Vertreter der Insektengattung Dasyleptus in 236 Millionen Jahre altem Gestein im Südtessin entdeckt
Meride - Paläontologen sind im UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet Monte San Giorgio im
Südtessin auf das Fossil eines bisher unbekannten Insekts
gestoßen. Der flügellose Dasyleptus triassicus wurde in Gesteinsschichten mit
einem Alter von etwa 236 Millionen Jahren gefunden. Das bedeute, dass erstmals
eine Unterart der Gattung Dasyleptus im Zeitalter des Mesozoikums nachgewiesen
werden konnte, sagte der Paläontologe Rudolf Stockar vom Tessiner
Naturkundemuseum.
Überlebender eines Massenaussterbes
Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass diese rund 15 Millimeter
lange Insektenart - optisch vergleichbar mit Felsenspringern - vor über 250
Millionen Jahren vollständig ausgestorben war. Am Ende des Paläozoikums hatte
sich das größte Massenaussterben der Erdgeschichte ereignet. Der Fund des
fossilen Dasyleptus triassicus in jüngerem Gestein beweise nun, dass die Gattung
des Dasyleptus grundsätzlich überlebt und sich zu einer bisher unbekannten Art
weiterentwickelt habe, hieß es seitens der Wissenschafter. Zudem gebe das Insekt
Aufschluss über die Beschaffenheit der Region vor 236 Millionen Jahren. Die
Gattung soll an Meeresküsten und Ufern von Süßgewässern gelebt haben. (APA, red)