Gewerkschafter

Sparen verhindert neues Lehrerdienstrecht

Interview | Rosa Winkler-Hermaden, 8. Februar 2012, 10:54
  • Artikelbild
    foto: standard/corn

    "Ich habe nicht sehr viel Hoffnung, dass in der derzeitigen budgetären Situation der Schritt erfolgen wird, dass die Jungen mehr bezahlt bekommen. So notwendig es wäre."

  • Artikelbild
    foto: privat

    Albert Arzt gehört der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) an.

Albert Arzt sieht schlechte Chancen auf Umsetzung in dieser Legislatur­periode - "Wenn Lehrer billiger werden sollen, spielen wir nicht mit"

Eigentlich hätte das neue Lehrerdienstrecht Ende des Jahres stehen sollen. Laut Lehrergewerkschaft wurden seit Beginn der Verhandlungen im April 2011 aber konfliktträchtige Fragen noch nicht einmal angesprochen. Als neues Zieldatum wurde der Sommer 2012 anvisiert. Die Berufsschullehrer werden in den Verhandlungen von Albert Arzt vertreten. Er fordert ein höheres Einstiegsgehalt für Junglehrer und spricht sich dagegen aus, dass Lehrer mehr Stunden arbeiten sollen als bisher: "Ich habe nicht sehr viel Hoffnung, dass in der derzeitigen budgetären Situation der Schritt erfolgen wird, dass die Jungen mehr bezahlt bekommen." Mehrarbeit sei erst dann möglich, wenn man "die Arbeitszeit entrümpelt", sprich mehr Psychologen und technisches Personal in die Schulen holt.

Über Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sagt er: "Derzeit ist mit ihr kein schlechtes Arbeiten." Sie könne sich nicht überall "Feinde schaffen" und habe genügend andere - "auch in der eigenen Partei". Warum das Image der Lehre so negativ ist, weshalb es bei der Lehrerausbildung bessere Anrechnungsmöglichkeiten für Quereinsteiger geben sollte und warum die Grundrechnungsarten nicht nur in der Berufsschule, sondern auch in der AHS ein Problem sind, sagt Arzt im Interview mit derStandard.at.

****

derStandard.at: Bei den Verhandlungen des neuen Lehrer-Dienstrechts kam es zu Verzögerungen, eine Einigung wurde nun für Mitte des Jahres versprochen. Wie ist der Stand der Verhandlungen?

Arzt: In Wahrheit geht es um ein Besoldungsrecht. Wenn die Regierung von einem neuen Dienstrecht spricht, möchte sie es eigentlich nur billiger haben. Wir als Gewerkschaft sehen, dass die jungen Lehrer relativ wenig bezahlt bekommen und die alten teuer sind. Diese Kurve hätte man schon in den 80er Jahren kippen müssen. Dann wäre das alles auch finanzierbar gewesen und schon längst überstanden. Das Bildungsbudget ist deshalb so strapaziert, weil viele ältere Leute, so wie ich es bin, im System drinnen sind. Sie kosten auch viel Geld. Das ist der Hauptbrocken, der in einem neuen Besoldungsrecht geändert gehört. Das Heben der Anfangsbezüge wird aber nicht finanzierbar sein. 

derStandard.at: Aber es wird ja auch von der Ministerin immer wieder gefordert.

Arzt: Das sind Lippenbekenntnisse. Wenn das Geld nicht reicht, dann kann man es vergessen. Wir haben mit dem Unterrichtsressort 2003 ein Schema verhandelt und auch schon Lösungen gehabt. Dann ist die Regierung geplatzt und es wurde wieder schubladisiert. Das ist das Dilemma, das wir immer wieder haben. 

derStandard.at: Das könnte auch diesmal passieren.

Arzt: Ich habe nicht sehr viel Hoffnung, dass in der derzeitigen budgetären Situation der Schritt erfolgen wird, dass die Jungen mehr bezahlt bekommen. So notwendig es wäre. Auch die andere Variante, dass die Älteren zahlen, wäre völlig ungerecht. 

