Teamchef Alain Giresse verbreitet vor Halbfinal-Duell mit der favorisierten Elfenbeinküste Optimismus
Bata/Libreville - Die Elfenbeinküste steuert ihrem
ersten Triumph beim Fußball-Afrika-Cup seit 1992 entgegen. Das
Starensemble hat in den bisher vier Partien viermal ohne Gegentor
gewonnen, am Mittwoch (20.00 Uhr) wartet im Halbfinale in Libreville
Mali. Um den zweiten Platz im Endspiel kämpfen ebenfalls am Mittwoch
(17.00 Uhr/jeweils live Eurosport) in Bata der vierfache
Turniersieger Ghana und Sambia.
Mit zahlreichen namhaften Spielern wie Kapitän Didier Drogba
(Chelsea), Yaya Toure (Manchester City) oder Gervinho (Arsenal) ist
die Elfenbeinküste auch gegen Mali klarer Favorit. "Wir haben
fantastische Spieler und fantastische Torjäger. Aber wir können das
Turnier nur gewinnen, wenn wir auch kämpfen", sagte Toure, der die
Cups 2006 (Final-Niederlage), 2008 (Vierter) und 2010 (Out im
Viertelfinale) in schmerzhafter Erinnerung hat.
Mali ist entschlossen, den "Elefanten" die nächste Enttäuschung zu
bereiten. "Alle meine Spieler haben den höchsten Standard. Sie haben
Routine und können mit solchen Situationen gut umgehen", versicherte
Teamchef Alain Giresse. Seine Mannschaft rund um Mittelfeldspieler Seydou
Keita vom FC Barcelona hat im Viertelfinale Co-Gastgeber Gabun im
Elfmeterschießen aus dem Bewerb geworfen. Penalties habe man davor übrigens nicht extra trainiert, verriet der
Franzose. Die Spieler hätten das verweigert: schlechtes Omen. "Sie
haben darauf bestanden, dass es spontan passieren muss. Und sie haben es
ja auch sehr gut gemacht."
Das ehemalige französische Mittelfeld-Ass, dessen Spieler nach dem intensiven Viertelfinale "schon noch etwas müde" seien,
weiß aber natürlich um die Qualitäten der Ivorer, die er als "Brasilien
Afrikas" bezeichnete. "Uns ist bewusst, was sie bisher gezeigt haben. Aber wenn wir Angst haben, brauchen wir erst gar nicht auf das Spielfeld gehen", warnte Giresse auf einer Pressekonferenz in Libreville vor einer ungesunden Zurückhaltung. Respekt und eine gewisse Demut seien aber durchaus sinnvoll. Immerhin hat die Elfenbeinküste alle ihre vier Turnierspiele gewonnen - und zwar ohne dabei einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen.
Mali dagegen kam mit vier Punkten als Zweitplatzierter seiner Gruppe ins Viertelfinale, dort war man gegen Gabun über weite Strecken das unterlegene Team. Besonders die Defensive machte oft einen reichlich ungeordneten Eindruck. Auch die bisherige Statistik gegen die Ivorer spricht nicht für Mali. Doch Giresse lässt das nicht gelten. Man hoffe nicht auf Wunder, sondern wolle die vorhandenen Qualitäten der Mannschaft ausschöpfen. "Das ist ein neues Spiel. Alle, die jetzt schon Vorhersagen treffen, tun mir leid. Warten wir ab, was passiert."
Glück trotz waschen
Für Sambia wäre der Einzug ins Finale eine besonders emotionale
Angelegenheit. Denn das Endspiel wird in Libreville ausgetragen, in
der Nähe der Hauptstadt von Gabun starben 1993 bei einem
Flugzeugabsturz ins Meer 18 Spieler und sieben Offizielle des
Nationalteams.
Glücksbringer gegen den klaren Favoriten Ghana soll einmal mehr
das bei den Spielen bisher stets getragene, aber frisch gewaschene
weiße T-Shirt von Trainer Herve Renard sein. "Ghana ist seit einigen
Jahren das beste Team Afrikas. Wir haben keinen Druck, aber wir
werden alles geben. Jeder außer uns erwartet ein Finale
Elfenbeinküste gegen Ghana", sagte Renard, der vor vier Jahren noch
Co-Trainer der Ghanesen war. (red/APA/Reuters)