Bahnverkehr

OÖ will seine Neben­bahnen nicht geschenkt

7. Februar 2012, 18:39

Widerstand gegen ÖBB-Nebenbahnen-Transfer wächst

Wien - Die von Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) angekündigte Verwaltungsreform für ihr Ministerium sorgt für Unbehagen. Speziell Oberösterreich will sich die verkündete Abgabe von Neben- und Tourismusbahnen nach niederösterreichischem Vorbild nicht vom Verkehrsministerium verordnen lassen.

Es gebe noch keine Einigung mit Verkehrsministerium und ÖBB, stellt man im Büro von Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger (SPÖ) klar. "Erst, wenn die Budgets der Länder im aktuellen Sparprogramm fixiert sind, kann man über die Nebenbahnen reden."

Konkret geht es im Land ob der Enns um rund 220 Schienenkilometer der eingleisigen Mühlkreisbahn (Linz-Rohrbach-Aigen-Schlägel), der Hausruckbahn (Attnang-Puchheim-Ried im Innkreis-Schärding), und der - ebenfalls unelektrisierten - einspurigen Almtalbahn von Wels nach Grünau im Almtal. Vor allem die Mühlkreisbahn mit gut 6000 Fahrgästen pro Tag wollen sich die Oberösterreicher nicht zur Gänze umhängen oder gar abdrehen lassen. Wohl stehen die bis 2017 bestehenden Verkehrsdiensteverträge mit der ÖBB nicht zur Disposition, was danach ist, steht allerdings in den Sternen. Der Bund wird wohl zuzahlen müssen.

Nicht in die Pflicht

Der Grund: Der Bund will sich bei Regional- und Nahverkehr nicht weiter in die Pflicht nehmen lassen. Mit dem Vertrag über die Finanzierung gemeinwirtschaftlicher Leistungen mit der ÖBB erfülle der Bund seine Verpflichtungen betreffend die Bereitstellung eines Grundangebots für Nah- und Regionalverkehr. Selbiges bestehe aus österreichweit 71 Millionen Zugkilometern - um fast zehn Millionen mehr, als gesetzlich vorgeschrieben. Für Busverkehre seien Länder und Verkehrsverbünde zuständig. "Die kennen den regionalen Bedarf besser als der Bund", sagt Bures' Sprecherin.

"Das ist eine gefährliche Drohung", warnt ÖBB-Konzernbetriebsratschef Roman Hebenstreit. "Das Beispiel Niederösterreich zeigt, dass dies zu Angebotsverschlechterung und Arbeitsplatzschwund führt." Nostalgie- und Ausflugsverkehr seien kein Ersatz für die Mindestversorgung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen gemäß Bevölkerungsdichte. Bures solle dringend über ein bundesweites Gesamtkonzept für öffentlichen Verkehr nachdenken. Denn in Niederösterreichs Regionen gebe es beinahe keine planmäßigen Fahrbetriebe mehr, weil die Buskonzepte unzulänglich seien - oder zu Radwegen umfunktioniert wurden. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)

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The Chaos Path
00

für ein gesamtkonzept ist es natürlich sinnvoll, das streckennetz so oft wie möglich zu zerstückeln. am besten. am besten auch noch zwischen den bezirke und gemeinden aufteilen!

NOT!

was man jetzt macht, ist weniger genutzte strecken abzugeben, weil man nicht willens ist, in der verwaltungsstruktur und anderen baustellen was zu ändern. ich denke, die meisten österreicher haben nicht mal ein problem damit, dass die öbb subventioniert wird, aber die öbb kennt ja weder mass noch ziel. und damit man ja nicht strukturell sparen muss, macht man halt so was.

für sowas hab ich kein verständnis. ich sehe öffentlichen verkehr als ein wichtiges gemeingut an, dass nicht um jeden preis rentabel sein muss. eine zerstückelung macht es nicht besser.

uabigboss
10

unelektrisierten?

Wort erfinden heute bei Frau ung

Dieselstrecke

nicht elektrifiziert

schwer ...

Steak vom Milchlamm
02

Ich war immer zu feig, für Bahnverkehr.

nestrus
00
Eigentlich sollte es ja logisch sein, dass der Bund nicht einfach Aufgaben zu den Ländern verschieben kann ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Schwarz Grün
31
"Das ist eine gefährliche Drohung", warnt ÖBB-Konzernbetriebsratschef Roman Hebenstreit. "Das Beispiel Niederösterreich zeigt, dass dies zu Angebotsverschlechterung und Arbeitsplatzschwund führt."

wann werden diese gewerkschafter im öffentlichen dienst endlich begreifen, dass es bei öffentlichen unternehmen nicht um eine möglichst große zahl an arbeitsplätzen geht ........... für die am ende der steuerzahler blechen muss.

Rote Lola1
12
Wann werden sie endlich begreifen,

das Eisenbahngewerkschafter mehr Ahnung von Verkehr haben als sie?
Die Eisenbahngewerkschafter haben auch vor der Zerstückelung der ÖBB durch Schwarz/Blau gewarnt, gemeinsam mit dem SBB-Generaldirektor. Auch damals haben solche Leute wie sie gegen die Eisenbahngewerkschafter polemisiert.
Und, wer hat Recht behalten? Die Eisenbahngewerkschafter. Heute wissen es alle Fachleute: Die Zerschlagung der ÖBB war ein schwerer strategischer Fehler und hat dem Steuerzahler Unsummen an Steuergeld gekostet!

