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Wien - Jener 63-Jährige, der am Montag sagte, während seiner Zeit in einem Wiener Kinderheim 1964 absichtlich mit Malaria infiziert worden zu sein, ist wohl nicht das einzige Opfer: Noch am selben Tag meldete sich ein weiterer Betroffener, der ebenfalls mit der fragwürdigen Fieberkur an der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie behandelt worden sein soll.
Der Fall von Herrn J. liegt bei der Opferschutzstelle Weißer Ring, wo der Psychiater Ernst Berger tätig ist. Ihm seien bislang keine weiteren Fälle von malariainfizierten Heimkindern bekannt, "vermutlich wird es mehrere geben", meint er im Standard- Gespräch. J. spricht von zumindest ein bis zwei anderen Kindern, denen zur selben Zeit der Malaria-Erreger gespritzt worden sei. Die Therapie galt vor dem Antibiotikum als Mittel gegen Syphilis. In den 1960ern allerdings war die Fieberkur längst nicht mehr wissenschaftlicher Standard.
Malaria-Therapie gegen "adoleszente Probleme"
Psychiater Berger sagt, er wisse aus sicherer Quelle, dass ein weiterer Jugendlicher 1967 wegen "adoleszenter Probleme" der Malaria-Therapie unterzogen wurde - allerdings war dieser kein Heimkind. J. hat sich an den Opferanwalt Johannes Öhlböck gewandt, der bereits zwei Frauen vertritt, die im Heim am Wilheminenberg missbraucht wurden.
Herr J., bei dem die heute nicht mehr zulässige Diagnose "Psychopathie" gestellt wurde, lebte nachweislich einige Jahre in Kinderheimen der Stadt Wien. Ob das umstrittene Heim am Wilhelminenberg auch darunter ist, will der Weiße Ring vorerst nicht bekanntgeben. Sollte das der Fall sein, wird sich auch die eigens dafür eingerichtete Helige-Kommission darum kümmer
Es sei zu klären, ob es systematische Versuchsreihen mit Heimkindern gab, sagt Barbara Helige. Stündlich ändere sich die Zahl der Menschen, die sich bei der Kommission melden. Am Freitag waren es 55. "Auf jeden Fall gibt es Zusammenhänge zwischen den Vorkommnissen am Wilhelminenberg und dem Heim am Spiegelgrund (Anm.: Baumgartner Höhe)", so Helige. Genaues wird noch untersucht. Bürgermeister Michael Häupl (SP) versprach am Dienstag, die Stadt werde sich um Wiedergutmachung bemühen.
Weil die Erreger nach etwa einem halben Jahr aus dem Blut verschwinden, kann eine Malaria-Therapie heute kaum mehr nachgewiesen werden. (juh, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)
Vor einem Monat ist aufgeflogen, dass in einer vom Grazer Jugendamt betreuten Wohngemeinschaft mehrere Mädchen über Jahre misshandelt und vergewaltigt wurden. Ein Lokalaugenschein in einer WG offenbart erschütternde Biografien der Kinder.
Großteils bedingte Haftstrafen für die Kinderbetreuer
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Streit um Fristen für Entschädigungsanträge
Kindheit und Jugend im Fokus von Historikern
Studie über Untergebrachte in Tirol
Prozess um Misshandlung von fünf Kindern in Leoben
Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch waren in der Nachkriegszeit nicht nur in Kinderheimen, sondern auch in Pflegefamilien präsent. Ein von der Stadt Wien beauftragtes Team der FH Campus Wien soll die Zustände untersuchen
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Mädchen mit Behinderungen sollen in Heimen zwangssterilisiert worden sein
Zudem sollen auch Landesorganisationen Heimkinder beschäftigt haben - Bericht des Landeskontrollamtes aus dem Jahr 1977 dokumentiert Vorgänge
Hans Weiss hat in seinem neuen Buch Vorgänge in 135 Einrichtungen untersucht und liefert einen erschütternden Befund
Bund entschädigt für Quälerei in staatlichen Internaten - Bundeskommission ist aber noch wenig bekannt
Salzburger Historiker verlangen eine einheitliche Regelung zur Entschädigung von Heimkindern. Der Missbrauch war "gesellschaftlicher Konsens" und die "Verantwortungskette" war lang
Gerichtsbeschluss für Einweisung in Heim nach Volljährigkeit fehlt offenbar - Salzburgerin fordert Lohn für Arbeit im Kloster zurück
Der Tiroler Erwin Aschenwald (50) erlitt in Heimen nicht nur Gewalt. Die Behörden hätten ihm wider besseres Wissen den Vater vorenthalten. Nun soll eine DNA-Analyse posthum die Vaterschaft klären
Vorerst meldeten sich 13 Personen
Arbeit ehemaliger Heimkinder soll dem heutigen Lohnniveau entsprechend entlohnt werden
Der Zeithistoriker Horst Schreiber hat Tiroler Heimkinder der 60er Jahre interviewt. Zwangsarbeit sei ein Erziehungsmittel gewesen