Finanzministerin Fekter hat vorgeschlagen, dass die Lehrer sich den höheren Bezug selber finanzieren. Das ist keine Besoldungsreform. Sechs Stunden mehr, vier bekomme ich bezahlt: Wenn das alles ist, was ihr einfällt, das ist relativ fantasielos.

derStandard.at: Es wird also zu weiteren Verzögerungen kommen. Ist ein neues Dienstrecht in dieser Legislaturperiode realistisch? 

Arzt: Wenn man will und das Geld vorhanden ist, kann man viel machen. Derzeit habe ich das Gefühl - wir sitzen uns schon zwei Jahre lang gegenüber -, dass die Handbremsen scharf angezogen werden. Ich erwarte mir nicht sehr viel.

derStandard.at: Mehr Stunden arbeiten ist nicht drinnen?

Arzt: Unter derzeitigen Voraussetzungen finde ich es eine Zumutung. Eine Leistung in der Klasse kann ich nicht einer Arbeit am Schreibtisch gleichsetzen. Da rede ich noch gar nicht von der Vor- und Nachbereitung. Darüber könnte man reden, wenn man die Arbeitszeit entrümpelt: Was ist Lehrer-Arbeit und was nicht. Dann findet man vielleicht einen Zugang, aber nicht unter den Bedingungen, wie sie jetzt vorherrschen. Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter, Psychologen und auch Leute, die sich um die technische Ausstattung der Schulen kümmern. Wir brauchen auch mehr Autonomie an den Schulen. Nicht, dass ich bei jedem Schmarren bei der Dienstbehörde rückfragen muss. Die Schulen sollen selber entscheiden, wann sie eine Teilung der Klassen vornehmen. 

derStandard.at: Was bedeutet das für die Verhandlungen?

Arzt: Wenn die Lehrer billiger werden sollen, nicht besser, spielen wir da nicht mit. Dann kann ich das als Interessenvertreter nicht mittragen. Für mich geht es um das Miteinander. Die Gewerkschaft verhindert, heißt es dann. Wenn die Massenmedien drüberfahren, ist man schnell ein Betonierer. 

derStandard.at: Wie beurteilen Sie Claudia Schmied?

Arzt: Derzeit ist mit ihr kein schlechtes Arbeiten. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass sie sich nicht unbedingt eine Tortur wie 2009 antun möchte. Das ist nicht unbedingt Freundschaft zur Gewerkschaft, sondern eine Art Zweckpartnerschaft.

derStandard.at: Sie hat bemerkt, dass sie sich mit der Gewerkschaft nicht anlegen darf?

Arzt: Man kann sich nicht überall Feinde schaffen. Sie hat genug andere, auch in der eigenen Partei. Wir erwarten uns, dass die Einstiegsgehälter angehoben werden, das kann die Regierung nicht finanzieren. Damit ist das Thema wahrscheinlich gestorben. Der Dienstgeber erwartet sich, dass der Lehrer billiger wird, dem können wir unter diesen Umständen aber einfach nicht zustimmen.

derStandard.at: Sie vertreten die Lehrer in den Berufsschulen. Was unterscheidet sie von anderen Lehrern?

Arzt: Die berufliche Erfahrung. Sie kommen allesamt aus der Wirtschaft und haben Berufspraxis von mindestens drei Jahren. Beim Einstieg sind sie deutlich älter als ihre Kollegen, das durchschnittliche Eintrittsalter liegt bei 36 bis 38 Jahren. Aus diesem Grund bringen die Lehrer auch mehr Lebenserfahrung mit. Die Ausbildung zum Berufsschul-Lehrer erfolgt berufsbegleitend. 

derStandard.at: Derzeit wird die neue Pädagogen-Ausbildung diskutiert. Welche Veränderungen werden auf die Berufsschullehrer zukommen?

Arzt: Derzeit gibt es viele Diskussionen, was wirklich umgesetzt wird, muss man abwarten. Wir streben an, dass ein Berufsschullehrer auf demselben Niveau ausgebildet wird wie andere Lehrer. 

derStandard.at: Also auch eine universitäre Ausbildung?

