Uni Wien

ÖH will Kindergarten aus dem Alten AKH werfen

7. Februar 2012, 18:49
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    foto: standard/hendrich

    Die Kinder der Studierenden, die auf dem Uni-Campus betreut werden, lassen sich die gute Laune nicht nehmen. Ihre Eltern ringen mit der ÖH um das Bestehen des elternverwalteten Kindergartens.

     

Ein Streit um die Platzvergabe im Studentenkindergarten zwischen Hochschülerschaft und Eltern droht zu eskalieren - Für 67 Kindergarten- und Hortkinder könnte es ab Herbst keine Betreuung mehr geben

Wien - An grundsätzlichen politischen Auffassungsunterschieden dürfte es wohl kaum liegen, dass das rot-grüne Vorsitzteam der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) der Uni Wien versucht, den elternverwalteten Kindergarten im Alten AKH loszuwerden. Die Pädagogen (weibliche wie männliche) seien sensibilisiert für Gender- und Migrationsfragen, sagen Eltern, im pädagogischen Konzept wird auf die "klare Absage an autoritäre Erziehungsmethoden" verwiesen.

1972 wurde der Studentenkindergarten (der mittlerweile StudentInnenkindergarten heißt) gegründet und ist damit die älteste elternverwaltete Einrichtung Österreichs. 67 Kindergarten- und Hortkinder werden derzeit am Uni-Campus am Alsergrund betreut, dabei sind die Eltern intensiv eingebunden. So haben sie jeweils sechs Mal pro Jahr Spiele- und Jausendienst.

Derzeit haben die Eltern auch noch ganz andere Sorgen: Vor zwei Wochen kündigte ihnen die ÖH der Uni Wien die Zusammenarbeit auf. Die offizielle Begründung lautet, bei der Vergabe der Hortplätze werde nicht darauf geachtet, dass tatsächlich Kinder von Studierenden zum Zug kommen. Dazu seien "mehrfach pädagogische Probleme aufgetreten", die die ÖH aber "nicht in der Öffentlichkeit breittreten möchte", heißt es in einer Erklärung.

Im Verein kann man die Kritik nicht nachvollziehen, schließlich könne man die Eltern ja nicht dafür bestrafen, dass sie ihr Studium fertigmachen, und die Kinder dann aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen, sei pädagogisch nicht sinnvoll. Im Frühjahr 2011 wurde ein Kriterienkatalog für die Hortplatzvergabe erarbeitet, in dem nicht nur zählt, ob die Eltern inskribiert sind; auch ob Geschwister im selben Hort sind oder wie sehr die Eltern sich engagieren wird berücksichtigt.

Eltern hoffen auf Konsens

Im Sommer vergangenen Jahres gab es einen Wechsel bei der ÖH-Exekutive und vorerst keine Anzeichen für Brösel - bis im November wieder Kritik am Verein laut wurde; Mitte Dezember stellten die Studierendenvertreter dann ein Ultimatum, sagte Gregor Eichinger vom Vereinsvorstand dem STANDARD. Er habe sich in den Gesprächen "mehr Konstruktivität" gewünscht. Kritik an der Betreuung im Kindergarten, die an die ÖH herangetragen worden sei, habe diese oft nicht weitergeleitet. Er hofft trotz aller Schwierigkeiten noch auf einen Konsens zwischen Eltern und ÖH. Für kommende Woche ist ein Mediationsgespräch geplant.

So oder so sind die Eltern unter Zugzwang: Die regulären Anmeldefristen für andere Kindergärten sind abgelaufen. Eichinger hat selbst drei Kinder im Hort und im Kindergarten am Campus, für die er nun für den Fall des Falles einen Platz suchen muss. "Das ist ein enormer Druck."

