Jahr des Drachen

Geburtstourismus nach Hongkong für den richtigen Pass

Bericht | 7. Februar 2012, 17:55

Tausende Chinesinnen pilgern in die ehemalige Kronkolonie zur Entbindung - zum Unmut der dortigen Bevölkerung

Hongkong/Peking/Wien - Glück, eine steile Karriere und eine ehrenwerte Position in der Gesellschaft soll laut chinesischer Astrologie einem im Jahr des Drachen geborenen Kind zuteil werden. Wegen des Wunsches nach einem "Drachenkind" dürfte die Geburtenrate Schätzungen zufolge in dem am 23. Jänner 2012 angelaufenen Jahr um fünf Prozent ansteigen - sehr zum Unmut der Hongkonger Bevölkerung.

Denn immer mehr Chinesinnen, die es sich leisten können, bringen ihre Kinder in Hongkong zur Welt, was die Bewohner der ehemaligen Kronkolonie um ihr Gesundheitssystem fürchten lässt, wie die Süddeutsche Zeitung am Dienstag berichtete. Der Trend ist nicht neu, aufgrund des Babybooms dürfte sich die Situation heuer aber verschärfen.

Bis zu 30.000 Euro teuer

Laut Gesetz dürfen 34.400 Chinesinnen in Hongkong pro Jahr ein Kind zur Welt bringen, 2011 waren es laut Bericht aber mehr als 45.000. Die Regelung legt fest, dass 3400 Frauen aus China in öffentlichen Krankenhäusern entbinden dürfen, alle anderen müssen auf Privatspitäler ausweichen. Eine Geburt dort kostet zwischen 7800 und 30.000 Euro.

Hongkong gehört zwar seit dem Jahr 1997 formal zu China, hat aber nach wie vor einen Sonderstatus. Hongkonger genießen Reisefreiheit. Der deshalb sehr begehrte Pass steht laut 2001 gefälltem Entscheid des Höchstgerichts jedem in Hongkong geborenen Chinesen zu.

Hochschwangere an Grenze abgewiesen

Erwachsene Frauen aus China dürfen dagegen nur sieben Tage in Hongkong bleiben. Die Süddeutsche berichtet, viele Schwangere lebten vor der Geburt illegal in der Stadt oder würden versuchen, gezielt zum Geburtstermin einzureisen - ab der 28. Schwangerschaftswoche sei aber eine Reservierung in einer Klinik vorzuweisen. Im Vorjahr seien mehrere Hochschwangere noch an der Grenze abgewiesen worden.

Gegen chinesische Geburtstouristinnen gingen aufgebrachte Bürger bereits mit Plakaten auf die Straße, auf denen durchgestrichene Babybäuche zu sehen sind, in Zeitungen wurden Inserate geschaltet, die gegen den Trend Stimmung machen. Einzelne Stadtpolitiker machen sich inzwischen für ein Einreiseverbot für Frauen ab der 32. Schwangerschaftswoche stark.

Chinesische Familien, die es sich leisten können, weichen Berichten zufolge immer öfter für Geburten in die USA aus. Einem Baby, das dort zur Welt kommt, steht automatisch ein US-amerikanischer Pass zu. (spri, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 52
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mika33
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Na dann schafft doch einfach diese bescheuerte Regelung ab, dass

man einen Pass bekommt, nur weil die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt dort ist.

Hardcoreboson
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nun

ist das 'basic law' die das sagt so ein dogma, dass man nicht antasten darf.

und die regierung in hk kann ja nichts ohne beijing beschliessen.

auch die bindung des HKD an den USD ist so eine bescheuerte sache, die mittlerweile nur mehr nachteile hat. aber peking ist es lieber das HK am USA haengt, als das es gar eine eigenstaendige waehrungspoltik betreibt.

Hardcoreboson
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dazu gibt es noch ein paar dinge zu ergaenzen:

1. es ist nicht so das nur jene festlandchinesen kommen, die es sich leisten koennen. einige kommen viele monate vorher nach HK (weil wenn sie hochschwanger waeren wuerde das ja nicht mehr klappen), lassen sich dann nicht untersuchen (weil teuer) und gehen dann wenn es so weit ist doch in ein staatliches spital (das kann dann auch wenig machen als die dame aufzunehmen). Wenn das Kind dann behindert oder sonst irgendwie krank ist, verschwinden einige chinesinen auch ohne kind wieder nach china.

2. dieser andrang (aus 1.) fuehrt dazu das lokale HKerinnen selbst kaum noch schwangerschaftsuntersuchungen machen koennen, weil die spitaeler so ueberlastet sind.

wurm83
 
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danke für die info

das einzige was mir mißfällt ist, dass es sich so liest (vielleicht meinten sie es nciht so, aber es klingt so)
also ob sie die chinesischen frauen dafür verantwortlich machen anstatt dei chinesische regierung...