Arzt: Letzten Endes ja, ich kann es mir nicht anders vorstellen. Wenn an den Berufsschulen "Schmalspur-Lehrer" unterwegs sind, dann fehlt die Akzeptanz. Aber es muss ein Weg gefunden werden, um fachliches Wissen auch anzurechnen. Wenn man den Facharbeitermangel bekämpfen will, muss man eine fachliche Ausbildung höher einstufen.

derStandard.at: Was sind konkret Ihre Forderungen?

Arzt: Es wird notwendig sein, dass man schaut, auf welchem Standard Lehrer in anderen Ländern ausgebildet werden. Wenn das im europäischen Vergleich auf universitärem Level stattfindet, wird sich Österreich nicht erlauben können, das nicht zu machen. 

derStandard.at: Die Lehrer-Ausbildung soll künftig also an der Uni stattfinden und nicht an der Pädagogischen Hochschule?

Arzt: Man wird auf das Wissen von beiden Institutionen zurückgreifen müssen. Die Pädagogischen Hochschulen haben im Bereich Didaktik sicher die Nase vorne, die Unis im fachwissenschaftlichen Bereich. Wenn man es schafft, dass sie das miteinander machen, hat man das beste Ergebnis. 

Und zu den Berufsschullehrern sage ich, dass wir die deutlich höhere Bewertung von beruflichem Wissen brauchen. Wenn ich heute einen Uni-Absolventen habe, der Physik studiert hat, und auf der anderen Seite jemanden, der zehn Jahre in einem Labor im Entwicklungsbereich tätig war, dann ist er dem gleichwertig. Die wissenschaftliche Aufbereitung muss man sicher noch ergänzen.

derStandard.at: Sie fordern, dass man nicht von vorne mit der Lehrer-Ausbildung anfangen muss, sondern mittendrin einsteigen kann?

Arzt: Genau. Es ist für mich ein völliger Wahnsinn, wie man mit der Zeit der jungen Menschen umgeht. Es muss Anrechnungsmöglichkeiten geben. Man vergeudet die Energie der Leute. 

derStandard.at: Warum ist das Image der Lehre so schlecht?

Arzt: Wissen zählt heute nur dann, wenn es schulisches Wissen ist. Man hat die Lehre ganz bewusst mit Beginn der 90er Jahre untergraben, durchaus vonseiten der Wirtschaft. Die Lehre wurde als Sackgasse dargestellt, im Prinzip hat man sie krankgeredet. Dabei hat es immer entsprechende Arbeitsplätze gegeben und es gab überhaupt keinen Grund, dass man sie so negativ darstellt. Die Aufstiegschancen waren immer da. Ich selber habe Tischler gelernt und habe danach maturiert. Es war vielleicht aufwendiger und mühsamer, aber mit der Berufsreifeprüfung ist hier vieles in eine positive Richtung gelenkt worden. 

derStandard.at: In Umfragen bemängeln Unternehmer aber, dass passende Lehrlinge immer schwerer zu finden seien. Die Jugendlichen würden nicht einmal die Grundrechnungsarten beherrschen.

Arzt: Das lässt sich an der Demografie erklären. Als ich 1983 als Lehrer in der Berufsschule begonnen habe, waren grob geschätzt 20 Prozent der Jugendlichen ohne Ausbildung. Das waren die klassischen Hilfsarbeiter. Und wir haben natürlich einen höheren Anteil gut begabter in den Berufsschulen gehabt. Der Trend war bei weitem nicht so stark in Richtung höhere Schulen, vor allem am Land. Heute haben wir vielleicht drei Prozent Jugendliche, die keine Berufsausbildung machen. Der Rest ist in den Berufsschulen und ein nicht unerheblicher Teil ist in Richtung schulische Ausbildung gegangen. Man hat ja systematisch über die politische Schiene vermittelt, dass wir eine höhere Akademikerquote brauchen. Im Anzug arbeiten ist schöner, als wenn ich ein Arbeitsgewand trage.

derStandard.at: Was können und müssen Berufsschulen ausgleichen, was in Pflichtschulen verabsäumt wurde?

