Risse an Tragflächen: Alle A380 müssen zum Check

8. Februar 2012, 09:51
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Nach Vorfall bei Qantas verlangt EASA Ausweitung bereits laufender Prüfung

Sydney - Nach dem Fund von Haarrissen an den Tragflächen des Airbus A380 sollen alle Maschinen vom gleichen Typ untersucht werden. Das hat die Europäische Flugsicherheitsbehörde (EASA) am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers angeordnet. Bereits Ende Jänner hatte die EASA eine Untersuchung von rund 20 der 67 Maschinen vom Typ A380 gefordert, die weltweit im Einsatz sind.

Angesichts der Ergebnisse dieser Untersuchungen soll nun die gesamte A380-Flotte überprüft werden, sagte der EASA-Sprecher. Es müsse sichergestellt werden, dass es bei den Flugzeugen keine Sicherheitsprobleme gebe. Der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt.

Qantas stoppte alle Flüge

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat bereits zuvor alle Flüge mit dem Riesenairbus gestoppt, weil Mechaniker Haarrisse in den Tragflächen einer Maschine entdeckt hatten. Die zehn Maschinen sollen nach Reparaturen nächste Woche wieder zum Einsatz kommen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Risse hätten die Flugsicherheit nicht beeinträchtigt.

Die 36 Risse seien bei einer Routineuntersuchung an einer Maschine entdeckt worden, die nach schweren Luftturbulenzen über Indien in Singapur gelandet war. Es handle sich nicht um dieselbe Art von Haarrissen, die auf A380-Tragflächen in Europa entdeckt worden waren, teilte eine Qantas-Sprecherin mit. "Die Risse haben nichts mit vergangenen Turbulenzen zu tun und sind nicht nur bei Qantas aufgetreten", verlautbarte die Fluglinie per Aussendung.

Produktionsfehler

Erst im Jänner hatte Airbus Haarrisse in den Tragflächen zweier Riesenjumbos entdeckt. Singapore Airlines hatte daraufhin bei allen ihren sechs A380 Haarrisse gefunden, die Maschinen seien aber bereits allesamt repariert worden.

Der Hersteller Airbus hatte damals erklärt, dass die Risse vermutlich bei den meisten Flugzeugen dieses Typs auftreten könnten und dass es eine einfache Möglichkeit zur Reparatur gebe. Es handle sich um eine Kombination aus Mängeln bei Design und Fertigung der Tragflächen. Airbus will in Zukunft für die betroffenen Bauteile ein anderes Metall verwenden. Es wurde auch bereits mehrmals versichert, dass die Flugzeuge trotz dieser Probleme sicher zu fliegen seien. (APA/Reuters)

  • Alle 67 Maschinen des Airbus  A380 sollen einer Überprüfung unterzogen werden.
    foto: epa/patrick pleul

    Alle 67 Maschinen des Airbus A380 sollen einer Überprüfung unterzogen werden.

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    Qantas hat als erste Fluglinie sämtliche Flüge mit dem Riesenairbus gestoppt.

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