Investoren verlieren Vertrauen in Ungarn

7. Februar 2012, 18:07
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Wien - Angesichts der umstrittenen Banken- und Steuergesetze der ungarischen Regierung verlieren ausländische Investoren das Vertrauen in das Land. Laut einer aktuellen Umfrage von Thomson Reuters und der Österreichischen Kontrollbank sank der Geschäftsklimaindex im ersten Quartal 2012 um stolze 27 Prozentpunkte auf minus 31 ab. Der Index zeigt an, wie die aktuelle Geschäftslage und jene der kommenden sechs Monate in Summe eingeschätzt werden. Kein anderes Land in Mittel- und Osteuropa wird damit so schlecht bewertet wie Ungarn. Die ohnehin schwache Konjunktur in Ungarn wird demnach 2012 einen weiteren Einbruch erleiden.

Die Befragung wird vierteljährlich unter 400 Headquarters durchgeführt, die von Österreich aus ihre 1400 Unternehmensbeteiligungen steuern. Für die gesamte Region Mittelosteuropa hat sich der Geschäftsklimaindex nur leicht verschlechtert - um drei Prozentpunkte auf plus 14.

Russland und die Ukraine zeigen sich dem nach von der europäischen Schuldenkrise und der wirtschaftlichen Entwicklung in der EU wenig betroffen. In beiden Ländern würden die Indikatoren für Konjunktur, Geschäftserwartungen und Investitionen nach oben gehen, heißt es in der Umfrage. Vor allem in der Ukraine sei der wirtschaftliche Optimismus markant. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)

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