Arzt: Wenn Sie sagen, die Grundrechenarten sind ein Problem, schauen Sie bitte in die AHS. Dort ist es dasselbe. Wir haben in den Berufsschulen sehr viele gute Jugendliche. Die sind spitze. Natürlich gibt es einen höheren Anteil an schwächeren Schülern, die früher keine Ausbildung gemacht hätten. Schulen müssen heute das ausgleichen, was die Gesellschaft nicht mehr schafft, nicht nur Pflichtschulen. Das wird immer mehr. Je weniger Zeit die Eltern haben, dass sie die Kinder begleiten, umso mehr bleibt für die Institution Schule über. 

In der Berufsschule sind natürlich nicht die überversorgten Kinder. Sie sind durch die Bank auf eigene Füße gestellt. Zum Teil ist es erschütternd, wie wenig von den eigenen Eltern in die Kinder investiert wurde. In Ballungszentren gibt es Viertel, da haben die Eltern über Jahre, Jahrzehnte keine regelmäßige Arbeit gehabt. Wie soll der Jugendliche dann wissen, was Pünktlichkeit ist? (derStandard.at, 8.2.2012)

ALBERT ARZT (geb. 1958) ist Bundesvorsitzender der Berufsschullehrer-Gewerkschaft. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 282
1 2 3 4 5 6 7
sternsteinblitz
02

Untersuchungen zum Lehrer-werden zeigen (NRW unter Einschluss Skandinaviens): Wenn man es sich leisten kann, nur 10 % aller Studienwerber für das Lehramt zu nehmen, so erhält man 97 % Berufsgeeignete. Was tut Österreich dazu, das zu schaffen: man lässt den Wiener Zeitungsboulevard von der Leine, um in den Budgetverhandlungen alles möglichst billig zu halten, den Verdienst, die Klassengrößen, ...

Irma la Douce
00
Die Realität:

Lehrender ist ein LERN-Beruf, das meint I.l.d., eine lebenslang in Ausbildung befindliche. Dass nur 10% oder sonst wie wenige "geeignet" seien, ist schlicht Mumpitz.

sternsteinblitz
00
12.2.2012, 19:39

"Dass nur 10% oder sonst wie wenige "geeignet" seien, ist schlicht Mumpitz."

Sagt dies mein Posting tatsächlich aus?
tja ..

Sidlo
60
Eine weitaus engere Auswahl bei den Lehrern

in Verbindung mit einer permanenten Evaluation ihrer Arbeit aufgrund von Pisa Tests, verbunden mit harten Konsequenzen bei Versagen, wäre schon wünschenswert, dann wären vieleicht die Lehrer wirklich ihr Gehalt einmal wert.

denkreal
00
18.2.2012, 17:26

Konstruktive Worte in Zeiten des Lehrermangels...
Danke trotzdem, weil ihr Posting recht exakt, wenn auch indirekt, einer der Hauptursachen des Ist-Zustandes widerspiegelt.

AttenTexter
 
00
...

Und natürlich sind SIE in der Lage, das zu beurteilen.
*LOL*

Aber gut, es ist halt Faschingszeit, da kann man nichts machen.

Sidlo
40
Fakt ist, dass Österreich als wohlhabendes Land

lächerlich schwach bei Pisa abschneidet während es bei den benefits für die Lehrer absolute spitze ist. Das können selbst die größten Betonschädel nicht wegleugnen, nur unter dem Teppich kehren und Pisa Maß für die schulische Leistung ablehnen, was bei zuhehmender Internationalisierung und Entprovinzialisierung glücklicherweise immer schwieriger wird.

sternsteinblitz
00
12.2.2012, 19:42

Beschäftigen Sie sich vor dem nächsten Posting einmal mit der Sache!

saladin der dritte
00
10.2.2012, 08:41
Achtung: Gefährlicher Trugschluss

Auch wenn Österreich im PISA-Test nur mäßig abschneidet, sind die Wirtschaftsdaten bei weitem nicht so schlecht, wie man gemäß PISA vermuten würde:
1. Geringe Jugendarbeitslosigkeit - der scheinbar Schlechten
2. Gute Konkurrenzfähigkeit der Gesamtwirtschaft

Der Grund dafür ist unsere duale Berufsausbildung: Jugendliche, die keinen Bock auf Schule haben, finden in der Lehre viel Gefallen und entwickeln Kompetenzen, die weit über die PISA-Ergebnisse hinausgehen. Aber die Leistungen der Betriebe und Berufsschulen werden - wie Albert Arzt in dem Interview richtig beklagt - von der Öffentlichkeit ignoriert. Arbeit bildet, die Schule langweilt (viele Jugendliche). Das muss mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden.

