Österreich mit dabei

Neun EU-Staaten für rasche Finanzabgabe

8. Februar 2012, 08:49

Österreich, Frankreich, Deutschland schickten Brief an dänische Präsidentschaft - Wiener Finanzministerium stellt sich auf langen Kampf ein

Wien - Österreich und acht weitere Euro-Staaten haben in einem Brief an die dänische EU-Ratspräsidentschaft eine rasche Umsetzung der Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene gefordert. Die Unterzeichner sind neben dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti die Finanzminister Deutschlands, Frankreichs, Belgiens, Spaniens, Finnlands, Griechenlands und Portugals. Eine entsprechende Meldung französischer und italienischer Nachrichtenagenturen wurde am Dienstagabend vom Sprecher des Finanzministeriums, Harald Waiglein, auf Anfrage bestätigt.

In dem Brief wird ein Entwurf der EU-Kommission unterstützt, der vor allem von Großbritannien abgelehnt wird. Zuvor war allerdings auch eine Besteuerung von allen Euro-Finanztransaktionen durch die Euro-Staaten die Rede. Auf diese Art könnte eine Blockade Großbritanniens umgangen werden. Österreich stelle sich auf einen langen Kampf für die Finanztransaktionssteuer ein, hieß es aus dem Finanzministerium. "Niemand glaubt, dass es von heute auf morgen geht", sagte Waiglein. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2
SteadyState
10
Zeit wird's,

und gleich solchen sittenwidrigen Nonsens wie ungedeckte CDS und dergleichen auch abstellen.

warp.faktor
11
Viel interessanter ist doch ...

... wer sich da gegen die FTS stellt!

Alle die von Steuerhinterziehung, Finanzwetten und Mafiageld leben.

franz der freie
 
11
da tummeln sich eine menge teilinformierter.

die ft-steuer kann sie sehr schnell treffen, wenn sie eine lebensversicherung, pensionsversicherung oder gar einen fremdwährungskredit haben. bei fw-krediten und einer rolloverperiode von einem monat und einer laufzeit von 30 jahren trifft sie persönlich die ft-steuer 360 mal. in kleinen beträgen, aber es können schon ein paar tausender in summe sein. das gleiche trifft sie mit ihrer lebensversicherung, die den kredit einmal tilgen soll. auch dort werden für sie börsengeschäfte, teils in fremden währungen getätigt. die versicherung zieht ihnen natürlich die spesen ab.

Fraho
10
14.3.2012, 06:00
und die Steuer auf Lebensmitteln??

...wer regt sich schon auf wenn er für Brot und Milch auch MWSt. bezahlen muss - warum nicht auch wenn er spekulativ unterwegs ist?

warp.faktor
02
Gut so!

Kein vernünftig denkende Privatperson würde je einen Fremdwährungskredit mit einer Rolloverperiode von einem Monat aufnehmen. Das Risiko war immer völlig unkalkulierbar.

Moralapostel
 
15
Hier die andere Teilinformation:

Durch die FTS würde jede einzelne Transaktion mit einem verschwindend geringen Steuersatz (0,01 bis 0,05%) belegt. Diese geringe Marge würde mittel- und langfristige Investoren nicht behindern, wohl aber die kurzfristigen und hochgradig risikobehafteten Geschäfte. Kritiker der FTS führen an, durch sie würde auch der „kleine Sparer“ belastet. Das ist im Grundsatz richtig. Aber wenn man bedenkt, dass die FTS für einen durchschnittlichen Pensionssparer während der gesamten Ansparphase Mehrkosten in Höhe von ca. 25 Euro zur Folge hätte, wäre das in der Summe überschaubar und wohl kein zu großer Betrag angesichts der dadurch gewonnenen Stabilität.

FatFaceRicky
02

Wenn das kommt, werden sich die Engländer freuen, und sich für das zusätzliche Geschäft herzlichst bedanken. So wie damals bei den Schweden. FR und D (und die anderen sowieso) haben eh nur mehr Pimperl-Regional Börsen. Die Deutsche Börse hat das Abwicklungsgeschäft übrigens schon in der Schweiz.