--> das im idealfall jeder mensch auf der welt aber zumindest jeder mensch in einem land die gleichen rechte genießen kann das finde ich schon wichtig...einem chineseischen landmädchen steht die selbe versorgung zu wie einer hongkonger manager-frau!

aber wie gesagt ich hoffe ich habe das nur falsch verstanden :)

Hardcoreboson
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nun

stehen einen chinesischen landmaedchen in einer chinesischen grosstadt nicht die selben rechte zu, wie einen maedchen aus der grossstadt - also in dem fall braucht man nicht mal die grenze zu HK ueberschreiten. ist leider so.

und in der tat machen die HKer im moment die boesen festlandchinesen verantwortlich (teilweise benehmen sie sich halt auch wirklich mies hier) - allerdings das wirkliche problem sind die regierungen. auch die ein-kind politik waere an sich nicht mehr noetig. in den staedten chinas geht die geburtenrate ganz von allein runter, und am land brauchen die einfach mehr kinder - weil kein sozialen netz.

allerdings laesst sich mit der ein-kind politik viel geld verdienen (korruption, arbeitsplaetze die das exekutieren).

timetraveller
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Hier geht es auch um das Recht spaeter eine Hongkonger Schule besuchen zu koennen, die eine allgemein bessere Ausbildung als in China verspricht
und um bessere bzw billigere Krankenversorgung.
In China wird zuerst Geld verlangt , dann behandelt
in Hongkong ist es umgekehrt.

Hardcoreboson
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und um ein kind politik

um das sozialsystem in HK allgemein. siehe dazu auch die festlandghettos in Tin Shui Wai. Und wir reden hier ueber eine stadt dessen sozialsystem im verglichen zu europa minimal ist.

und schlimm ist dann schon noch das einige (natuerlich nicht alle festlandchinesen) sich hier nicht benehmen koennen (siehe MTR-zwischenfall) und dann meinen die HKer sollten sich halt ans festland anpassen (wo man bahnen halt einfach verdreckt) - was einigen HKern schon zur weissglut brachte.

all diese probleme (und viele andere wie die kuenstlich hohen immo-preise, die vielen monopole in hk udgl) sind schon seit langen absehbar und der regierung (die ja von beijing installiert wurde) faellt nichts anders ein als um reinterpretation des basic law zu bitten.

Stephen Ferrando
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Wer seinen Kind etwas gutes tun will, nimmt gerne jede Hürde in Kaufen.

Auch wir planen unserer Kind mit einer österreichisch/amerikanischen doppeltstaatsbürgerschaft auszustatten. Um für unser Kind die besten Voraussetzungen zu schaffen, sollte es mit Österreich bergab gehen gibt es noch Amerika. Derzeit sieht es ja verkehrtrum aus aber das kann sich schnell ändern. Wir möchten unseren Kind alle Wege ermöglichen und nur das allerbeste ist gerade gut genug.

Verstoßener Silberrücken
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Na ui, gerade mit der amerikanischen Staatsbürgerschaft würde ich sehr genau aufpassen. Mit 18 müssen sie sich beim Selective Service System registrieren und können im Notfall zum Kriegsdienst eingezogen werden (auch wenn sie im Ausland wohnhaft sind!). Jede Adressänderung bis 25 muss bekanntgegeben werden...
Von einem anderen User wurde auch schon die Steuerregelung angesprochen...
Na viel Spaß...

speakers corner
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Bullshit-wo ham#s den den schmarrn her?

Hardcoreboson
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ich wuerde ihnen davon abraten

was vielen nicht klar ist, ist das mit einer staatbuergerschaft nicht nur rechte sondern auch pflichten verbunden sind.

so ist die USA das einzige land, das ihre buerger auch noch im ausland besteuert. ueblicherweise wird der differenzbetrag (falls man in einen land weniger steuern zahlen wuerde als in den USA) in rechnung gestellt.

speakers corner
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Humbug.

Wenn er nur da geboren ist und einen pass hat hier aber lebt muss er keine Steuern in den USA zahlen.

Hardcoreboson
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hier nochmal ein link dazu

http://www.taxmeless.com/page4.html

falls sie zb. in HK ein bankkonto eroeffnen, werden sie uebrigens nach ihrer nationalitaet gefragt, ist diese amerikanisch muss die bank das nach amerika melden (aus genau diesen steuerlichen gruenden).

falls sie als amerikaner keine steuern zahlen, werden sie frueher oder spaeter schwierigkeiten mit der steuerbehoerde haben wenn sie wieder in die USA einreisen.

