Klimawandel & Öffentlichkeit

Wissenschaftliche Fakten haben kaum Einfluss auf Meinungsbildung

12. Februar 2012, 22:05
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    foto: apa/epa/nic bothma

    Demonstranten während des Weltklimagipfels in Durban Anfang Dezember 2011. Eine US-Studie konnte zeigen, dass politische Kampagnen von Interessengruppen die öffentliche Meinung zum Klimawandel am stärksten prägen. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben dagegen kaum Einfluss.

Studie: Politische Kampagnen von Eliten und Interessengruppen sind die treibende Kraft bei der Meinungsbildung

Das Thema Klimawandel erhitzt weiterhin die Gemüter, doch das Gefühl einer Bedrohung durch Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs unterlag zumindest in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren starken Schwankungen. Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Gallup hat Personen zu dem Thema befragt, inwieweit der Klimawandel ihnen persönlich Sorge bereitet. Bei der Befragung in 2004 gaben 26 Prozent der Befragten an "sehr besorgt" zu sein. 2007 stieg der Anteil auf 41 Prozent, fiel aber in 2010 wieder auf 28 Prozent. Wie es zu diesem Auf und Ab kommt, versuchten nun US-Forscher in einer neuen Studie herauszufinden.

In dieser Studie sind Robert Brulle von der Drexel University in Philadelphia, USA, und seine Kollegen der Frage nachgegangen, welche kulturellen und politischen Prozesse sowie welche Informationen das gesellschaftliche Interesse am Klimawandel am stärksten beeinflussen. Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "Climatic Change" nachzulesen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass politische Kampagnen von Interessengruppen und Eliten die öffentliche Meinung zum Klimawandel am stärksten prägen. Zwischen Januar 2002 und Dezember 2010 führten sie in den USA eine empirische Analyse durch, um herauszufinden, welche Faktoren die allgemeine Sorge über die Bedrohung durch den Klimawandel am stärksten beeinflussten. Dabei legten sie fünf Faktoren fest, wie extreme Wetterphänomene, öffentlicher Zugang zu genauen wissenschaftlichen Informationen, die Berichterstattung in den Medien, Appelle von politischen Eliten sowie Bewegungen bzw. Gegenbewegungen von Interessengruppen.

Wissenschaftlich fundierte Aufklärung wirkt kaum

Die Studie konnte nachweisen, dass die Berichterstattungen in den Medien zwar einen großen Einfluss ausüben, allerdings werden auch sie selbst weitgehend durch die Eliten und ökonomischen Faktoren bestimmt. Extreme Wetterereignisse schlagen sich nicht in der öffentlichen Wahrnehmung als besorgniserregend nieder. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Bevölkerung zum Thema Klimawandel informieren sollen, haben kaum einen meinungsprägenden Effekt. Unterm Strich lässt sich daraus folgern, dass wissenschaftlich fundierte Aufklärung nur einen geringen Einfluss auf die öffentliche Meinung hat. Die entscheidenden Faktoren, die die breite Bevölkerung für den Klimawandel sensibilisieren können sind politische Kampagnen, die von Eliten und Interessengruppen geführt werden.

Brulle zieht daraus folgendes Fazit: "So lange politische Eliten widersprüchliche Botschaften über das Thema Klimawandel verbreiten, so lange wird die öffentliche Meinung dazu wohl gespalten bleiben." (red)

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F S 3
911
19.2.2012, 01:53
"So lange politische Eliten widersprüchliche Botschaften über das Thema Klimawandel verbreiten,…" …

…Meint Brulle gar den IPCC? - Hier die (nicht vollständige) Auflistung mancher Widersprüche dieser finanzpolitisch instrumentalisierten Organisation:

http://derstandard.at/plink/132... 9/24837289

Allein die bewußte Auslassung der CO2-Messungen *vor* Mouna Loa, die Weißwäsche der betrügerischen Machinationen von Herrn Mann (der besagte Hockey-Spieler mit viel Spin am Stecken), der CRU und die Vertuschung der globalen Nach-2000-Temperaturentwicklung sprechen Bände…



Und bevor wirs vergessen: Die "Globale Erwärmung" killt zur Zeit jede Menge Menschen - die an ihren Erfrierungen sterben, nicht genug, daß die Bürger weltweit durch das grün/rote-Schema weiterhin durch exorbitante Erhöhung der Energiepreise ausgesackelt werden.

relatio subsistens
11
16.2.2012, 22:51

Menschen wollen auf Grund einer konstitutionellen Ichschwäche Sicherheit in ihren Weltbildern. Deshalb sträuben sich fast alle, Korrekturen an ihren Weltbildern vorzunehmen und sich in Frage stellen zu lassen. Das ist in der Wissenschaft genau so.