Andreas Prucha
01

Irgendwann fällt den Engländern ihr aufgeblähter Finanzsektor auch auf den Kopf. Ist ja im Prinzip schon passiert: Staatsverschuldung vor Finanzkrise: Weniger als 40 % vom BIP. Und jetzt bei mehr als 80 %.

Und die Gesamtschuldenlast in GB ist wesentlich höher. Dagegen sind die Schulden Griechenlands, Spaniens, Portugals lächerlich

http://www.wirtschaftsblatt.at/images/up... 143237.jpg

madathara
22

es trifft dabei primär die daytrader und zocker. langfristige investoren wird so eine finanztransaktionssteuer nicht jucken. welcher grund spricht dann gegen eine finanztransaktionssteuer?

Chris Quast
00

mich wundert eh, dass im euroraum selbst die absolute "bevölkerungsmehrheit"/"wirtschaftsleistungsmehrheit", das nicht schon längst einführen kann.

d 80 mio
fr 65
it 60
bel 11
sp 45
fin, gr, port, ö 35
also fast 300 mio.
viel größer ist die ganze zone nicht.
einzig wichtige wirtschaft die nicht dabei ist ist holland

uncle sam3
32
es wird

hier soviel unsinn gepostet - man könnte glauben es sind hier nur eu-politiker im forum.

netoli
23
-1,8% Wachstum

das hat wohl keiner der Poster verstanden.
Selbst die EU hat diese Zahlen rausgegeben.
Die FT ist ja wohl der größte Schwachsinn. Warum wohl wurden die FT = Börsenumsatzsteuer in fast allen Ländern abgeschafft.

witty-sw
11

Welches Wachstum schaffen Finanztransaktionen - doch nur ein virtuelles, das so schnel zusammenbricht wie es aufgebaut werden kann

byron sully
21

nicht fordern, sondern endlich einführen! immerhin sind die vier größten euro-länder mit an bord. das sollte doch reichen, daß die neun länder im alleingang den anfang machen. denn wenn man wirklich auf großbritannien wartet, dann stehen wir auch in 10 jahren immer noch ohne finanztransaktionssteuer da.

Chris Quast
00

es sind sogar 9/10 der eurobev. mit an bord.
auf gb würde ich auch nicht warten, aber der euroraum sollte es doch gemeinsam einf´ühren

Cognos
23
Ich bin für eine Finanztransaktionssteuer!

Alleine schon deshalb, um die systemischen Bedrohungen, die sich aus dem Hochfrequenzhandel ergeben, zu minimieren. Investmentbanker, die zwar Profit machen, aber keine Werte schaffen, würden so in die Schranken gewiesen! Oder soll dieser spezielle Personenkreis (speziell in London) mit Geld um sich werfen dürfen, nur weil sie dasselbe Wertpapier hundertmal am Tag basierend auf Algorithmen kaufen und verkaufen? Ich sage nein. Die Einnahmen daraus sind eigentlich nur Nebensache, wichtiger ist die Information darüber, wer diese Art von Handel vollzieht und wer nicht.

Mehr Infos gibt es unter
www.re-define.org/publications

Peter_23
23
"Investmentbanker, die zwar Profit machen, aber keine Werte schaffen"

So so. Das würde bedeuten, es gäbe andere Banker die sehrwohl "Reale Werte" schaffen würden. Nennen Sie bitte eine konkretes Beispiel, welcher Banker (nicht Investmentbanker) mit seiner Arbeit reale Werte schafft.

Nur ein Beispiel - aber bitte konkret angeben was "realer Wert" sein soll und nicht nur nebulose Schlagworte.

Pacco
00
???

sobald Geld in reale Projekte (Investitionen) gepumpt wird und sich daraus eine Wertschöpfung mit Gewinn ergibt, werden doch Werte geschaffen, oder?

Cognos
00
Konkrete Angabe?

