Tiroler wollen Verkalkung verhindern

7. Februar 2012, 20:54
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In Innsbruck soll ein Kompetenzcenter zur Erforschung altersbedingter Gefäßerkrankungen entstehen

Die EU hat 2012 zum Europäischen Jahr für aktives Altern und der Solidarität zwischen den Generationen ausgerufen. Zufall oder nicht: Passend dazu setzt ein Tiroler Konsortium aus Firmen und Forschern einen thematischen Schwerpunkt auf Altersforschung. Man will ein gemeinsames Projekt zur Erforschung des Alterns des Gefäßsystems auf den Weg bringen. Vorgestellt wurde das "Vascage" getaufte "Research Center on Vascular Aging" vergangene Woche in Innsbruck.

Im Mittelpunkt steht die Erforschung altersbedingter Krankheiten, die zum Großteil mit Durchblutungsstörungen der Gefäße zusammenhängen. So kann die Arteriosklerose, vulgo "Gefäßverkalkung", Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen und zum Verschluss der Blutgefäße in den Beinen führen. Die von der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Betroffenen können aufgrund der Schmerzen kaum mehr gehen, Amputationen könnten nötig werden.

Klinische Forschung

Drei Teilbereiche soll das Forschungsprojekt umfassen. Der erste wird sich mit den Mechanismen der Entstehung von Gefäßkrankheiten befassen. Hier sollen grundlegende biochemische und molekulare Vorgänge in und zwischen den Zellen der Gefäßwand aufgeklärt werden, um daraus Behandlungsansätze für die Wiederdurchblutung von Organen und die Neubildung von Gefäßen zu entwickeln.

Im zweiten Bereich stehen die klinische Forschung sowie die praktische Versorgung und Rehabilitation der Patienten im Vordergrund. Der dritte Bereich von Vascage will sich der Vorbeugung, der Aufklärung über die Risikofaktoren und der Früherkennung widmen. Die wissenschaftliche Leitung von Vascage übernehmen Johann Willeit und Stefan Kiechl, die beide an der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck tätig sind. Entwickelt und begleitet wird das Projekt von der Tiroler Forschungsmanagementfirma Cemit.

Ende März will man sich um ein K-Projekt bewerben. K-Projekte sind Teil des Kompetenzzentren-Programms Comet (Competence Centers for Excellent Technologies). Ziel der Programmlinie K-Projekte ist die Initiierung von hochqualitativer Forschung in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Geldgeber sind das Wirtschafts- und das Verkehrsministerium, abgewickelt wird das Programm von der FFG. Wird das Vascage bewilligt, dann soll es Anfang kommenden Jahres starten und maximal vier Jahre laufen. Die Comet-Ausschreibung für K-Projekte läuft noch bis 29. März. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 08.02.2012)

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