Spanier lehnen sich gegen Sparkurs auf

8. Februar 2012, 09:15
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Tausende Menschen haben in Madrid lautstark gegen die drastischen Einschnitte der Regierung demonstriert

Madrid - Tausende Menschen haben in Madrid gegen die Sparmaßnahmen der Regierung demonstriert. Rund 10.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes marschierten am Dienstagabend lärmend durch die Straßen der spanischen Hauptstadt. Sie protestierten gegen die Entscheidung der Regionalregierung, die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst zu verlängern und das Krankentagegeld zu kürzen. Die Gewerkschaften wenden sich zudem gegen Kürzungen im Gesundheitswesen und dem Pflegebereich.

Die spanische Regierung des konservativen Premierministers Mariano Rajoy hat jüngst unter anderem aber auch drastische Gehaltskürzungen für Manager staatlich gestützter Banken und Sparkassen beschlossen. Sie sollten Vorbild für eine Gesellschaft werden, die "viele Opfer bringen muss", erklärte Wirtschaftsminister Luis de Guindos dieser Tage. Die Vorstandsmitglieder der Geldinstitute, die Hilfe aus dem staatlichen Rettungsfonds FROB erhalten haben, dürfen nicht mehr als 600.000 Euro im Jahr verdienen. Die Gehaltskürzungen entsprechen einem Einkommensverlust von durchschnittlich 66 Prozent.

Spanien ist von der internationalen Schuldenkrise und dem Platzen einer Immobilienblase schwer getroffen. Die Arbeitslosenquote liegt bei knapp 23 Prozent. Experten befürchten, dass das Land erneut in eine Rezession abgleitet. Das hoch verschuldete Land ist zuletzt etwas aus dem Fokus der Finanzmärkte geraten. Das strikte Spar- und Reformprogramm des neuen Regierungschefs sorgte an den Märkten wieder für mehr Vertrauen. (Reuters/red)

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    In Spanien wird kräftig gespart - viele Menschen sehen nicht ein, warum sie die Krise ausbaden sollen.

  • Madrid: So geht das nicht, meinen viele Spanier.
    foto: epa/lerena

    Madrid: So geht das nicht, meinen viele Spanier.

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