Grundsätzlich, betont man bei der ÖH, soll es weiterhin Kinderbetreuung am Uni-Campus geben, allerdings hätten sich "der Verein StudentInnenkinder und die Studierendeninteressen auseinanderentwickelt". Ob ein anderer Kindergartenträger in die Räumlichkeiten im neunten Bezirk einziehen könnte, wollte ÖH-Sprecherin Kathrin Glösel am Dienstag mit den Hinweis auf laufende Gespräche nicht kommentieren. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)

Kommentar posten
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Saxum Cherriér
 
12
23.3.2012, 13:52
jetzt geht der Verein schon so weit

dass er für eigene Zwecke (!) drei- und Vierjährige am Campus flyern lässt!
Also wenn das das pädagogische Konzept von "StudentInnenkinder" ist, dann würd ich auch wollen, dass andere Personen den Kindergarten leiten!

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24
16.2.2012, 09:23
Ideologen

Diese ÖH-Ideologen bringen nichts, aber auch wirklich nichts zusammen!

Alles was die können ist ideologisieren, indoktrinieren, politisieren und Extremstandpunkte einnehmen, für die alles geopfert wird.

günther brus
33
16.2.2012, 13:47
mach deine hausaufgaben und informier dich genauer

du solltest auch mal den Follow-up-Artikel (http://derstandard.at/132850726... -Unicampus)
lesen, dann würde dir klar werden,dass es in erster Linie die handelnden Aktuere des Vereins selbst sind, die eine Zusammenarbeit mit der ÖH unmöglich machen, weil sie die Basics eines STUDIERENDENkindergartens nicht begriffen haben - und die Einrichtung auf diese Weise kontinuierlich selbst zerstören - traurig für die studierenden Eltern ...

fazi
44
neuer artikel zum thema

inzwischen gibts auch einen neuen artikel mit etwas genaueren informationen zum thema - mit der überschrift "tauziehen um hortplätze am uni-campus"

dieser artikel ist tatsächlich sehr schlecht recherchiert und könnte genauso gut vom vorstand des vereins selbst verfasst worden sein

lafilledevienne
02

stimmt, das klingt heute wirklich schon ganz anders, hier der link zum heutigen artikel...
http://derstandard.at/132850726... -Unicampus

schade, dass das in letzter zeit im standard öfter passiert, das artikel schlecht recherchiert sind...

ptaszek
20
10.2.2012, 08:01
Besser recherchiert?

Ich find's interessant, dass ihr bei einem Artikel, nur weil er als zweites rauskommt, gleich denkt, er wär besser recherchiert als der erste. Er kommt von der gleichen Person, ich würd sagen, vermutlich sind beide schlecht recherchiert...

Obelix
02
10.2.2012, 15:46

der zweite Artikel stellt das Problem treffend dar (bin selbst im Verein)

lafilledevienne
02
11.2.2012, 01:39

...und schreibt nicht einfach irgendwo ab...

Kältefan
13

Bitte informierts euch doch mal bevor ihr einfach drauflos postets. Es is ja nicht so als würd "die ÖH" von heute auf morgen beschließen dem Kindergarten den Geldhahn abzudrehn: es gab Gespräche und eine Vorgabe an deren Erfüllung die Vergabe von weiteren Geldern geknüpft war und das war nicht nur das nur Studierende Eltern Plätze bekommen sondern vor allem das insgesamt mehr Transparenz bei der Plätze Vergabe bestehen sollte.

Chemist88
00
13.2.2012, 17:11
ist trotzdem lächerlich

wenns da um 30.000 € geht und sie hunderttausende € anderswo rauswerfen.

kingKongo
45
ÖH, was ist da los ???

konzeptlose dilitanten versuchen eine der wenigen "highlights" ihrer umgebung zu zerschlagen. ÖHlerInnen, was hat euch bloß so ruiniert. YES, SHAME ON YOU …........

Blattschnitt
22

Wieso?

Ein Studierendenkindergarten ist für Studierende da. Punkt. Wer mit dem Studium fertig wird, gehört nun mal nicht mehr dieser Personengruppe an.