Man hat die Wahl: Entweder Sicherheit und Illusion oder Unsicherheit und die Chance, der Wahrheit näher zu kommen.

I'll shit on your nick
22
14.2.2012, 00:12
Genau, es kann nur eine Meinung geben.

Und wer anderer Meinung ist, soll gefälligst schweigen.

In logischer Konsequnez sollte man die Klimahäretiker alle ins Lager stecken, da können sie dann keinen Schaden mehr anrichten.

Oder man könnte auch die gfute Sitte der Selbstkritik wieder einführen. Wer lange genug öffentlich seine eigenen Fehler beweint, wird mit dem Gnadenschuss belohnt.

Das ist jetzt vielleicht doch zu herb, wir könnten uns aber auf den Verlust der Bürgerrechte und Verbannung einigen?

Im Gleichschritt marschiert es sich doch am schönsten.

W.E.
03
13.2.2012, 19:30
Wissenschaftliche Fakten haben kaum Einfluss auf Meinungsbildung

Das kann man hierzulande wunderbar an der um sich greifenden Atompsychose studieren.

her wig
12
13.2.2012, 17:38

Die wissenschaftlichen Fakten betreffen allerdings ausschliesslich die Vergangenheit. Für die Zukunft gibt es nur Vorhersagen.

yomellamo
00
14.2.2012, 05:36

Echt? Die Zukunft war also nach gar nicht?

her wig
00
14.2.2012, 07:45

"Die Gegenwart ist im Verhältnis zur Vergangenheit Zukunft, ebenso wie die Gegenwart der Zukunft gegenüber Vergangenheit ist. Darum, wer die Gegenwart kennt, kann auch die Vergangenheit erkennen. Wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen." - Lü Bu We

politisch verfolgt
36
13.2.2012, 17:13
exakt

"So lange politische Eliten widersprüchliche Botschaften über das Thema Klimawandel verbreiten, so lange wird die öffentliche Meinung dazu wohl gespalten bleiben."

es wäre also besser, politische eliten würden nur eine einzige meinung verbreiten. welche das sein soll, bestimmt idealerweise das zentralkommittee, das wahrheitsministerium oder vielleicht wieder mal ein kaiser von gottes gnaden. blickt man in der geschichte zurück, hat sowas immer wunderbar funktioniert. manchmal könnte man glauben, wir sind wieder am weg dorthin.

f l o
 
31
13.2.2012, 17:36

wie wäre es, wenn politische eliten geschlossen wissenschaftliche fakten verbreiten würden?
wäre das Ihrer auffassung nach ein böser, demokratiefeindlicher anschlag auf die meinungspluralität?

I'll shit on your nick
12
14.2.2012, 00:20
wie wäre es wenn man einen gesellschaftlichen diskurs

in gang setzen, anstatt fakten zu verbreiten.

fakten sind keine fakten, selbst wenn sie inhaltlich korrekt sind, so lange sie in der form von dogmen verbreitet werden.

bitte den begriff diskurs nachlesen, hat nur am rande was mit diskussion zu tun. wer das wesen eines freien gesellschaftlichen diskurses versteht, versteht auch was falsch läuft.

Rührei aus der Walachei
21
13.2.2012, 16:11
Wissenschaftliche Fakten haben kaum Einfluss auf Meinungsbildung

Das kann man jeden Tag besonders schön im militanten Raucherforum mitverfolgen.