Schwarz Grün
00
10.3.2012, 08:28
lügen hilft jetzt auch nicht .....

sie werden im chat kein posting von mir finden, das die zerstückelung der öbb fordert oder die gewerkschaft wegen ihrer kritik daran verurteilt.

hier gehts um was anderes: das ziel der verkehrspolitik und auch der öbb sollte sein ein möglichst gutes angebot möglichst effizient zuerbringen. ES GEHT NICHT DARUM MÖGLICHST VIELE EISENBAHNER ZU BESCHÄFTIGEN ....... die lehrergewerkschaften denken übrigens ähnlich skandalös wie sie.

depp am huegel
01

71 millionen km. das ist er halbe weg bis zur sonne. unglaublich!

Der Große von Gegenüber
22

die gute Luise dürfte auch etwas unelektrisiert sein - geht sie doch praktisch mit wenig Spannung zum Arbeitsplatz und vermeidet den Kontakt zur Leitung ...

monkeyboy
00

Wie kann ein Buskonzept zu einem Radweg umfunktioniert werden? Ein Konzept, also ein Stück bedrucktes Papier, wird zu einem Radweg, also einem asphaltierten, mehrere Kilometer langen Straßenbauwerk?

Können die zaubern, die Niederösterreicher? Oder kann der Autor nicht schreiben?

arsen hitrach
00

Wird wohl ein mehrseitiges Konzept sein.

gregor j.
 
20
wie bitte?

Mit dem Vertrag über die Finanzierung gemeinwirtschaftlicher Leistungen mit der ÖBB erfülle der Bund seine Verpflichtungen betreffend die Bereitstellung eines Grundangebots für Nah- und Regionalverkehr. Selbiges bestehe aus österreichweit 71 Millionen Zugkilometern - um fast zehn Millionen mehr, als gesetzlich vorgeschrieben.

Und wo liegen diese 71 mio km in .at?

arsen hitrach
00
Alles in allem.

Die liegen in den Hin - und Retourwegen, in den Zugumläufen und in den Bestellungen der Länder. Alles in allem werden so wohl 71 Mio. km Strecke zurückgelegt.
Ich weiß nicht über welchen Zeitraum, die Rede dürfte aber von einem Jahr sein.

jasomirgott
07
Ung

Diese Abkürzung steht für unglaublich inkompetent. Ich hoffe für fr. Ung. Dass ihr Haus elektrifiziert und nicht elektrisiert ist ist.

Aber wie ich immer Sage...fr. Ung hat es ihr leben noch nicht geschafft, auch nur einen einzigen Artikel inhaltlich fehlerfrei zu schreiben. Eine Schande für den Standard!

WU-Kapitalist
01
11.2.2012, 11:44

Ihrer Aussage kann ich nur zustimmen.

. g.bac
21

betondecke auf die schienen und busverkehr etablieren.

depp am huegel
62

lasst die westbahn ran ...

Dilbert
00

Ja, die Westbahn soll alle Nebenbahnen übernehmen.

joey76
00

hier gehts um personenverkehr nicht um infrastruktur....

depp am huegel
10

klar, die nebenbahnen sind infrastruktur, und für die sollen nun die bundesländer zahlen, hab's verstanden. ABER: der Personenverkehr auf diesen Bahnstrecken sollte nicht automatischerweise von der ÖBB betreut werden, sondern man sollte das ausschreiben, und auch andere Anbieter einladen. Neue Anbieter haben neue Ideen, bieten vielleicht besseres Service, sind u.U effizienter. (Den Service der ÖBB kann man ja nicht leicht unterbieten)

Rote Lola1
00
Haben sie ausser Mythen auch Argumente?

Ich kenne den liberalisierten Schienenverkehr in der BRD. Dort bieten viele Private an bzw. nehmen an Ausschreibungen teil. In der Regel sind die Privaten Ableger von großen intern. Konzernen. Sie können gleich viel oder gleich wenig wie die Staatsbahnen, sie haben aber ungleich höhere Marketingbudgets. Und wenn man dann die Kommunen oder Zweckverbände nachher fragt, dann sagen alle das sie für die gleiche Leistung mehr an Private zahlen müssen als an die Staatsbahn. Und ja, da gibt es noch den Sicherheitsfaktor. Sicherheit im Eisenbahnverkehr muss man sich nämlich leisten können und leisten wollen. Nicht umsonst gibt es in Österreich bereits die ersten Gerichtsverfahren wegen geleastem, ausl. Eisenbahnpersonal ohne Deutschkentnisse.

arsen hitrach
01
Freiwillig?

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein privater sich eine Nebenstrecke antut? Das trägt nicht und da muss die öffentliche Hand subventionieren.

Man könnte die Westbahn, nachdem sie auf einer rentablen Strecke eine Leistung bietet, höchstens dazu verpflichten im Zuge dessen, auch eine unrentable Strecke zu bedienen.

depp am huegel
00

natürlich sollte ein privater anbieter auch subventioniert werden - die öbb wird's ja auch. aber man könnte die strecke ausschreiben, und derjenige, der mit weniger subventionen auskommt, bekommt den zuschlag.

übrigens: die westbahn darf ja gar nicht wo anders fahren, als eben auf der westbahn. und warum? weil das die einzige strecke ist, die nicht subventioniert ist ...

Rote Lola1
00
Sie schreiben einen schönen Holler zsam!

Die Westbahn als Eisenbahnverkehrsunternehmen hat eine Konzession für ganz Österreich!!!
Die Konzessionserteilung hängt in keiner Weise mit einer Subvention zusammen!
Selbstverständlich könnte die Westbahn auch von Graz nach Linz oder Salzburg fahren, wenn die eingesetzten Fahrzeuge für diese Strecken eine Zulassung haben.

Schwarz Grün
00
aber vielleicht kommen die privaten mit weniger zuschuss aus .....

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