D/E
03
Betonschädel, die fleißig unter den Teppich kehren.

Danke für das Bild.

U made my day.

Der Rest Ihres Postings enthält leider nichts Brauchbares. Von wegen "benefits"! Blödsinn.

Werner Lischka
72
ich verstehe die argumentation der ...

... gewerkschafter - sie vertreten ja eine berufsgruppe, deren gutverdienender teil in der vergangenheit bereit war, auf höhere anfangsgehälter zu verzichten und nun im gegenzug darauf baut, dass die zusage der höheren gehälter am ende des berufslebens eingehalten wird.
das problem ist, dass die gelder dafür und die gelder für eine sinnvolle besoldungsreform nicht da sind.
eine gerechte lösung kann es bei fehlenden ressourcen nicht geben - ich würde (aus sicht des nichtbetroffenen) daher für die besoldungsreform optieren und die steigerungen einfrieren. lehrer, die dies nicht akzeptieren kriegen entweder höhere klassenstundenzahlen oder suchen sich einen neuen job. ungerecht - ja, aber notwendig.

denkreal
00
19.2.2012, 17:46
Vorsicht Falle

Auf den ersten Blick löst dieser Ansatz tatsächlich das Lehrerproblem. Allerdings in der Weise, dass diesen Job dann gar niemand mehr machen würde. Österreich könnte dann versuchen Lehrer von Billiglohnländern zu importieren. Das machen wir dann in allen anderen Bereichen auch. Vielleicht bekommen wir unser drittes A wieder zurück und noch eines drauf, weil wir so brav sind. Klingt doch toll - oder ist da doch wo ein Denkfehler. Entspannen, dann noch einmal langsam durchdenken - Punkt für Punkt. Vorsicht: Der Haken liegt wie immer im Detail! Es sind die mutigen Visionen die fehlen, nicht das Geld!

saladin der dritte
00
10.2.2012, 10:02
Aussendung der AK Salzburg

- Steuerschulden sind kein Kavaliersdelikt! Rund die Hälfte der Steuer- und Beitragsrückstände sowie fast die Hälfte des Insolvenzvolumens sind von den Arbeitnehmern (Lohnsteuer, Dienstnehmerbeitrag zur Sozialversicherung) bzw. Konsumenten (Mehrwertssteuer) bereits bezahlte und abgezogene Steuern und Beiträge, die treuhänderisch einbehalten und an den Staat weiterzuleiten sind! Die Arbeitnehmer können es sich auch nicht richten.

- Insgesamt geht es um Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und Dienstnehmerbeitrag zur Sozialversicherung in der Höhe von 3,4 Milliarden Euro. Die gesamte Steuerschuld bei Finanzamt und Sozialversicherung beläuft sich laut einer Anfragebeantwortung von Finanzministerin Fekter auf unglaubliche 7 Mrd. €

Werner Lischka
00
10.2.2012, 11:48
es stimmt, dass steuerschulden ...

... kein kavaliersdelikt sind.
sie mit insolvenzausfällen zu verquicken ist aber eine unzulässige argumentation.
in diesem fall ist der schuldner entweder pleite (konkurs) oder der gläubiger gibt sich mit weniger zufrieden um überhaupt etwas zu bekommen (ausgleich).
in beiden fällen gilt - wo nichts ist, hat der kaiser sein recht verloren. das ist pech f.d. arbeitnehmer - aber so ist das leben. wenn mein kunde wegen insolvenz nicht zahlt, gibts nix mehr (und bei angestellten ist defacto der arbeitgeber der kunde).
sie können gene über steuerschulden geifern - wenn zahlungen ausfallen, muss auch der staat warten. die fälligkeit v. steuern & abgaben nach dem rechnungsdatum ist ohnehin eine frechheit und defacto ein gratiskredit an den staat.

saladin der dritte
00
10.2.2012, 08:32
7 Milliarden Euro

schulden Unternehmen dem Staat an Steuern: Lohnsteuer und Umsatzsteuer, die sie den Arbeitnehmern und Konsumenten schon verrechnet haben aber nicht ordnungsgemäß abführen. Und da sagen Sie, das Geld für höhere Anfangsgehälter ist nicht da? Ich zweifle an Ihrer Kompetenz. Leider auch an der der Regierung.