Hardcoreboson
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also ich kenne sehr viele amerikaner

die schon sehr lange NUR mehr in HK leben, und jedes jahr ihre steuererklaerung richtung USA schicken (und dabei ziemlich fluchen). Teilweise sind das auch chinesen die im laufe ihres lebens die amerikanische staatsbuergerschaft angenommen haben (und damit uebrigens ihre chinesische verloren haben).

das machen die vermutlich alle nur zum spass.

speakers corner
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Wenn sie als Österreicher in den USA leben aber auch in Ö Einkünfte haben (z.B. durch Beteiligungen etc.) dann müssen sie ebenfalls eine Steuererklärung in Ö machen.

Hardcoreboson
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allerdings muss ein amerikaner noch mehr:

wenn ein amerikaner NUR einkuenfte im ausland hat und auch nur dort lebt, dann muss er (je nach hoehe der einkuenfte) das sowohl dort als auch in den USA versteuern.

eine einkommenssteuererklaerung muss ein amerikaner IMMER (auch wenn er noch unter dem limit liegt) abgeben. ein amerikaner muss IMMER sein welteinkommen offen legen, egal wo er wohnt und wo er es verdient hat.

steht auch in dem link. ausserdem haben die amerikaner es geschafft das die meisten laender ihnen amtshilfe gewaehren. also ich wuerde mich (als amerikaner) da nicht spielen.

hier könnte ihr name stehen
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"Wir möchten unseren Kind alle Wege ermöglichen und nur das allerbeste ist gerade gut genug."

deshalb gibt es für meines das "kleine-despoten-packet" von fisherprice! da kann der kleine racker schon mal kräftig üben für die zukunft.

Hotblack_Desiato
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sie haben leider recht

in china gilt die 1-kindfamilie, und wenn man es schon selber zu etwas gebracht hat, wieso soll man dem kind nicht einen (vielleicht unfairen) startvorteil geben.

ganz nach herrn Berthold Brecht, "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral"

das hat mit dem kommunismus natürlich endgültig nix mehr zu tun, das ist kapitalismus in reinstkultur.

und wenn die chinesen schon solche finanziellen und menschlichen strapazen auf sich nehmen, um dem kind einen anderen reisepass zu ermöglichen, oder eine krankenversicherung... wie gehts dann erst los, wenn humangenmanipulation von irgendwem durchgeführt wird. könnte auch einen vorteil liefern.

ich weiß, das wird rot geben, aber man sollte auch aufzeigen, wo der weg hinführen könnte.

neandertaler
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das wollte boris becker auch, und dann haben sie ihn bei der scheidung live im fernsehen vorgeführt. Ein wenig schadenfreude konnte ich mir damals nicht verkneifen.

Drink Grog
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Und “das Beste” ist also Ihrem Dafürhalten nach eine US–Staatsbürgerschaft. Aha. Naja, Geschmäcker sind verschieden.

Utrillitn
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"nur das allerbeste ist gerade gut genug"

Billiger wär eine Therapie. Oder Residenz in Steinhof.

Utrillitn
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Na, meine Wortwahl war ein bisserl zu krass.

Aber so ein elitäres Gehabe nervt mich schon.

Stephen Ferrando
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wer im wettbewerb um die beste köpfe mitmischen will muss sich gut rüsten für diesen wettbewerb. das geht schon los mit der staatsbürgerschaft bei der geburt über die krippe. nichts darf man den zufall überlassen. wir stehen im (internationlen) wettbewerb mit anderen eltern und kindern. wir müssen unsere wettbewerbsfähigkeiten stärken im internationel markt um das beste humankapital. wenn ich sehe wie eltern ihre kinder mit spielerei und spielen vergeuden dann habe ich für diese menschen nur tiefe verachtung und respektlosigkeit, diese menschen sind für mich unten durch. natürlich will das kind mit autos, ball spielen, denn es weiß nicht was gut für ihn ist. dazu sind wir eltern da, seine energie in andere bahnen zu leiten.

one of a kind
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wenn sie wirklich das beste für ihr kind wollen, dann lassen sie ihr kind selbst einen eigenen weg gehen.

und schenken sie ihrem kind viel liebe und vertrauen, DAS brauchen kinder am dringendsten damit sie sich stark und selbstbewusst entwickeln können.

ihre ellbogentechnik macht aus ihrem kind nur einen rücksichtslosen egoisten - so sollte man nicht durch´s leben gehen, dafür ist das leben zu schön.

Hardcoreboson
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dem stelle ich entgegen

wenn jemand gut ist, kriegt er/sie einen job ueberall auf der welt, dazu braucht man keine bestimmte staatsbuergerschaft.

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