Mali ohne Angst vor den "Elefanten"

7. Februar 2012, 18:34
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Teamchef Alain Giresse verbreitet vor Halbfinal-Duell mit der favorisierten Elfenbeinküste Optimismus

Bata/Libreville - Die Elfenbeinküste steuert ihrem ersten Triumph beim Fußball-Afrika-Cup seit 1992 entgegen. Das Starensemble hat in den bisher vier Partien viermal ohne Gegentor gewonnen, am Mittwoch (20.00 Uhr) wartet im Halbfinale in Libreville Mali. Um den zweiten Platz im Endspiel kämpfen ebenfalls am Mittwoch (17.00 Uhr/jeweils live Eurosport) in Bata der vierfache Turniersieger Ghana und Sambia.

Mit zahlreichen namhaften Spielern wie Kapitän Didier Drogba (Chelsea), Yaya Toure (Manchester City) oder Gervinho (Arsenal) ist die Elfenbeinküste auch gegen Mali klarer Favorit. "Wir haben fantastische Spieler und fantastische Torjäger. Aber wir können das Turnier nur gewinnen, wenn wir auch kämpfen", sagte Toure, der die Cups 2006 (Final-Niederlage), 2008 (Vierter) und 2010 (Out im Viertelfinale) in schmerzhafter Erinnerung hat.

Mali ist entschlossen, den "Elefanten" die nächste Enttäuschung zu bereiten. "Alle meine Spieler haben den höchsten Standard. Sie haben Routine und können mit solchen Situationen gut umgehen", versicherte Teamchef Alain Giresse. Seine Mannschaft rund um Mittelfeldspieler Seydou Keita vom FC Barcelona hat im Viertelfinale Co-Gastgeber Gabun im Elfmeterschießen aus dem Bewerb geworfen. Penalties habe man davor übrigens nicht extra trainiert, verriet der Franzose. Die Spieler hätten das verweigert: schlechtes Omen. "Sie haben darauf bestanden, dass es spontan passieren muss. Und sie haben es ja auch sehr gut gemacht."

Das ehemalige französische Mittelfeld-Ass, dessen Spieler nach dem intensiven Viertelfinale "schon noch etwas müde" seien, weiß aber natürlich um die Qualitäten der Ivorer, die er als "Brasilien Afrikas" bezeichnete. "Uns ist bewusst, was sie bisher gezeigt haben. Aber wenn wir Angst haben, brauchen wir erst gar nicht auf das Spielfeld gehen", warnte Giresse auf einer Pressekonferenz in Libreville vor einer ungesunden Zurückhaltung. Respekt und eine gewisse Demut seien aber durchaus sinnvoll. Immerhin hat die Elfenbeinküste alle ihre vier Turnierspiele gewonnen  - und zwar ohne dabei einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen.

Mali dagegen kam mit vier Punkten als Zweitplatzierter seiner Gruppe ins Viertelfinale, dort war man gegen Gabun über weite Strecken das unterlegene Team. Besonders die Defensive machte oft einen reichlich ungeordneten Eindruck. Auch die bisherige Statistik gegen die Ivorer spricht nicht für Mali. Doch Giresse lässt das nicht gelten. Man hoffe nicht auf Wunder, sondern wolle die vorhandenen Qualitäten der Mannschaft ausschöpfen. "Das ist ein neues Spiel. Alle, die jetzt schon Vorhersagen treffen, tun mir leid. Warten wir ab, was passiert."

Glück trotz waschen

Für Sambia wäre der Einzug ins Finale eine besonders emotionale Angelegenheit. Denn das Endspiel wird in Libreville ausgetragen, in der Nähe der Hauptstadt von Gabun starben 1993 bei einem Flugzeugabsturz ins Meer 18 Spieler und sieben Offizielle des Nationalteams.

Glücksbringer gegen den klaren Favoriten Ghana soll einmal mehr das bei den Spielen bisher stets getragene, aber frisch gewaschene weiße T-Shirt von Trainer Herve Renard sein. "Ghana ist seit einigen Jahren das beste Team Afrikas. Wir haben keinen Druck, aber wir werden alles geben. Jeder außer uns erwartet ein Finale Elfenbeinküste gegen Ghana", sagte Renard, der vor vier Jahren noch Co-Trainer der Ghanesen war. (red/APA/Reuters)

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    Alain Giresse wurde als Spieler 1984 mit Frankreich Europameister, nun will er Mali ins Endspiel des Afrika-Cups führen.

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