Tja, diese Angabe hätten Sie wohl gerne, um sie auf philosophischer Ebene (was ist real, was nicht, etc.) zu widerlegen? ;-)... Ich glaube, Sie wissen, was ich meine. Es gibt Banken, die Unternehmen mit Kapital ausstatten, damit sie Vermögenswerte anschaffen und diese als Produktionsfaktoren nutzen können. So sind Erträge möglich und das Fremdkapital kann getilgt werden. So wurden Arbeitsplätze geschaffen und ein konkreter Nutzen gestiftet. Gabe es den bei Geschäften im Investmentbanking? Wenn Sie "ja" sagen, inwiefern?

Kühnemund
02

Ein Investmentbanker macht unter anderem genau das was sie mit "Es gibt Banken die Unternehmen mit Kapital ausstatten,..." beschrieben haben. Insofern wiedersprechen sie sich nur selbst und bestätigen damit auch, dass Sie weder vom Fach sind noch irgendeine Ahnung haben von dem was sie behaupten. So gesehen muss ich dem Peter recht geben wenn er ihnen den Gebrauch von nebulosen Schlagworten unterstellt.

Cognos
00
Sie scheinen vom Fach zu sein...

dann bitte ich doch um eine Definition eines Investmentbankers? Bitte nicht wikipedia :-)

Kühnemund
00

Sie haben selber sehr gut einen Teil der Hauptaufgaben die eine Investmentbank macht selber beschrieben. Wozu soll ich da noch etwas definieren? Was haben sie gegen Wikipedia ausserdem, da ist schön eine Auflistung hab ich gerade gesehn mit denen Tätigkeitsfeld?

Was mich bei Ihnen so aufregt ist, sie schreien nach einer neuen Steuer, die im Endeffekt immer der Konsument zahlt, regen sich über Investmenbanken auf da die "keine Werte schaffen" - aber sie tun es doch sagen sie im nächsten Satz. Fällt ihnen das selber echt nicht auf?
Und dass sie sich irgendwie durch Investmenbanker bedroht fühlen kann ich einfach nicht nachvollziehen, ausser dass sie über die Tätigkeiten von Banken im Allgemeinen wenig Ahnung haben.

Cognos
00
Wieviel der Konsument bezahlt...

...haben andere Poster hier vorgerechnet. Andere Quellen sind Bücher von Stephan Schulmeister. Also ein konkretes Beispiel:
Eine Fluggesellschaft sichert ihre Kerosinkosten von 10.000.000,-- mit Wertpapieren ab und zahlt bei einer Rate von 0,05% 2500,--. Aber wo Algorithmen zig mal am Tag das gleiche Derivat hin und herschieben, bezahlen für diesen Betrag 250.000,--! Konnte ich jetzt den Unterschied zwischen der Schaffung von Werten und dem Generieren Profit erklären? Ich hoffe, Sie "vom Fach" verstehen jetzt was ich meine. Wenn nicht, hilft vielleicht ein Blick in Bücher von Stephan Schulmeister oder in folgenden Artikel:
http://www.economist.com/node/21525456

Das ist es, wozu ich nein sage!

Kühnemund
00

Sorry, aber Schulmeister sagt mir nur ganz wenig. Aber jemand der für den ÖGB, WIFI & sonstige staatliche, sozialistische Einrichtungen arbeitet und gegen den Neoliberalismus (den es nicht gibt) argumentiert kann ich nicht ernst nehmen. Und sie brauchen es wirklich nicht unter Anführungszeichen setzen, ich bin tatsächlich vom Fach.
Und nochmal: in unserem System zahlt jede zusätzliche Belastung der normal arbeitende oder wertschaffende Mensch, der Normalkonsument egal ob er reich oder arm ist. Wer sich FÜR neue Steuern ausspricht ist gleichzeitig für die Aufgabe von Freiheit, die mit Verfolgung, Verarmung und vielen unglücklichen Umständen enden wird.

Cognos
00
Wie kommen Sie darauf...

...dass es den Neoliberalismus nicht gibt? Gibt es etwas den Mond, wenn keiner hinsieht? ;-). Und wenn Sie wirklich vom Fach sind, beweisen Sie es mir. Ist die Berechnung im Posting von Moralapostel (08.02.2012) richtig oder falsch? Oder darf ich weiterhin mit "nebulösen" Schlagworten und leeren Behauptungen rechnen?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.