Wien - Angesichts der umstrittenen Banken- und Steuergesetze der ungarischen
Regierung verlieren ausländische Investoren das Vertrauen in das Land. Laut
einer aktuellen Umfrage von Thomson Reuters und der Österreichischen
Kontrollbank sank der Geschäftsklimaindex im ersten Quartal 2012 um stolze 27
Prozentpunkte auf minus 31 ab. Der Index zeigt an, wie die aktuelle
Geschäftslage und jene der kommenden sechs Monate in Summe eingeschätzt werden.
Kein anderes Land in Mittel- und Osteuropa wird damit so schlecht bewertet wie
Ungarn. Die ohnehin schwache Konjunktur in Ungarn wird demnach 2012 einen
weiteren Einbruch erleiden.
Die Befragung wird vierteljährlich unter 400 Headquarters durchgeführt, die
von Österreich aus ihre 1400 Unternehmensbeteiligungen steuern. Für die gesamte
Region Mittelosteuropa hat sich der Geschäftsklimaindex nur leicht
verschlechtert - um drei Prozentpunkte auf plus 14.
Russland und die Ukraine zeigen sich dem nach von der europäischen
Schuldenkrise und der wirtschaftlichen Entwicklung in der EU wenig betroffen. In
beiden Ländern würden die Indikatoren für Konjunktur, Geschäftserwartungen und
Investitionen nach oben gehen, heißt es in der Umfrage. Vor allem in der Ukraine
sei der wirtschaftliche Optimismus markant. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)