Die nächsten ORF-Baustellen

  • Jede Menge Baustellen.
    foto: standard

    Jede Menge Baustellen.

Facebook & Co., ORF-Aufsichtsgremien, Baustelle Küniglberg, TV-Programm, Gebührenabgeltung etc.

  • Facebook & Co. Die Medienbehörde entschied gerade, dass praktisch alle Seiten des ORF auf Facebook dem ORF-Gesetz widersprechen. ORF-General Alexander Wrabetz und die Redakteure fordern eine Novelle des Gesetzes, die der Anstalt auch die Präsenz in Social Media erlaubt. ÖVP und Verleger sind bisher skeptisch. Spekuliert wird ORF-intern schon über Werbemöglichkeiten des ORF in sozialen Netzwerken, womöglich im Tausch für weniger klassische Onlinewerbung auf ORF.at.
  • ORF-Aufsichtsgremien Der Verfassungsgerichtshof hat den Wahlmodus des ORF-Publikumsrates aufgehoben, der Nationalrat sollte diesen Punkt demnächst reparieren. Die Redakteure drängen, bei der Gelegenheit den Stiftungsrat zu verkleinern und fordern öffentliche Qualifikationsnachweise für Mitglieder. SPÖ dagegen, ÖVP dafür.
  • Baustelle Küniglberg Das ORF-Zentrum zerbröselt rascher als erwartet, für eine dringende Sanierung muss der Haupttrakt in den nächsten Monaten geräumt werden. Ein neues ORF-Zentrum in Wien St. Marx, wie von der Stadt-SP gewünscht, wird damit unwahrscheinlicher. Die Entscheidung soll bis Juni fallen.
  • TV-Programm Die neue TV-Direktorin Kathrin Zechner muss versuchen, die ständigen Quotenverluste von ORF 1 und ORF 2 zu bremsen, zu stoppen oder die Marktanteile gar zu steigern. Bis Herbst will sie wissen, wo sie was reformiert, erneuert, umbaut.
  • Gebührenerhöhung Im Juni erhöht der ORF seine Gebühren um sieben Prozent. Das dürfte die Sympathie des Publikums nicht heben.
  • Gebührenabgeltung Vorerst gilt die Republik dem ORF Gebührenbefreiungen nur bis zum Jahr 2013 mit 30 bis 50 Millionen jährlich ab. Der ORF drängt auf laufende Abgeltung und droht andernfalls, just an öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu sparen. Medienwissenschafter Fritz Hausjell, meist auf Seiten des ORF, fordert zudem automatische Valorisierung der Gebühren mit der Inflation.
  • Freie Mitarbeiter Die freien Mitarbeiter des ORF drängen auf menschenwürdige Bezahlung. Der ORF macht auch das von der Gebührenabgeltung des Bundes abhängig.
  • ORF-Enterprise Franz Prenners Vertrag als Chef der Werbevermarktungstochter Enterprise steht heuer zur Verlängerung an. Im Jänner lagen die Buchungen - wie bei anderen Medien - unter Plan.
  • Nationalratswahl 2013 Die Wahlen werden auch für den ORF spannend. Neue Regierungen ändern meist rasch Mehrheiten im Stiftungsrat und bald danach ORF-Chefs.  (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2012)

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