

Ivan Bukov
00
16.3.2012, 22:46

Nein so funktioniert das nicht...

sterngucker
 
00
Wo denken Sie hin!

1. Strafzölle verletzen das Prinzip des Freihandels
2. Freihandel, und nur Freihandel schafft Wohlstand
3. Daher führen Strafzölle zum Verlust von Wohlstand und Arbeitsplätzen
4. Was meinen Sie mit "aber genau das geschieht doch durch den Freihandel auch"? Also so können Sie das doch nicht ... wir brauchen den Freihandel ... ohne Freihandel sind wir nichts ... GOTO 2.

petzistern
02
aber niemand traut sich !!

Aber von der EU erwarte ich mir schon daß sie den EU-markt schützt - und damit die Produktion und damit die Arbeitsplätze! Was sich in den letzten 10 jahre abgespielt hat ist eine wirtschaftlich Tragödie! Fast sämtliche Artikel kommen aus CHINA! SO kann das nicht weitergehen - siehe Arbeitslosenzahlen und Finanzdebakel!

I pocks net
 
00
14.2.2012, 06:29

Massenartikel kommen aus China, höherwertige Produkte werden (derzeit) nach China von Europa/USA geliefert. So ganz einseitig läuft der Welthandel auch nicht ab. Einen Vorteil hat es wenigstens: Sollen die stinkenden Fabriken und Drecksschleudern ruhig am anderen Ende der Welt stehen.

monoton
03

so nun sollten die transportkosten angemessen ansteigen, dann beginnt bei den managern wieder das große weinen und umlagern

°°__°°
02

der gerhard maierhofer findet das sicher alles spitze weil dann gehen seine aktien wieder nach oben. von 7 auf mindestens 8,2 Euro.

lächerliche gummistiefler! soll noch einer mit dem EU argument kommen!

Jup posts
04
Naja

zuerst eine Fertigung in Asien aufsperren, dann die Zulieferer zwingen dort ebenfalls eine Fabrik aufzumachen oder eben keinen Liefervertrag (auch in Europa) zu erhalten, dannach die Produktion mit der Begruendung dass die Zulieferer in Asien sind nach Asien zu verlegen, zeugt nur von Hohn. Aber damit braucht man auch nicht mehr europaeisch denken und ein Nokia erwerben, weils ein europaeisches Produkt ist. Designed in Finland, Made in China. Geht wohl alles nach Peking, selbst in China verlangen die ja von den Lieferanten zu uebersiedeln damit sie naeher an ihrem Produktionsstandort sind.

123155465
00
Und welchen europäischen Hersteller würden Sie jetzt alternativ vorschlagen?

petzistern
02
gibts ja keinen mehr!

...Produktion und Arbeitsplätze alle in Fernost - billigst produzieren - und die naiven Europäer - vor allem Deutsche und österreicher - denen gehts ja noch gut - kaufen die Ware mit oft hunderten Prozenten Aufschlag !!!

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