Drogen am Oktoberfest: Bericht mit Namen zulässig

7. Februar 2012, 19:54
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Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet gegen Schauspieler - Auch derStandard.at beschwerte sich

Straßburg/Wien - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied auch über eine zweite Beschwerde für das Medium: Der Verlag der "Bild"-Zeitung war quer durch alle deutschen Instanzen zu verurteilt worden: Das deutsche Boulevardblatt hatte mit Namen und Bildern berichtet, dass ein deutscher TV-Kommissar wegen Drogenkonsums auf dem Münchner Oktoberfest festgenommen und später verurteilt wurde.

Der Menschenrechtsgerichtshof entschied, dass "die dem Verlag auferlegten Beschränkungen in keinem angemessenen Verhältnis zu dem legitimen Ziel standen, das Privatleben des Schauspielers zu schützen". Dieser sei eine bekannte Person öffentlichen Interesses, das hier überwiege.

Das Gericht verweist darauf, dass die Staatsanwaltschaft Bild informierte und den Bericht anderen Medien bestätigte. Die Zeitung aus dem Springer-Verlag habe zudem keine Einzelheiten aus dem Privatleben des Schauspielers preisgegeben, sondern im Wesentlichen über die Umstände der Festnahme und das Verfahren berichtet. Bild habe den Schauspieler weder herabgewürdigt noch Unwahres über ihn behauptet.

Der Schauspieler hat unter vielen Medien auch derStandard.at in Hamburg mit Erfolg geklagt. Medienanwältin Maria Windhager bekämpft die Urteile in Straßburg. Die Entscheidung für "Bild" stärkt ihre Zuversicht, in diesem Fall Recht zu bekommen. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2012)

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