Der BVB blieb im norddeutschen Kühlschrank cool und steht nach einem 4:0 beim Regionalligisten als erstes Team im Halbfinale
Kiel - Borussia Dortmund beendete im deutschen Pokal am Dienstagabend den Erfolgslauf des Viertligisten
Holstein Kiel. Der Meister siegte in der ersten Begegnung des Viertelfinales souverän mit 4:0 (2:0) und zog erstmals seit vier Jahren wieder in die
Runde der letzten vier ein.
Bei Minusgraden auf hart gefrorenem
Rasen entmutigten die Gäste den Außenseiter schnell,
indem sie die ersten beiden Torchancen durch Robert Lewandowski (11.) und
Shinji Kagawa (18.) gleich zur 2:0-Führung nutzten. Damit
stand früh fest, dass der in der Bundesliga seit 14 Spielen
ungeschlagene BVB nicht das vierte prominente Opfer der Kieler nach den Zweitligisten Cottbus und Duisburg sowie dem Bundesligisten
Mainz 05 wird. Der eingewechselte Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) erhöhten dann im Finish zum Endstand.
Die erste Chance des Spiels hatte zwar der Außenseiter, dann jedoch konnte
Dortmund weitgehend ungestört kombinieren. Auch nach der Pause geriet
der Sieg der Dortmunder nicht mehr in Gefahr. Die Mannschaft
von Trainer Jürgen Klopp bestimmte weiter das Spiel und ließ kaum
Chancen des Viertligisten zu.
Kiel mühte sich nach Kräften, musste die
Aussichtslosigkeit des Unterfangens aber immer deutlicher erkennen. Für die Dortmunder ist es die zehnte
Halbfinal-Teilnahme. Der letzte Cupsieg liegt
allerdings schon mehr als 20 Jahre zurück (1989).
Die Kieler hatten 100 Jahre nach ihrem einzigen Meistertitel für das "Jahrhundertspiel" vor 11.522 Zuschauern im
ausverkauften Holstein-Stadion extra einen neuen Rasen verlegt und ihn
mit einem 150.000 Euro teuren Klimazelt erwärmt. Trainer Thorsten Gutzeit blieb in einer ersten Reaktion Realist: "Dortmund kann sich auf den
Punkt genau konzentrieren, und das haben sie heute gezeigt. Sie haben
verdient gewonnen. Wir haben versucht, alles in die Waagschale zu
werfen, aber es hat nicht gereicht. Unsere Fehler sind eiskalt bestraft
worden. Aber wir haben uns anständig verkauft. Es hätte schon mehr als
ein kleines Wunder passieren müssen."
Am Mittwoch steht mit der Begegnung des VfB Stuttgart und Bayern München der Schlager der Runde auf dem Programm. Weiters: 1899
Hoffenheim empfängt Greuther Fürth, Borussia Mönchengladbach
tritt bei Hertha Berlin an. (sid/red)