Mirabeau
32

Wieso betreibt die ÖH dann ein öffentliches Beisl?
Oder muß man dort neuerdings den Studentenausweis zücken, um was zu trinken zu kriegen?

Einfach peinlich wie sich die ÖH-Clique in dieser Frage benimmt. Kaum sind sie an der Macht, lassen sie schon den Diktator raushängen. Üben für die Zukunft. Was tut man nicht alles für ein bezahltes politisches Mandat oder einen kleinen Versorgungsposten?

Obelix
11
10.2.2012, 15:49

die ÖH "betreibt" nicht einen Kindergarten, sondern sie subventioniert ihn (großzügig). Das darf sie mit ihren öffentlichen Mitteln wohl nur so lange, wie diese Mittel auch ZWECKENTSPRECHEND verwendet werden.

rosenrot022
00
10.2.2012, 16:52
Betreiben

Die Situation ist sehr gut mit dem Cafe Rosa zu vergleichen. Das Cafe Rosa wird auch von einem Verein betrieben, und dieser Verein wird massiv mit ÖH-Geldern gestützt (400000 EUR). Kommt diese Subvention nur Studierenden zu gute? Keine Ahnung, das weiß niemand, solange dort nicht Studierendenausweise kontrolliert werden würden.

Ist die Unterstützung für die ÖH rechtlich und moralisch trotzdem vertretbar? Anscheinend schon (und für mich übrigens auch). Mich ärgert nur, dass hier scheinheilig mit zweierlei Maß gemessen wird.

Obelix
10
11.2.2012, 12:43

ein Cafe soll wohl öffentlich zugänglich sein - ein Kindergarten für studierende Eltern ist da wohl ganz was anderes.....!

Chemist88
01
13.2.2012, 17:12
wieso

wird das Cafe dann von der ÖH gefördert?

HerrÖdipus
57
Nicht Genügend

Da versuchen sich Jungpolitiker oder korrekter JungpolitikerInnen auf Kosten von Kindergartenkindern zu profilieren. Shame on you.

Blattschnitt
01

Wieso "auf Kosten"?

Es werden ja nicht weniger Kindergartenplätze, es geht nur in dem Fall offenbar eher darum, dass eben diese Plätze auch tatsächlich Studierenden bereit stehen...

magdalena miaz
22

und die Kindergartenkinder aus der Gruppe herausreißen ?Da sind anscheinend politisch korrekte Technokraten am Werk.

Obelix
02

In dem Verein wurde noch NIE jemand gekündigt, weil das Studium fertiggestellt wurde. Der Streit dreht sich selbstverständlich nur um die NEUvergabe von Plätzen! (bin seit Jahren Mitglied im Verein).

die Großmutter
00

Ich habe gelesen daß die Eltern schhriftlich aufgefordert wurden sich um Kindergartenplätze umzusehen.

Obelix
01
10.2.2012, 11:52

ja, weil der Streit ja jetzt womöglich zur Kündigung des Vereins führt... die Öh hat jedoch bereits zugesichert, dass sie selbst dann alle Kinder durch den neuen Träger übernehmen lassen wird, die aktuell im Kindergarten sind

ptaszek
00
11.2.2012, 21:20
alle?

"dass sie selbst dann alle Kinder durch den neuen Träger übernehmen lassen wird, die aktuell im Kindergarten sind" - auch die Kinder von Nicht-Studierenden? Wenn ja, find ich die ganze Aktion absolut sinnlos. Wenn nein, find ich die Aktion echt beschissen.

Obelix
00
12.2.2012, 14:43

da die Aktion weder das eine noch das andere ist, werden einerseits die Kinder, die schon da sind, übernommen und andererseits garantiert, dass künftig die Aufnahme nach den richtigen Kriterien erfolgt; mit dem derzeitigen Verein scheint das aber unmöglich...

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