Werner Lischka
00
10.2.2012, 09:26
wer im glashaus sitzt, soll nicht mit steinen...

... werfen.
ihre kompetenz besteht scheinbar in der propaganda auf kronenzeitungs-niveau.
anders kann ich mir das argument 'das geld wäre da, wenn es nicht gestohlen worden wäre' nicht erklären.
mit nicht-vorhandenem geld kann man weder planen noch opererieren - egal ob es illegal vorenthalten oder schlicht nicht verdient wurde.
bitte denken vorm posten!

saladin der dritte
00
10.2.2012, 11:12
Aussendung der AK Salzburg

Beachten Sie die weiter oben angeführte Aussendung der AK-Salzburg, in der diese Zahl an Außenständen der Unternehmen von Frau Min. Fekter bestätigt wird.

Irma la Douce
00
Aber die "fehlenden ressourcen" gibts ja, in den kommenden Jahren

wo die "alten" in Pension gehen. die Neueinsteiger machen ja schon "ein Geschäft", wenn sie 40% des Bruttogehalts von einem "Alten" bekommen!

Werner Lischka
00
für eine besoldungsreform brauchen sie ...

... das geld jetzt - und nicht gieskannenmäsig in den nächsten 10 jahren!

AttenTexter
 
03
...

Recht hat er. Ich warte nur darauf, bis es den Lehrern zu viel wird, sie alles hinschmeißen und sagen:
Macht euch den Sch*** doch selber!

(Könnt's ihnen nicht verübeln.)

Und dann werden endlich nur noch die Besten der Besten der Besten Lehrer.

Und müssen dann, weil sich's von der Verteilung der Schüler pro Profilehrer nicht mehr anders ausgehen wird, in Lehrsälen jeweils rund 1000 Schüler pro Unterrichtseinheit unterrichten.
Natürlich müssen solche Lehrsäle erst mal gebaut werden.
Aber die erstklassige Bildung unserer Kinder sollte uns das wert sein, oder???

Werner Lischka
00
jobwechsel ist ein legitimes recht -

- allerdings sind die jobangebote für ehemalige lehrer nicht so toll (zumindest in österreich).
die massen-klassen kann man umgehen - es gibt eu-staaten, in denen noch schlechter gezahlt wird. dort kann man rekrutieren, die leute durch einen deutschkurs schleusen und damit die abwanderung ersetzen.
auch andere mütter haben schöne töchter - ungarn, tschechien, rumänien, polen - mathematik und physik ist nicht an staatsgrenzen gebunden.

sternsteinblitz
02

tja, soche Sichtweisen gab`s doch schon einmal ...

Werner Lischka
11
es ist mir nicht bekannt, dass in österreich ...

... schon mal gegen die gewerkschaften regiert wurde.
im staatsnahen bereich geschah ähnliches nur bei der privatisierung der linzer stahlwerke - und die waren zu diesem zeitpunkt konkursreif.
interessanterweise sind sie nach diesem kahlschlag heute durchaus wettbewerbsfähig.
wenn sie unbedingt auf den offenbarungseid des öffentlichen bildungswesens warten wollen - bitte.
die privatschulen und bestens ausgebildete eliten werden es ihnen danken.

sternsteinblitz
00
12.2.2012, 19:45

Sie haben nur in einer Sache Recht: Ich bin an einer Privaten! :D

Werner Lischka
00
12.2.2012, 21:16
auch an privaten schulen findet man ...

... politische blindheit.
glücklicherweise für sie, steht die nicht unbedingt in relation zu fachlicher komptenz.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 282
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.