Ausstellung

Sex, Tod und Tabuverletzung

7. Februar 2012, 17:37

Werkschau "nAcKT" von Helmut Newton und Nobuyoshi Araki auf dem Mönchsberg in Salzburg

Von Helmut Newton und Nobuyoshi Araki wird zurzeit auf dem Mönchsberg eine Werkschau (Titel: nAcKT) mit mehr als 100 ausgewählten Fotografien präsentiert. Es geht um die Aktdarstellung des weiblichen Körpers, bei der Araki Elemente der traditionellen japanischen Kunstform Kinbaku aufgreift - einer Symbiose aus Verpackungskunst und Blumenstecken, die posierenden Frauenakte sind mit Seilen verschnürt. Diese Fotografien hat Araki nachträglich um abstrakte, bunte Farbspuren erweitert. Für den 1940 in Tokio geborenen Künstler ist die Fesselung der Frau eine Art von Umarmung, die nur den Körper, nicht die Gefühle einschnürt. Was sich aus einer spezifisch japanischen Sicht auf Erotik, Lust und Sexualität erklärt, die oft mit ihrem Zwillingsmotiv, dem Tod, verknüpft werden. Geprägt wurde Araki durch eine Kindheit im Tokioter Stadtteil Shinjuku, einem riesigen Amüsierviertel und Rotlichtdistrikt, in dem auch ein Teil des heute Abend gezeigten Dokumentarfilms Arakimentari (2006) gedreht wurde. Einen Monat lang begleitete Regisseur Travis Klose den überaus produktiven Künstler durch seine Heimatstadt: bei Fotoshootings, dem Präsentieren unveröffentlichter Bilder aus seiner Anfangszeit und beim Karaoke. Dazu gibt es Interviews mit Björk, Daido Moriyama und Freunden, Filmregisseur Takeshi Kitano sowie dessen New Yorker Underground-Kollegen und Fotografen Richard Kern: einem Hauptvertreter des "Cinema Of Transgression" . (dog, DER STANDARD - Printausgabe, 8. Februar 2012)

Salzburg, MdM Mönchsberg, 19.45. Ausstellung: Di-So: 10.00-18.00 / Mi: 10.00-20.00.

Käthe P.
00
Voll arg

Ich hab mir die Ausstellung vorige Woche angesehen und war nicht begeistert. Da kann der Künstler noch so ubiquitär verkünden, daß die Frauen das eh freiwillig machen und so weiter, ich finde dennoch, daß es nicht in Ordnung ist, gefesselte und gequält dreinschauende Frauen, denen sonstwas zwischen den Beinen steckt, zur öffentlichen Delektation anzubieten. Schon garnicht, wenn Kinder und Jugendliche jederzeit Zutritt haben. Einerseits wird ein Mordsgedöns gemacht über den Alkoholkonsum Jugendlicher, aber sowas dürfen sie sich anschauen, oder? Ich finde, es handelt sich hier um Pornographie und nicht um Kunst. Nur weil ein paar bunte Streifen über die Bilder gelegt wurden, ändert das nichts am Bildinhalt.

Engel Bert
00
Ach was,

es ist erstens genauso scheinheilig, zu behaupten, das wäre "Pornographie und nicht Kunst", wegen der Jugend warad's. Da gibt es nämlich klare rechtliche Bestimmungen.
Und zweitens, was Erwachsene freiwillig tun, kann Sie vielleicht irgendwie moralisch entrüsten (warum eigentlich?), aber mehr schon nicht.

Käthe P.
00
12.2.2012, 06:49

Haben Sie die Ausstellung besucht?

Engel Bert
00
12.2.2012, 09:06
Das nicht,

aber ich kenne die Arbeit von Nobuyoshi Araki gut genug, um sie in allen Facetten beurteilen zu können, s.U. die Antwort auf 'Spaceman Spiff'.

Spaceman Spiff
00

Das Geniale an Araki ist, dass man absolut nicht merkt, wie gut er ist. Auch bei naeherer Betrachtung. Selbst die pornografischen Motive und auch die kindlichen Uebermalungen taeuschen nicht vorhandene Brillianz vor.

Engel Bert
00

Und was ist daran "genial"? Nobuyoshi Araki hat m.E. seine beste Zeit seit ca. 10 Jahren hinter sich, da helfen weder die zigtausendste Wiederholung seiner eigenen Sujets noch dekorative Farbspritzer.

Fritz Meyer
01
Da habt's aber ein harmloses Foto ausgegraben...

Ansonsten, unbedingt hingehen! Mag man mögen oder hassen, aber diskussionswürdig und interessant auf jeden Fall!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.