Seria
12
13.2.2012, 15:29

das Fakten Meinungsbildung weniger beeinflussen als Slogans sieht man deutlich bei der Diskussion über die Österr Gasvorkommen. Vom U-Minister und den Grünen kam nur Polemik als Reaktion auf fundierte Techn Fakten

Zuckerlilly Zuckerlilly
37
13.2.2012, 15:24
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt muß auch so ein denkunfähgig von den Medien manipulierter Nichtswiss sein, denn:

"Jedenfalls sind die von einigen Regierungen öffentlich genannten Zielsetzungen bisher weniger wissenschaftlich als vielmehr lediglich politisch begründet."

http://www.achgut.com/dadgdx/in... t_schmidt/

Tztztz, der Mann hat aber auch schon gar keine Ahnung und informiert sich offensichtlich nur über die Bild-Zeitung.///

Adolf Kottan1
 
50
13.2.2012, 18:34
ah, die achse des guten.

wer nennt sich eigentlich selbst so?

zum glück gibt es ja ein impressum, mal sehen - ah ja.
wie erwartet:
ein haufen reaktionärer wirtschaftsliberaler.

sprich: ein nachschlagewerk für gelebte wissenschaftlichkeit.

ps: gibt es in diesem reaktionären wirtschaftsliberalem lager, jemanden, der über den iq einer amöbe hinauskommt? ah und Zuckerlilly, das ist eine rhetorische frage. natürlich wissen wir alle, dass dort die "hellsten" köpfe versammelt sind, nicht wahr?

Zuckerlilly Zuckerlilly
14
13.2.2012, 22:07
Pardon me, aber was hat das damit zu tun, dass die "Zeit" ihren eigenen Herausgeber zensiert?

Übrigens: es langweilt mittlerweile jeden zu Tode, wenn Diskussionen statt mit Argumenten mit ad hominem-Attacken geführt werden.

Gilgamesch
22
13.2.2012, 14:49

zur headline: das ist sicher so - wäre es anders, wäre es unmöglich, daß so viele menschen an einen gott glauben ...

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00
13.2.2012, 16:23

Gott ist eine Glaubensfrage.
Man kann ihn weder belegen noch widerlegen.

Quintus Beckloeffel
10
16.2.2012, 19:17
Im Gegenteil

Man kann seine Existenz sowohl beweisen als auch widerlegen. Denn ein Beweis bzw. eine Widerlegung ist nichts weiter als eine logische Deduktion aus Prämissen.

Die interessante Frage ist dann jeweils, was die Beweise bzw. Widerlegungen wert sind, was wiederum von der logischen Korrektheit der Ableitung und der Plausibilität der Prämissen abhängt.

Die Frage der Existenz Gottes lässt sich nicht durch eine Fundamentaldichotomie zwischen Beweisbarem und Unbeweisbarem in die Sphäre des reinen Glaubens abschieben, sondern muss wie in anderen Fällen auch durch eine Analyse der vorgeschlagenen Beweise beurteilt werden.

Und an intellektuell hochklassigen Beweisen (auch jüngeren Datums) herrscht kein Mangel.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
00
16.2.2012, 21:15

oft ein vergnügen, ihren ausführungen zu folgen. und, kennen sie zumindest einen gottesbeweis, den zu widerlegen bislang erfolglos blieb?

Quintus Beckloeffel
10
17.2.2012, 00:20

Die Widerlegung ist selbst ein Beweis, somit bleibt auch stets strittig, ob sie erfolgreich war oder nicht, weil sich auch beim Widerlegungsbeweis die Frage der logischen Korrektheit und der Plausibilität der Prämissen stellt.

Jedenfalls gibt es einige Ausbauvarianten des Gottesbeweises von Kurt Gödel, welche derzeit in der Literatur und auf einschlägigen Fachtagungen kontrovers diskutiert werden und in Bezug auf die sich bisher keine Einigkeit im Urteil der Logikerzunft abzeichnet.

Gilgamesch
00
13.2.2012, 23:55

das klassische totschlagargument! man kann auch nicht beweisen, daß es keine feen oder vampire gibt. ab er ist äußerst unwahrscheinlich - wie die existenz eines gottes ...!

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00
16.2.2012, 09:03

Das stimmt so nicht.
Denn die Existenz Gottes wird ja nicht ins Blaue hinein postuliert, sondern es geht darum etwas zu erklären, worauf die Wissenschaft keine überzeugende Antwort hat.
Nämlich die Existenz des Seins.

Gilgamesch
00
16.2.2012, 17:51

gott ist aber keine überzeugende antwort auf die frage zum ursprung des seins! denn gäbe es einen gott tatsächlich, müßte man sich fragen (zumindest wissenschafter würden das), woher er denn kommt ...

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00
20.2.2012, 11:50

Nein. Denn an Gott zu glauben bedeutet ja, einen Ursprung der Welt anzunehmen, der nicht unseren Naturgesetzen unterliegt.

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