Opferschutzanwaltschaft wird Bubenburg-Opfer für vorenthaltene Patenschaftsgelder entschädigen
Das Bundesheer hat nach Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten am Montag eine eigene Untersuchungskommission eingerichtet
Nach Tirol und Oberösterreich bestätigt Vorarlberg Fälle von Auftragsarbeiten für Erziehungsanstalten
Betroffene mussten unter erschwerten Bedingungen in der Landwirtschaft mithelfen
Swarovski arbeitet bei Kommission des Landes mit und durchforstet Unterlagen - Darbo will notfalls Lohn "noch einmal zahlen"
Soziallandesrat erwartet sich lückenlose Aufklärung - Neben Swarovski sollen auch Darbo und EGLO auf Zöglinge zurückgegriffen haben
Auch in Oberösterreich ließen Firmen Heimkinder für sich arbeiten. Im Gegensatz zu Tirol erhielten sie dafür ein Taschengeld. Swarovski, Darbo und Eglo wollen jetzt wissen, wo ihre Löhne gelandet sind
Heimkinder sollen in den Sechzigerjahren unbezahlt für den Kristallkonzern gearbeitet haben - Auch Marmeladenhersteller Darbo ist betroffen
Betroffene leiden unter Kompetenzwirrwarr
Methoden waren in psychiatrischer Universitätsklinik Wien in 1970er-Jahren üblich
Gernot Heiss leitet fünfköpfiges Team - Fragwürdige Methoden bei Forschung und Patientenbehandlung auf dem Prüfstand
Übergriffe in Heimen seien auch heute keine Ausnahme, sagt der Sozialpädagoge Peter Wanke
Experimente an Wehrlosen gab es nicht nur in Österreich
Zweite Millionenklage gegen das Land Oberösterreich: Den Klägern, die in Heimen misshandelt wurden, sind die 20.000 Euro Entschädigung zu wenig
Kinderpsychiater Berger: "Formen eines fast systematischen Sadismus"
Aufarbeitung der Psychiatrie-Geschichte der Nachkriegszeit
Aufklärung von zweifelhaften Therapiemethoden in den 1970er Jahren
Heimkinder wurden früher besonders gerne für Medizin-Experimente herangezogen, schlussfolgert die Vorsitzende der Wilhelminenberg-Kommission
Injektionen sollen vorübergehend körperliche Beeinträchtigungen verursacht haben - Helige: Kommission prüft - Fälle haben nichts mit Malaria zu tun
Bisher rund zehn Personen in Kontakt mit Wiener Juristen
Den Berichten zweier ehemaliger Wiener Heiminsassen über Malariatherapien in den 60er Jahren folgten am Dienstag Vorwürfe, Mädchen seien in Tirol mit Tierpräparaten "niedergespritzt" worden
Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings, erklärt, was es den Betroffenen heute einfacher macht, öffentlich zu reden
Zuständiger Psychiatrie-Direktor "besorgt" über kolportierte Therapiemethoden
Als schwere Körperverletzung einzustufen
Öhlbock: 14-tägige Behandlungszyklen, Kinder dienten als Träger für Virus
Bis Ende der 1970er Jahre wurden gegen "Onanie und sexuelle Übererregung" auch Tiermedikamente eingesetzt
Kasper: Betroffene könnten als "Erregerträger" verwendet worden sein
Es sei zu klären, ob ein "Verbrechen" passiert sei oder es sich um eine "völlig überholte Behandlungsmethode" handle
An der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie sollen in den 1960er-Jahren Versuche mit Malariaerregern durchgeführt worden sein, berichtet ein Betroffener. Die Klinikleitung zeigt sich bestürzt; die Akten aus der Zeit gelten als verloren
Heimkinder bekommen für Zwangsarbeit, die sie für Firmen, Bundesheer und Landwirtschaft leisten mussten, keine Pension. Der Gesetzgeber Bund habe bei der Kontrolle versagt, kritisieren Experten und Opposition
Wer hat denn diesen Satz zu verantworten???
Die Täter sind längst tot, die Taten verjährt.
Aber offenbar kann es für einige nicht schaden, die Opfer noch ein bisschen anzuschütten und ein klein wenig Zweifel zu schüren. Motto: Beweisen könnens nix, vielleicht ist es eh nur erfunden.
Die Scheinheiligen Repräsentanten , die bei Gross weggeschaut, ihn unterstützt und geehrt haben, werden einen sicheren Platz in dieser Geschichte der Zweiten Republik einnehmen müssen und dagegen hilft kein Verschweigensversuch mehr. Wie Opfer und Täter im BSA - eine Brutstaette von ehemaligen,rasch etablierten Nazis -miteinander ausgekommen sind, welche Mechanismen sich dabei entwickelt haben, diese und ähnliche Fragen werden noch zu erforschen sein.
Caspar Einem ist es zu verdanken, dass im BSA darüber einiges aufgeklärt wurde, aber Dank hat er von der Partei dafür nicht bekommen, das sollte zu denken geben, auch - das leider rechte und nicht linke Juristen hier unterstützend am Werk sind, eigentlich sehr traurig.
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